07.01.2016Zu Besuch bei Cinderella

Manches geschieht bekanntlich nur im Märchen. So wie bei Aschenputtel, die im Märchenschloss Moritzburg auf ihren Traumprinzen trifft. Genau wie ein Märchen liest sich aber auch die Geschichte der Kleinen bei Setra. Was mit dem S 6 1955 begann, hat im Jahr 2015 seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden.

Anfang war der S 6. Gerade mal 6.700 Millimeter misst das Fahrzeug, ein Zwerg im Vergleich zum aktuellen S 511 HD, der auf stolze 10.465 Millimeter kommt. Gut, es passten auch nur bis zu 25 Fahrgäste in den Bus, das sind gut zehn Passagiere ­weniger als beim S 511 HD. Und dennoch steht der Längenzuwachs stellvertretend für ein neues Selbstverständnis im Fahrzeugbau. Mehr Sicherheit, mehr Technik und mehr Komfort benötigen eben auch mehr Platz. Der S 6 war übrigens der dritte Typ innerhalb der ersten Setra-Baureihe 10 und er repräsentierte einen, nein DEN Meilenstein in der Setra-­Geschichte, vor ziemlich genau 60 Jahren nämlich wurde der erste selbsttragende Setra-Bus der Welt vorgestellt. Einfach war die Umsetzung eines solchen Fahrzeuges nicht, denn für einen kompakten Bus war ein Überhang von notwendigerweise über 2,6 Meter nicht möglich. Zudem fehlte der Platz für eine ­normale Federung. Die Lösung fanden die Konstrukteure in einem Fahrwerk, das mit Einzelradaufhängung vorne und Schwing­achsen hinten mit progressiv wirkenden, wartungsfreien Gummitorsionsfedern ausgestattet war, und dessen Triebwerk in Blockbauweise Motor, Getriebe und Differenzial vereinigte.  Mit einer Gesamtbreite von gerade einmal 2.250 Millimetern übertrifft der S 6 heute nur geringfügig einen Sprinter-Bus, dennoch gefiel das Fahrverhalten. Dazu kam die Panoramaverglasung, die eine neue Freiheit bei der Aussicht brachte. Kleiner Nachteil im Sommer, bei langsamer Fahrt sorgte die fehlende Klima­anlage für ein eher schweißtreibendes Reiseerlebnis. Insgesamt aber war der S 6 ein voller Erfolg. Er wurde bis 1964 1.172-mal verkauft.

Die Aussicht aus dem S 511 HD ist auch heute noch spektakulär, Grund dafür sind seine im Vergleich zu Vorgängern riesigen Seitenscheiben. Eine Dachrandverglasung, geschweige denn ein Glasdach jedoch fehlt und wird wohl auch nicht kommen. Grund ist die Zuordnung des Fahrzeuges zur ComfortClass-Familie. Damit wandert auch die Klimaanlage zwingend auf das Dach, was ein Panoramadach unmöglich macht.



 

 

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