Tourismus: „Wenn Fliegen teurer wird, verlieren alle“

09.06.2026 11:36 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Die Luftverkehrsteuer und weitere staatlich verursachte Standortkosten verteuern das Fliegen ab Deutschland laut DRV „erheblich“
© Foto: Flughafen München GmbH/ Michael Fritz

Die Standortkosten an den deutschen Flughäfen sind im internationalen Vergleich hoch, dadurch würden nicht nur Flugreisen verteuert, es sei ein Nachteil für die gesamte Reisewirtschaft, so der DRV.

Viele Busreiseveranstalter haben längst auch erfolgreich Flugreisen im Programm und bieten neben reinen Busreisen attraktive Bus-Flug-Kombinationen zu Reisezielen an, die auf dem Landweg nur schwer oder mit langer Anreise zu erreichen sind. Für solche Veranstalter heißt es nicht Bus oder Flug, sondern Bus und Flug. Die Rahmenbedingungen für den Luftverkehr in Deutschland haben sich aber massiv verschlechtert, wie bei einem politischen Diskussionsforum einmal mehr deutlich wurde. „Der Luftverkehr ist kein Partikularinteresse der Airlines, sondern die zentrale Infrastruktur der Reisewirtschaft“, betonte DRV-Präsident Albin Loidl auf dem Forum „Wertschöpfung des Luftverkehrs“, das auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in Berlin ausgerichtet wurde.

DRV sieht Entwicklung des Tourismusstandorts gefährdet

Die hohen Belastungen für Airlines, Flughäfen und Reisende im Vergleich zu anderen Ländern würden die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands schwächen und die Entwicklung des Tourismusstandorts gefährden, so der DRV. „Wenn Fliegen ab Deutschland zu teuer wird, verlieren am Ende alle – Reisebüros, Reiseveranstalter, Familien und letztlich der gesamte Wirtschaftsstandort“, sagte Loidl in der Tourismus-Diskussionsrunde mit der Vorsitzenden des Ausschusses für Tourismus im Deutschen Bundestag, Anja Karliczek (CDU), und dem Präsidenten des BTW, Sören Hartmann.

Weniger Kapazitäten und steigende Ticketpreise

Die Luftverkehrsteuer und weitere staatlich verursachte Standortkosten verteuern das Fliegen ab Deutschland laut DRV „erheblich“. Die Folgen seien bereits heute sichtbar: „Fluggesellschaften reduzieren Kapazitäten, Direktverbindungen werden ausgedünnt und die Ticketpreise steigen“. Für Reisende bedeute dies längere Reisezeiten, zusätzliche Umstiege und höhere Kosten. Für die Reisewirtschaft habe eine schlechtere Luftverkehrsanbindung von Deutschland aus direkte Folgen.

Druck auf die gesamte Reisewirtschaft

Rund 85 Prozent aller Pauschalreisen enthalten laut DRV einen Flugbestandteil. „Fehlen ausreichende Flugkapazitäten, steigen die Preise, die Angebotsvielfalt sinkt und Reiseentscheidungen werden erschwert“, so der Verband. „Wenn Flugkapazitäten fehlen, gerät die gesamte Reisewirtschaft unter Druck“, machte DRV-Präsident Loidl deutlich. „Von der Pauschalreise über Fernreisen und Kreuzfahrten bis hin zu Gruppen- und Geschäftsreisen sind nahezu alle Segmente auf verlässliche und bezahlbare Flugverbindungen angewiesen.“

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