Das Goldstück

Der neue Tourismo ist da. Seit einigen Monaten tauchen auf unseren Straßen immer mehr Fahrzeuge auf, unübersehbar, bemerkenswert. Die Produktion läuft auf Hochtouren, fast schon am Anschlag. Der Bus scheint ein Erfolg zu werden. Gründe dafür gibt es genug. OMNIBUSREVUE hat sich auf Spurensuche gemacht.
Der neue Tourismo hat ein bedeutendes Erbe anzutreten, denn sein markanter Vorgänger zählt zu den erfolgreichsten Reisebussen überhaupt. Mit rund 1.000 verkauften Einheiten pro Jahr kam dieser auf insgesamt 12.000 Fahrzeuge und war der mit Abstand am meisten verkaufte Hochdecker in Europa. Kann da der Neue mithalten?
Optisch jedenfalls kommt der neue Tourismo deutlich graziler und feingliedriger vorgefahren. Er ist, und das erkennt man auf den ersten Blick, ein vollwertiges Familienmitglied, so etwas wie der Bruder des Travego. Die Seitenwände wurden betont glattflächig gestaltet und lassen sich so leicht mit Dekor oder Werbung bekleben. Von der einfachen Reinigung der geklebten Scheiben ganz zu schweigen. Das Fahrzeug soll mehrere Segmente abdecken. Er ist nicht nur Generations-Nachfolger sondern ersetzt zugleich den bisherigen Integro H und den Travego RH.
Die neue Tourismo-Baureihe besteht aus vier Reisehochdeckern: dem zweiachsigen Tourismo mit einer Länge von 12,1 m, dem zweiachsigen Tourismo M/2 mit einer Länge von 13 m sowie den beiden Dreiachsern M (13 m) und L (14 m). Im Gegensatz zum alten Modell wird es nur eine Höhe geben, nämlich inklusive der Aufdachklimaanlage 3.620 mm. Durch eine mögliche Linienbusabnahme soll der Tourismo eine Schlüsselrolle im hart umkämpften Segment der Geldverdiener übernehmen. Um bei den Unternehmern punkten zu können, zählen wesentliche Dinge. So die Wirtschaftlichkeit, die Ausfallsicherheit, die Verkehrssicherheit und natürlich die Zukunftssicherheit. In allen Punkten scheinen die EvoBus-Entwickler ihre Hausaufgaben gründlich gemacht zu haben. So profitiert der Bus von den Erfahrungen, die mit dem Travego und den Setra-Bussen gemacht wurden. Das Gerippe des Tourismo ist in Ringspantentechnik ausgeführt, wodurch auch im Falle eines Überschlages die Fahrgastzelle stabil bleiben soll. Das Fahrwerk wurde vom Travego übernommen und besitzt Einzelrad-Aufhängung an Doppelquerlenkern vorn, eine Antriebsachse mit Führung durch Längslenker und einen aufgelösten Dreieckslenker sowie Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse. Bei der Fahrt über die 160 km lange Schlechtwegstrecke machte der Bus eine ausgezeichnete Figur und reagierte stets unauffällig auch bei extremen Fahrsituationen.(tt)
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(Foto: OMNIBUSREVUE)
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