03.05.2012Busgewerbe kritisiert Protestaktion von Umweltverbänden

Mit Bedauern und Unverständnis haben die Spitzen des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, bdo, und des Internationalen Bustouristikverbandes, RDA, auf die heute (8. Mai 2012) vor dem Brandenburger Tor in Berlin durchgeführten „Protestaktion“ des Bündnisses „Rußfrei fürs Klima“ reagiert.

Ein von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geführtes Bündnis protestierte mit „Rußballons“ gegen Reisebusse ohne Partikelfilter in der Stadt. Die Umweltverbände kritisieren einen Entwurf zu einer Leitlinie des Bundesumweltministeriums, welcher allerdings noch nicht öffentlich gemacht wurde. Laut Aussage des Hauptgeschäftsführers der DUH, Jürgen Resch, soll es angeblich in der Zukunft eine generelle Ausnahme für „schmutzige“ Busse in Umweltzonen geben.

Die Busbranche, so bdo und RDA, verwehrt sich gegen die Bezeichnung „schmutzige Reisebusse“, da es hier um Reisebusse mit Euro 3 geht, die bis Oktober 2006 dem höchsten lieferbaren Umwelt-Technologiestandard entsprachen. So langlebige Investitionsgüter müssten entsprechend abgeschrieben werden, damit mittelständische Unternehmen die Finanzmittel erwirtschaften könnten, um dann in neueste Technik zu investieren. „Was die angekündigte Leitlinie angeht, sind bei den Verbänden der Omnibusbranche zwar einige Planungen bekannt, es liegt aber kein konkretes Dokument vor, über das man sich im Zweifel streiten könnte“, so Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo, zu der „sehr schwachen Faktenlage, auf welcher die sogenannte Protestaktion aufgebaut ist“. Leonard bedauert vor allem, dass die Umweltverbände sehenden Auges die Verwirrung der Öffentlichkeit und der Fahrgäste in Kauf nehmen: „Klimafreundlicher als mit dem Bus kann kein Tourist in Deutschland unterwegs sein. Was soll also diese Verunsicherung der Kunden?“

Dieter Gauf, Hautgeschäftsführer des Internationalen Bustouristikverbandes RDA, verweist in diesem Zusammenhang auch auf die drohenden wirtschaftlichen Folgen für die Reisebranche: „Unter einer solchen Kampagne leiden Hotellerie, Gastronomie und Sehenswürdigkeiten vor Ort. Für Städte wie Berlin geht es hier um einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor.“

Eine Leitlinie, die angemessene bundeseinheitlich anzuwendende Regelungen vorsieht, kann laut bdo und RDA ein Schritt in Richtung guter und mittelstands- und umweltfreundlicher Politik sein. Die Verbände hätten sich eine bundesweite gesetzliche Regelung gewünscht, damit die mittelständischen Unternehmen der Busbranche Rechts- und Planungssicherheit für ihre hohen Investitionen im Fahrzeugpark haben. Die deutschen Busunternehmen begrüßen ebenso den möglichen Beitrag zum Bürokratieabbau und der Beseitigung des einzigartigen Flickenteppichs an Regelungen der fast 50 deutschen Umweltzonen. (ah)


 

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