JAHRE OMNIBUSREVUE Statt Stolpersteinen Entwicklungsstufen

Anstelle seines Bruders Albrecht zeichnete Konrad Auwärter, unter anderem Leiter des Werkes Pilsting, den steinigen Weg nach, den Neoplan gehen mußte und der die, wie er sagte, ganze Kraft der Familie erforderte. Die Schwierigkeiten, die gemeistert werden mußten, zeigen sich sehr deutlich in zwei Zahlen: 1945 gab es noch 50 Hersteller und Karossiers in der Bundesrepublik, heute sind es noch sieben.

Die Produktion ist gegenüber der Höchstzahl um zwei Drittel geschrumpft. Im einzelnen stellte Konrad Auwärter oder, wie aus dem Wagnerbetrieb das heutige Neoplan-lmperium gebaut wurde. Aus dem eigenen Karosseriebaubetrieb, dessen Rohmaterial vor allem Holz war, wurde der spätere Stahlkarossier und schließlich der Hersteller von Ganzstahlfahrzeugen. Dem schwierigen Wiederaufbau nach der völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg folgte 1953 die „Einführung der ersten freitragenden Karosserie und des Markennamens Neoplan". Weitere technische Innovationen waren das völlig neuentwickelte Luftfederungssystem von Neoplan 1957 und damit verbunden der bis heute im Prinzip unveränderte Vorderachs- und Hinterachsschemel. Seit 1960 machten die Flughafen-Vorfeldbusse mit tiefliegender, stufenloser Fahrgastplattform den Namen Neoplan in aller Welt bekannt. Der „Typ Hamburg" leitete 1961 auf dem Genfer Automobilsalon eine neue, wohl die entscheidendste Entwicklungsstufe des Hauses ein. Düsenbelüftung und Dachkanäle, die durchgehend gebogene Seitenwandverglasung sind als Meilensteine zu nennen. Eine „Revolution" im Omnibusbau brachte der Reisedoppeldecker, Neoplans „Skyliner". Auch dem Reisehochdecker verhalf Neoplan zum Durchbruch mit seinem „Cityliner". Gleichzeitig wurde 1971 die erste Auslandstochter in Frankreich gegründet. Der weiterentwickelte „Typ Hamburg" präsentierte sich 1973 auf der Frankfurter Automobilausstellung als neue Busgeneration.

Gleichzeitig mit diesem „Jetliner" wurde das erste deutsche Zweigwerk in Pilsting eingeweiht.

Ein Jahr später folgte der Sprung in einen anderen Kontinent, nach Ghana in Afrika, wo eine Fabrik nach Neoplan-Gesichtspunkten errichtet wurde.

Die Ära der Hochdecker mit tiefgelegtem Cockpit wurde 1979 mit dem „Spaceliner" eröffnet. Gleichzeitig stellten sich große Exporterfolge ein, die erste Tranche von 500 Omnibussen nach Saudi-Arabien, wie schon zuvor die gleiche Anzahl für Syrien.
Zwei Jahre später wurde der Sprung über den großen Teich nach Amerika gewagt. Eine ganz neue Dimension eröffnete sich für die Möhringer Busbauer. In Lamar im Staat Colorado wurde das fünfte Werk gebaut, das ganz prächtig floriert. Wenige Wochen vor der Jubiläumsfeier konnte in Amerika ein zweites Werk, in Honey Brook im Staat Pennsylvania, eröffnet werden. Auch für diesen Betrieb ist die nächste Jahresproduktion schon gesichert.(tt)

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