12.01.2010Der Linien-Gigant

Immer mehr Menschen leben heute in Städten. Entsprechend nimmt der Individualverkehr zu. Doch irgendwann sind die Straßen dicht, ein Umstieg auf den Bus kann die Lösung sein. Mit dem Capacity hat Mercedes-Benz einen Bus im Programm, der nicht nur viel fasst, sondern sich auch bestehenden Strukturen anpasst.

Wir müssen den ÖPNV attraktiver gestalten. Diesen und ähnliche Sätze hört man derzeit immer wieder. Auf ÖPNV-Kongressen, auf Symposien, auf Messen. Um das zu schaffen, um noch wesentlich mehr Pkw-Nutzer als bisher zum Einsteigen in den Bus zu bewegen, sind noch einige Anstrengungen zu unternehmen. Dazu zählen dichte Taktzeiten, moderne Fahrzeuge und optimale Verknüpfungen an Umsteigepunkten. BRT-Systeme – Bus Rapid Transit – zählen schon seit Jahren zu den wichtigen Verkehrssäulen in Städten, die hoffnungslos im Verkehrschaos zu ersticken drohen. Großraumbusse auf separaten Fahrspuren sorgen dort spürbar für eine Entlastung. Häufig eingesetzt: Doppelgelenkbusse. Doch in den vergangenen Jahren hat sich – fast unbemerkt – ein neues Konzept auf den Weg gemacht, um sowohl hohe Fahrgastkapazitäten als auch einen wirtschaftlich vernünftig darstellbaren Service zu ermöglichen. Mercedes-Benz schickte den Citaro Capacity auf die Straße. Einen 19,50 Meter langen Bus, der mit nur einem Gelenk auskommt und rechnerisch bis zu 193 Fahrgäste aufnehmen kann. Damit toppt er sogar die meisten Doppelgelenkbusse, die aufgrund ihrer begrenzten Achslasten schnell an ihre Grenzen stoßen. Eine Doppelachse im hinteren Teil ist das offene Geheimnis, das solche Fahrgastzahlen ermöglicht. Die Vorteile einer solchen Lösung sind schier unglaublich: Hohe Kapazität bei gleichzeitig fast problemlosem Inte­grieren in bestehende Bus-Infrastrukturen. Durch die moderate Mehrlänge von 1,50 Meter kann der Capacity problemlos vorhandene Haltestellen anfahren. Was das letztlich bedeutet, kommt einer kleinen Revolution gleich. Denn ein Capacity eignet sich nicht nur für BRT-Lösungen, er ist schon heute die Antwort auf Fragen, denen sich in Kürze immer mehr Städte auch in Deutschland stellen müssen. Wie lässt sich der drohende Verkehrskollaps durch die stetige Zunahme von Pkw vermeiden, ohne dabei zu tief in die öffentlichen Kassen greifen zu müssen? (tt)

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