Busse und Bahnen als Wirtschaftsfaktor für den Städtetourismus

15.05.2012 17:30 Uhr
Linienbus, Busbahnhof, ÖPNV
© Foto: Joern Haufe/dapd

Städtereisen werden immer beliebter. Das ergibt eine aktuelle forsa-Umfrage unter 1.005 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Die Hälfte der Deutschen besucht danach mehrmals im Jahr eine deutsche Stadt. 2006 waren es noch 45 Prozent. Fast jeder zweite Urlauber erkundet sein Urlaubsziel mit Bussen und Bahnen – und würde weniger verreisen, wenn sich das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verschlechtert oder verteuert (42 Prozent). „Busse und Bahnen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den wachsenden Städtetourismus“, sagt VDV-Präsident Jürgen Fenske. „Um auf die steigenden Besucherzahlen reagieren zu können, braucht der ÖPNV Investitionen und keine weiteren Kürzungen.“

Laut forsa schätzt die Mehrheit der Städtetouristen am ÖPNV, dass er sie unkompliziert zu Sehenswürdigkeiten bringt (74 Prozent), Zeit spart (72 Prozent) und Touristen in Bussen und Bahnen Stadt und Leute besser kennen lernen können (64 Prozent). Im Vergleich zur Umfrage von 2006 geht die Zustimmung bei den Städtetouristen jedoch leicht zurück. Hier zeichne sich ein Trend ab, sagt Fenske: „Die Verkehrsunternehmen haben bei ihren Einsparungen der letzten Jahre die Grenze erreicht.“ Weitere Kürzungen verschlechtern die Kundenzufriedenheit und damit auch die Chancen des Wirtschaftsfaktors „Städtetourismus“. Fenske: „Der ÖPNV braucht eine langfristige und angemessene Mitfinanzierung aus öffentlichen Kassen. Nur so lässt sich verhindern, dass die Vorteile des ÖPNV und in der Folge die Attraktivität deutscher Städte weiter geschwächt werden.“

Über die Hälfte der Städtetouristen äußern in der repräsentativen Umfrage Wünsche an den ÖPNV: 54 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Verkehrsbetriebe mehr beraten und ihren Service verbessern (2006: 36 Prozent). Größere Zufriedenheit herrscht dagegen in puncto Streckenvielfalt: 43 Prozent wünschen sich mehr Strecken, Verbindungen und Haltestellen. 2006 waren es noch 62 Prozent. (ah)

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