„Die Streiks im privaten Busgewerbe haben bezogen auf die betroffenen Fahrgäste keine vergleichbaren Auswirkungen wie die jüngsten Streiks bei den kommunalen Unternehmen. Die ver.di-Forderungen gefährden aber den flächendeckenden ÖPNV im Land“, erklärt Eberhard Geiger, Verhandlungsführer des WBO Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer e.V. zum Tarifstreit im privaten Omnibusgewerbe. Der angekündigte Warnstreik der Omnibusfahrer im privaten Omnibusgewerbe vergangenen Montag hatte laut WBO keine flächendeckende Wirkung. Zahlen von 1.000 teilnehmenden Omnibusfahrern (so die Gewerkschaft ver.di) könnten die betroffenen Unternehmer nicht bestätigen; interne Schätzungen des Verbands gehen von 400 bis 500 Teilnehmern aus. Sollte sich ver.di in den nächsten Tagen entschließen, mit weiteren Streiks zu Lasten der Fahrgäste Druck auf die Omnibusunternehmer zu machen, steht zu befürchten, dass die betroffenen Unternehmen keine Möglichkeit mehr haben, ihre Fahrgäste rechtzeitig zu informieren. Das teilte der WBO jetzt mit. Nach dem Warnstreik, bei dem weniger als zehn der rund 400 privaten Omnibusunternehmer in Baden-Württemberg betroffen waren, ist es nun an ver.di, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, forderte der Verband. Der Forderungskatalog mit insgesamt 24 Punkten bis hin zu einem 13. und 14. Monatsgehalt ist für die Unternehmen indiskutabel, zumal sie in Kürze mit weiteren Belastungen in der Lohntarifrunde rechnen müssen. Würden alle Forderungen des ver.di-Wunschzettels erfüllt, hätte dies rechnerisch Kostensteigerungen im ÖPNV um teilweise mehr als 20 Prozent zur Folge, die letztlich direkt oder indirekt auf die Fahrgäste durchschlügen. Ein „Durchreichen“ der Kosten an die Stadt- und Landkreise, wie von der Gewerkschaft angedacht, würde von wenig Sachkenntnis und Realitätssinn zeugen. Die öffentliche Hand will vielmehr Geld im ÖPNV einsparen, so der WBO.
WBO erwartet weitere Streiks im privaten Omnibusgewerbe
Die ver.di-Forderungen gefährden den flächendeckenden ÖPNV in Baden-Württemberg, warnt der WBO.