30.08.2018Alles Bauhaus oder was?

Baushaus

Das Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 soll zu einem Fest in Deutschland werden und international Aufsehen erregen. Eigens dafür wurde der länderübergreifende „Bauhaus Verbund 2019“ gegründet, in dem weitere Bundesländer mit Werken des Bauhauses vertreten sind. Als Bauhaus-Hauptstadt rückt Dessau in Sachsen-Anhalt in den Mittelpunkt.

Im kommenden Reisejahr 2019 begeht Deutschland gemeinsam mit Partnern in aller Welt das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses. 1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin geschlossen, bestand die legendäre Hochschule für Gestaltung nur ganze 14 Jahre lang. Dennoch wirkt das Bauhaus bis in die Gegenwart fort. Es gilt international als erfolgreichster kultureller Exportartikel Deutschlands des 20. Jahrhunderts. Moderne Wohnsiedlungen, innovatives Design, experimentelle Kunst, technische Neuerungen, reformierte Schulen – begleitet von einer rasant wachsenden Industrie herrschte in der Region des heutigen Sachsen-Anhalt nach dem Ersten Weltkrieg trotz politischer und wirtschaft­licher Instabilität eine enor­me Aufbruchstimmung. Es entwickelte sich eine Dynamik, die die Region in die politische, kulturelle und künstlerische Moderne katapultierte und ihre konsequente Fortsetzung schließlich im Umzug des staatlichen Bauhauses von Weimar in das anhaltische Dessau fand. Die Entwicklung in Dessau ist eines der Hauptthemen im Konzept Bauhaus100.

Dessau ist die Stadt, mit der das Bauhaus am engsten verbunden ist. Hier hat die Hochschule am längsten gewirkt und zwischen 1925 und 1932 ihre Blütezeit erlebt. Und hier haben alle drei Bauhausdirektoren, Walter Gropius, Hannes Meyer und Mies van der Rohe, gelebt und gearbeitet. Die Zeit war zugleich die Hochphase der Bauhaus-Architektur, weshalb in Dessau auch die meisten Bauhaus-Bauten zu finden sind. Das Bauhaus-Gebäude, die Meisterhäuser und die Laubenganghäuser gehören heute zum UNESCO-Welterbe. Ob das Bauhausgebäude in Dessau, die Werke von Lyonel Feininger in Halle und Quedlinburg, die Gartenstadt in Leuna oder die Siedlungsbauten in Magdeburg – Sachsen-Anhalt steht heute nicht nur für die Bauhausbewegung, sondern auch für den Aufbruch in die Moderne schlechthin. Für kultur- interessierte Gruppen gibt es also viel zu entdecken.

Das große Jubiläum wird 2019 in bester Bauhaus-Tradition gefeiert: experimentell, ideenreich, fantasievoll und vielgestaltig. Den Rahmen dafür bildet ein Jubiläumsprogramm, das dazu einlädt, die historischen Zeugnisse des Bauhauses und der Moderne ebenso neu zu entdecken wie seine Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft. In Vorbereitung auf das Bauhaus-Jubiläum hat Sachsen-Anhalt eine neue Dachkampagne entwickelt. Unter der Überschrift „Sachsen Anhalt. Hier macht das Bauhaus Schule. #moderndenken“ werden die Aktivitäten, Veranstaltungen und Events zum hundertjährigen Bauhausjubiläum in Sachsen Anhalt zusammengefasst. „Der Geist, Neues zu wagen, wirkt bis heute in Sachsen-Anhalt fort“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff bei der Vorstellung der Kampagne auf die Bauhaus-Gebäude in Dessau-Roßlau.

Die Meisterhäuser. Parallel zum Bauhausgebäude wurde Walter Gropius von der Stadt Dessau mit dem Bau von drei baugleichen Doppelhäusern für die Bauhausmeister und einem Einzelhaus für den Direktor beauftragt. Errichtet wurden sie in einem an der heutigen Ebertallee gelegenen Kiefernwäldchen. Gropius‘ Plan sah vor, das Gebäudeensemble nach dem Baukastenprinzip mit industriell vorgefertigten Teilen zu errichten. Ineinander verschachtelte, unterschiedlich hohe kubische Körper geben den Häusern ihre Gestalt. Zur Straße hin werden die Doppelhäuser von großzügig verglasten Ateliers geprägt, an den Seiten lassen Glasbänder Licht in die Treppenaufgänge. Allein das Direktorenhaus war durch asymmetrisch angeordnete Fenster gegliedert. Die hell gestrichenen Häuser sind mit großzügigen Terrassen und Balkonen versehen, auf Fenster­laibungen, an den Unterseiten der Balkone und auf den Fallrohren wurden farbige Akzente gesetzt.




 

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