Zwischenbilanz zum Hybridbustest in Hannover

13.09.2012 16:32 Uhr
Üstra Hybrid-Bus
© Foto: üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG

Bereits im Jahr 2008 nahm der erste Hybridbus in Hannover seinen Linienbetrieb bei der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG auf.

Nach intensiven Tests, die vom Fraunhofer Institut wissenschaftlich begleitet wurden, kamen im September weitere zehn Hybridbusse hinzu, ebenfalls Solaris Urbino 18 Gelenkbusse mit dem Allison H 50 EP Hybridsystem. Rund 750.000 Kilometer sind die elf Hybridbusse bereits im Linienverkehr gelaufen und etwa fünf Millionen Fahrgäste wurden damit befördert.  Die Fahrzeuge werden schwerpunktmäßig auf der Linie 121 eingesetzt. Diese Linie führt mitten durch die Innenstadt von der Haltenhoffstraße über den Hauptbahnhof bis zum Altenbekener Damm und hat sich bereits bei der wissenschaftlichen Begleitung des ersten Hybridbusses der üstra im Jahr 2009 als ideal erwiesen. Mit ihren kurzen Haltestellenabständen, der niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeit und den hohen Fahrgastzahlen ist sie bestens geeignet, um die Vorteile der Hybridbusse zu nutzen. Hier spielt der Hybridbus seinen Vorteil der Energierückge-winnung beim Bremsen deutlicher aus als beispielsweise auf Stadtrandlinien oder in ländlichen Regionen. In den teilweise recht engen Straßen stellen die leisen, umweltfreundlichen Busse eine deutliche Entlastung für die Anwohner dar.

Hubert Nawa, verantwortlich für Buswerkstätten und Fahrzeugtechnik im Unternehmensbereich Stadtbus der üstra: „Man braucht für die Hybridbusse eine ,Stop and Go‘-Strecke, dann sind die Vorteile am größten. Auf Teilstrecken der Linie 121 erreicht der Hybridbus eine Kraftstoffersparnis von fast 30 Prozent.“ Anhand der bisherigen Messergebnisse wurde errechnet, dass jeder der Hybridbusse bei einer Lebensdauer von rund zwölf Jahren voraussichtlich etwa 88.100 Liter Diesel einsparen wird. Basis für diese Berechnung war eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs über die gesamte Einsatzdauer um 18,8 Prozent. Damit vermeidet jeder Bus pro Jahr rund 19,5 Tonnen Kohlendioxid.  Harte Winter beeinträchtigen die Bilanz, vor allem wegen der Zusatzenergie, die zum Beispiel für die Heizung benötigt wird.

Hubert Nawa zur kraftvollen Beschleunigung: „Die Busse mit Allison-Antrieb gehen wirklich ab. Für uns bedeutet das eine schnellere Abfertigung. Und die zügige und ruckfreie Beschleunigung ist ausgesprochen angenehm für Fahrer und Fahrgäste.“ Basis der Hybridbusse ist der dreiachsige Gelenkbus Solaris Urbino 18. Das parallele Doppelmodus Hybridsystem von Allison Transmission kombiniert zwei Elektromotoren mit einer Leistung von je 75 kW mit einem 181 kW (246 PS) starken Cummins-Dieselmotor mit 6692 Kubikzentimeter Hubraum. Die Elektromotoren tragen beträchtlich zum Start des Busses bei und entlasten den Diesel, indem er weniger Leistung und Drehmoment erzeugen muss. Hochleistungsbatterien speichern die Energie, die im Bremsvorgang freigesetzt wird, und setzen sie beim Beschleunigen wieder ein. (ah)

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