Forschung: Hochschule untersucht Gleichgewicht älterer Menschen im Bus

03.08.2011 11:36 Uhr
Forschungsprojekt der Hochschule Fresenius
© Foto: HEAG mobilo

Mit einem Forschungsprojekt will die private Hochschule Fresenius in Idstein Erkenntnise darüber gewinnen, wie man Unfällen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) besser vorbeugen kann.

Am Projekt beteiligt ist auch das Darmstädter Verkehrsunternehmen HEAG mobilo, das unter anderem für die praktischen Feldversuche Fahrpersonal und Busse zur Verfügung stellt. „Analysen zeigen, dass insbesondere für ältere Mitbürger im öffentlichen Personenverkehr ein hohes Unfallrisiko besteht. Mehr als die Hälfte aller schweren Verletzungen im Bus – insgesamt sind es in acht europäischen Ländern mehr als 35.000 pro Jahr – sind sogenannte non collision incidents. Das heißt, ältere Personen verlieren bei Fahrsituationen wie Anfahren oder Abbremsen das Gleichgewicht und stürzen", weiß Sportwissenschaftler Professor Christian T. Haas vom Fachbereich Gesundheit der Hochschule Fresenius. Bisher gäbe es keine Untersuchungen, die sich mit Bewegungsverhalten, Gleichgewichtsregulation oder muskulärer Aktivität im Bus bei verschiedenen Fahrsituationen befasst hätten. „Mit genau dieser Fragestellung und dem Fokus auf der Verhütung von Unfällen setzen wir in unserer Studie ‚Mobility Breaking Points' an“, erklärt Haas. Um systematische Präventionsprogramme entwickeln zu können, untersucht der Sportwissenschaftler, welche konkreten Anforderungen an die menschliche Motorik bei der Busnutzung gestellt werden und welche Anforderungen von älteren Mitbürgern erfüllt werden können. Dabei kommen aufwendige biomechanische und elektrophysiologische Messverfahren zum Einsatz. Die Probanden im Alter von 60 Jahren und älter werden mit Messsensoren ausgestattet und erleben unter Realbedingungen standardisierte Situationen wie Anfahren und Abbremsen eines Busses. „Wir begrüßen das Forschungsvorhaben von Professor Haas“, betont HEAG mobilo-Geschäftsführer Matthias Kalbfuss, „Denn trotz unserer umfangreichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit lassen sich Unfallrisiken nicht völlig ausschließen. Umso wichtiger ist es auch für uns zu erfahren, wie ältere Menschen selbst dazu beitragen können, sicherer mit Bus und Bahn unterwegs zu sein." Als weitere Partner beteiligen sich an der Realisierung der Studie die Goethe-Universität Frankfurt, der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO), die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung sowie der PräBionik-Schwerpunkt (Präventive Biomechanik) der Hessischen Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Excellenz (Loewe). (ah)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.