19.12.2012Leichtgewicht mit Dreien

Noch ist der VDL Futura Träger der Auszeichnng „Coach of the Year 2012“. Und vor fast genau einem Jahr musste sich die zweiachsige Variante erstmalig unserem Test stellen. Nun hatten wir Gelegenheit, den Dreiachser zu fahren, der zudem behindertengerecht ausgestattet war. Hat der Bus zwischenzeitlich noch Verbesserungen erfahren?

Einige leichte Schwächen attestierten wir dem FHD2-129/410 am Ende unserer Testfahrt vor einem Jahr. Die waren nicht weiter tragisch, denn das Gesamtprodukt war stimmig, zumal der Preis für den 12,8 Meter langen Zweiachser mit 250.000 Euro schon fast als Schnäppchen zu bezeichnen ist. Natürlich, den perfekten Bus gibt es nicht, das erwartet auch niemand. Was man aber schon erwarten kann, ist ein kontinuierlicher Fortschritt. Denn in diesen technisch hochinteressanten Zeiten jagt eine Innovation die nächste. Entsprechend gespannt waren wir, was sich bei VDL getan hat. Hat der Hersteller auf einige der damaligen Kritikpunkte reagiert? Doch der Reihe nach und was den Testbus betrifft, muss der Unternehmer schon mal auf zwei davon verzichten, denn der dreiachsige Futura kam mit einer behindertengerechten Ausstattung vorgefahren.

Solche Ein- und UmbauteN sind seit jeher eine große Stärke des Herstellers, über entsprechende Sonderfahrzeuge haben wir in der Vergangenheit bereits mehrfach berichtet. Allerdings scheint sich bei der aktuellen Generation eine Veränderung ergeben zu haben. Und die hat mit dem Schwebelift zu tun. Zu den gewichtigsten Änderungen des neuen VDL Futura im Vergleich zu seinen Vorgängern gehört die Gewichtsreduktion. So besteht beispielsweise das Dach aus Aluminium-Sandwichmodulen. Diese verleihen dem Aufbau eine enorme Festigkeit bei gleichzeitig sehr leichter Bauweise. Inwieweit sich nun aber noch Deckenschienen montieren lassen, die entsprechend belastbar sein müssen, steht auf einem anderen Blatt.

Beim verbauten Außenlift setzt VDL auf den Hersteller Dhollandia. Dieser Lift lässt sich mit einer halben Tonne beladen und ist somit auch für die gewichtskritischen Elektro-Rollstühle bestens geeignet. Im Test funktionierte das System narrensicher, auch ungelernte Busfahrer werden mit ihm keine Probleme bekommen. Die tauchen in der Regel ohnehin nicht bei der technischen Bedienung, sondern in der komplexen Gesamtlogistik auf, wenn man mit einem behindertengerecht ausgestatten Bus unterwegs ist. (Stichwort Parkplätze, Ein- und Aussteigen in Innenstädten, Mehraufwand und so weiter). Der Lift mit der Bezeichnung DH-RB 500 wiegt selbst 180 Kilogramm. So richtig komplett wird das Ganze natürlich nur, wenn auch der Fahrgastraum entsprechend umgerüstet ist. In unserem Testbus war dafür ein Heck-WC verbaut. Das verfügt über einen ebenen Boden und fordert die vier Sitzplätze der letzten und vorletzten Reihe. Dennoch passen 57 Fahrgastsitze der mittleren Comfort-Stufe in das Fahrzeug. Dazu kommt noch ein Begleitsitz. Ehrlicherweise aber muss erwähnt werden, dass, wenn der Lift zum Einsatz kommen soll, auch die entsprechende(n) Sitzreihe(n) auf der rechten Seite ausgebaut werden müssen. Dank eines Schnellverschluss-Systems ist das aber eine einfache Arbeit. Mehr Aufwand hat der Fahrer dann nur noch beim Wegtragen der Sitzbänke. Das Verzurren der Rollstühle ist übrigens dank eines ausgeklügelten Gurtsystems, welches normalerweise nur in speziellen Krankentransport-Fahrzeugen zum Einsatz kommt, ein Kinderspiel. Ein versehentliches „Lockerrütteln" kann nicht vorkommen.


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