26.01.2018Auf der Sonnenseite

Mohnfeld, Italien

Als „das grüne Herz Italiens“ wird Umbrien gemeinhin bezeichnet. Die Region Marken verzaubert mit wunderschönen Küstenregionen und Hügelland gleichermaßen. Und die Abruzzen zeigen nicht nur kulinarisch mit Trüffel und Co., was sie alles können. Eine kleine Rundreise durch Mittelitalien ...

Umbrien ist gekennzeichnet von Tälern, Hügeln und zum Teil sogar hochalpin anmutenden Gebirgsgegenden. Die vorherrschende Farbe dieser Region Italiens ist grün. Weite Säulen-Pappeln sowie andere Baumarten, viele Felder und Blumenanpflanzungen säumen die Gegend. Umbrien ist die einzige Region Italiens, die weder eine Landesgrenze noch eine Anbindung zu einem Meer besitzt. Ganz von Wasser abgeschlossen ist Umbrien dennoch nicht. Mit dem Trasimenischen See befindet sich hier nämlich das viertgrößte Binnengewässer Italiens. Außerdem durchquert der Tiber Umbrien. Umgeben wird diese Region im Nordwesten von der Toskana, im Süden von Latium und im Nordosten von den Marken. Knapp 30 Prozent der Fläche Umbriens ist Gebirge. Zu den höchsten Bergen zählen der Monte Coscerno, der Monte Patino und der Monte Pozzoni. Insgesamt verfügt das Gebiet über eine Fläche von rund 8.500 Quadratkilometern. Umbrien teilt sich in die Provinzen Perugia – hier liegt auch die Regionalhauptstadt Perugia – und in Terni. 

Die älteste Stadt

Die vielen kleinen italienischen Orte, die in dieser Region liegen, machen den Reiz Umbriens aus. Die Verschmelzung von Kunst und Natur lassen diese, meist mittelalterlichen Orte zu wahren Reise beziehungsweise Sehnsuchtsorten werden. So ist Gubbio beispielsweise einer dieser Orte – und gleichzeitig die älteste Stadt Umbriens. Im Mittelalter eine selbstständige Stadt, ist Gubbio heute von den engen Straßen und gotischen Bauten jener Zeit geprägt. Als besonders sehenswert gilt der „Palazzo des Consoli“. Dieses Bauwerk wurde im 14. Jahrhundert von Angelo da Orvieto nach dem Vorbild des Palastes der „Capitani del Popolo“ in Arez­zo gebaut. Besonders auffällig ist nach wie vor die extreme Hangneigung, an der das Gebäude errichtet wurde. Der Palast war das erste Gebäude dieser Stadt, das über fließendes Wasser verfügte. Der Grund hierfür war, dass der prachtvolle Brunnen im Inneren des Gebäudes mit Wasser versorgt werden sollte. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergt das Bauwerk, das über Gubbio thront, das Stadtmuseum, das in eine Gemäldegalerie, eine Keramikabteilung, eine archäologische Sammlung, eine orientalische Sammlung und eine Risogimento-Sammlung unterteilt war. Heute sind noch das archäologische Museum und die Pinakothek mit ihren Gemälden im Obergeschoss des „Palazzo des Consoli“ untergebracht. Mit einem Kombiticket, das es vor Ort zu erwerben gibt, können beide Sammlungen, die im Stadtmuseum zu finden sind, besucht werden. 

Seit dem Jahr 1981 lässt eine weitere Attraktion im Winter viele Besucher nach Gubbio kommen: der größte Weihnachtsbaum der Welt. Am Hang des Monte Ingino werden dann unzählige Lichter in Form eines Tannenbaumes entzündet. Die Wurzeln des Tannenbaumes liegen in der Nähe der Stadtmauer und die Spitze der Illumination erreicht die Basilika des Schutzheiligen Sant’Ubaldo am Gipfel des Berges. Angezündet wird der Baum jedes Jahr traditionell am 7. Dezember. Bis zum 10. Januar taucht der Weihnachtsbaum die Stadt Gubbio in eine zauberhafte Weihnachtsatmosphäre. 

Die Tourist-Card bietet Besuchern der Stadt zu einem Preis von vier Euro viele Vorteile und Vergünstigungen. Beispielsweise erhalten Besitzer der Vorteilskarte ermäßigten Eintritt in viele Museen der Stadt, einen kostenlosen Audio-Guide und vergünstigte Preise in verschiedenen Boutiquen, Restaurants und Bars.
www.comune.gubbio.pg.it

Auf den Spuren des Hl. Franz

Ein weiterer Ort, der Umbrien zu dem macht, was es ist, ist Assisi. Typisch für viele umbrische Orte liegt dieser – vor allem unter Wallfahrern beziehungsweise Pilgern bekannte Ort – auf einer kleinen Anhöhe. Die Kleinstadt ist praktisch autofrei und lädt deshalb zahlreiche Touristen zum Bummeln und Genießen ein. Bei Sonnenauf- und untergang erstrahlen die Gebäude Assisis wunderschön in dem natürlichen Rot der Steine, aus denen sie errichtet wurden. Die Häuser und Kirchen erzählen dann von der Mystik, die diese Stadt noch heute in sich trägt.

Berühmtester Sohn der Stadt ist wohl der Heilige San Francesco – im Deutschen gemeinhin auch als Franz von Assisi bekannt. Es ist deshalb naheliegend, dass sich vieles in der Stadt um den Heiligen dreht. Jährlich pilgern viele Tausende Wallfahrer in den christlichen Kultort beziehungsweise in die Basilika Assisis, um dem Schutzpatron der Stadt ihre Dankbarkeit, aber auch ihre Sorgen und Nöte darzubringen. Der Geburtsort des Franziskanerordens, das Kloster, wurde über dem Grabmal des heiligen Mannes errichtet. Bis heute bleiben die Gebäudeunterteilung und die ursprüngliche Absicht der Architekten der damaligen Zeit aber unklar. Grund hierfür ist die stilistische Diskrepanz zwischen Ober- und Unterkirche. Vermutet wird, dass die Unterkirche, in der sich die Grabstätte Franziskus’ befindet, eine reine Krypta-Funktion hat und deshalb frühchristlichen Tempeln nachempfunden ist. In der Kirche sind die verschiedenen Stationen des Lebens des heiligen Franziskus im berühmten Freskenzyklus von Giotto dargestellt. Das Fresko sollten sich nicht nur Kunstinteressierte bei einem Besuch in Assisi unbedingt anschauen.

Im Jahr 2000 wurden die gesamte Stadt Assisi und ihre Religionsstätten in die „World Heritage List“, eine Liste der Kulturschätze Italiens ausgezeichnet von der UNESCO, aufgenommen. Begründet hat die UNESCO ihre Entscheidung damit, dass Assisi trotz der vielen Jahrhunderte, von der umbrisch-römischen Entstehung über das Mittelalter bis heute, ihren Charakter behalten hätte. Viele Busunternehmen, die auf dem Weg nach Rom sind, machen mit ihren Gruppen in Assisi Halt. Deshalb sind genügend Busparkplätze und Haltemöglichkeiten am Rande der Stadt des Heiligen Franziskus vorhanden.
www.assisionline.com 




 

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