Am 21. Mai 1878 vor 135 Jahren erfolgte die Grundsteinlegung zum bayerischen Versailles. Fast auf den Tag genau 65 Jahre früher, am 22. Mai 1813, wurde Richard Wagner, der Lieblingskomponist des Bauherrn König Ludwig II., geboren. Um die besondere Beziehung von König und Komponist zu würdigen, wurde der Wagnersaal im König Ludwig II.–Museum im Neuen Schloss Herrenchiemsee zum Geburtstag von Schloss und Musikgenie neu gestaltet.
Der größte Saal des Museums ist dem Mäzenatentum Ludwigs II. für Richard Wagner gewidmet. Zentrales Stück ist das große Architekturmodell des einst für München geplanten Festspielhauses. Besonders kostbar sind die originalen Bühnenbildmodelle der epochemachenden (Ur-)Aufführungen von Wagners Musikdramen in München, die auf besondere Anordnung Ludwigs II. gefertigt wurden. Auch das vom berühmten Architekten Gottfried Semper 1865 selbst gebaute Modell eines provisorischen Festspielhauses im Münchener Glaspalast ist zu sehen, jetzt ergänzt durch einen Lageplan Sempers für den geplanten Einbauort. Neu hinzugekommen sind zusätzlich Großrepros von Plänen für das Münchener und das dann ausgeführte Bayreuther Festspielhaus, die deutlich veranschaulichen, dass in Bayreuth ab 1871 eine stark vereinfachte Form des grandiosen Münchener Festspielhausprojekts errichtet wurde.
Der Wagnersaal des König Ludwig II. – Museums vereint auf diese Weise alle großen gemeinsamen Projekte Ludwigs II. und Richard Wagners und zeigt die zentrale Rolle, die die großzügige und unerschütterliche Unterstützung Ludwigs II. auf das Werk des bedeutendsten Musikdramatikers des 19. Jahrhunderts hatte. Die Bayreuther Festspiele hätte es ohne König Ludwig II. nicht gegeben. Neben dem neu gestalteten Wagnersaal widmet sich auch eine kleine Sonderausstellung in der Residenz München dem Thema der Beziehung von Ludwig II. zu Richard Wagner. Gezeigt werden drei jüngst wiederentdeckte Graphiken mit Motiven zum Ring und zu den Meistersingern, die aus dem persönlichen Besitz Ludwigs II. stammen. Weitere Informationen unter http://www.herrenchiemsee.de/index.htm. (ah)