08.10.2018Auf Spurensuche in Hessen

Hessen, Regionenspecial

Die Palette der Ausflugsziele in Hessen ist riesig. Wer sich auf die Spuren vergangener Zeiten begeben möchte, der ist in Marburg und Wetzlar richtig. Neues Leben in altem Ambiente gibt es bald auf dem Römer in Frankfurt, während im Hessenpark die alte Zeit buchstäblich zum Greifen nah ist.

Aus Neu mach Alt – so geschehen in der Frankfurter Altstadt. Endlich fertiggestellt, hat sich das Dom-Römer-Projekt mit 15 schöpferischen Nachbauten von historischen Altstadthäusern und im Stil angepassten Neubauten in kürzester Zeit zum Besucher­magnet entwickelt. Doch nicht nur hier, sondern überall in Hessen begeistern Altstädte und historische Bauten die Besucher. Von der Romanik und Gotik des Mittel­alters bis hin zu Renaissance, Barock, Neuzeit und natürlich dem Jugendstil haben die hessischen Städte prächtige Stadtkerne und Bauwerke vorzuweisen.

Trotz seines jungen Alters gilt der rekonstruierte Teil der Frankfurter Altstadt bereits als historischer Stadtkern. Ergänzend zu dem bereits ab 1945 neu gestalteten Römer­berg, komplettieren die in diesem Jahr fertiggestellten 35 Neubauten des Dom-Römer-Projekts das historische Bild der Stadt. 15 Bauwerke wurden dabei in ihrer ursprüng­lichen Form rekonstruiert und spiegeln verschiedenste Epochen wider, darunter Barock, Gotik, Renaissance und Klassizismus. Um die Häuser noch authentischer zu gestalten, wurden 60 Spolien, also originale Teile der Bausubstanz, wiederverwendet. Neben den historisch anmutenden Gebäuden wurden auch die Straßenverläufe und -namen der ursprünglichen Altstadt wiederbelebt. Nun können Gäste der Stadt auf dem geschichtsträchtigen Krönungsweg zwischen Dom und Römer sowie in der Gasse „Hinter dem Lämmchen“ schlendern und die Läden und Cafés im Quartier besuchen. Das Eröffnungsfest für die Öffentlichkeit findet vom 28. bis 30. September 2018 statt, Führungen durch die neue Altstadt sind bereits buchbar.

Noch in ihrem ursprünglichen Zustand finden Besucher die historische Altstadt von Wetzlar vor. Vorbei an charmantem Fachwerk, durch Gassen aus Kopfsteinpflaster sowie über mittelalterliche Plätze führt der Weg hin zum einzigartigen Dom der Stadt. Er war Zeitzeuge fast aller baulichen Epochen des Mittelalters. Der „Dom im Dom“ ist schon von Weitem an seiner unfertigen Optik zu erkennen. Der Bau begann um das Jahr 1230 und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals unterbrochen. Dadurch vereint das imposante Bauwerk im Herzen der hessischen Stadt mehrere Stile. Das Westwerk stammt aus der Romanik, die Hallenkirche wurde im 13. Jahrhundert ergänzt und die spätgotische Westfassade wurde dem Bau um 1500 angefügt. Ganz fertig ist er jedoch bis heute nicht. Als Teil der historischen Altstadt von Wetzlar ist er umringt von mittelalterlichen Plätzen, farben­frohen Fachwerkhäusern sowie direkt an der Lahn gelegenen Barockbauten. Führungen durch Wetzlar sind in der Touristeninformation buchbar. Wer auf eigene Faust die Geschichte entdecken möchte, findet im entsprechenden Wetzlar-Guide „Historischer Rund­weg“ alles Wissenswerte.

Rathaus und Marburger Marktplatz bilden das Zentrum der mittelalter­lichen Stadt in Mittelhessen und verbinden die Gotik mit der Renaissance. Das 1527 erbaute Rathaus war den Marburger Bürgern in seiner ursprünglichen Form nicht pompös genug, weshalb rund 60 Jahre später der Glockenturm im Stil der Renaissance angebaut wurde. Die kleinen Gassen, gesäumt von Fachwerk, verleihen der Stadt ihr historisches Flair, ebenso wie die Kugel-, Elisabeth- und  Lutherkirche. Besucher schlendern durch die malerische Oberstadt, über der das Landgrafenschloss des Landgrafen Heinrich I. thront. In den letzten Jahrhunderten diente das Schloss als Gefängnis und Hessisches Staatsarchiv. Verborgene Plätze und urige Anekdoten – die Führung des Marburger Nachtwächters ist ein Geheimtipp für Geschichtsliebhaber. Mit den Jahren veränderte sich die Bauweise und entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts hin zum Jugendstil. Das hessische Zentrum des Jugendstils ist Darmstadt mit der Mathildenhöhe. Der höchste Punkt der Stadt ist im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt. Besonders markant präsentiert sich dort die Russische Kapelle mit ihrer opulenten Verzierung und dem goldenen Zwiebelturm. Im Gebäude-Ensemble findet sich auch der Hochzeitsturm, eines der größten Wahrzeichen Darmstadts, mit seinem prägnanten Dach, der auch heute noch Trauzimmer des Darmstädter Standesamts beheimatet. In der Innenstadt wurden viele historische Gebäude zerstört, darunter auch Teile des Darmstädter Residenzschlosses, welches aber wieder vollständig rekonstruiert werden konnte. Stadtführungen zum Thema Jugendstil in Darmstadt werden von Darmstadt Marketing online sowie in der Tourist-Info angeboten.

Im kommenden Jahr 2019 feiert der Bauhaus-Stil 100-jähriges Jubiläum, und auch in Frankfurt wird der Beginn der Moderne im Architektur-Museum gefeiert. Besonders prägend für das Frankfurter Stadtbild war das Bauprojekt „Das Neue Frankfurt“ aus dem Jahr 1925, das eine neue Lebens- und Wohnkultur zum Ziel hatte. So setzten Architekten neue Ansprüche an das Bauen in der Großstadt um, zum Beispiel durch die Entwicklung der berühmten „Frankfurter Küche“ nach dem Entwurf von Margarete Schütte-Lihotzky. Weitere Frankfurter Museen werden in Sonderausstellungen verschiedene Aspekte des „Neuen Frankfurts“ thema­tisieren. Beim Ausflug in den Hessenpark in Neu-Anspach im Taunus können sich Besucher auf eine echte Zeitreise begeben, denn dort werden das dörfliche und kleinstädtische Alltagsleben und die Festkultur vom 17. Jahrhundert bis in die 1980er-Jahre nachgestellt. 100 Gebäude, die aus zahlreichen Dörfern des Bundeslands stammen und im Freilichtmuseum wieder aufgebaut wurden, lassen rund 400 Jahre ländliches Leben lebendig werden. Neben historischen Häusern gibt es eine Dorfschule, Kirchen, Synagogen, Bauernhöfe und Handwerkstätten zu bestaunen, in denen sich oftmals originale Einrichtungsgegenstände finden lassen. Das Freilichtmuseum bietet unterschiedlichen Besuchergruppen vielfältige Möglichkeiten, aktiv in die Alltagskultur vergangener Zeiten einzutauchen. Gelegenheit dazu bieten die öffentlichen Vorführungen im Bereich Handwerk oder auch die buchbaren museumspä­dagogischen Führungen und Projekte, beispielsweise in der Seilerei, Schmiede oder Wagnerei, bei denen Besucher handwerklich selbst in Aktion treten können. Bei Vorführungen sehen die Gäste des Hessenparks, wie die Menschen gelebt und gearbeitet haben, oder können einen historischen Markt besuchen. Zu Erlebnissen für die ganze Familie laden besonders die Themenmärkte wie der „Pflanzenmarkt“, der „Bauernmarkt“ sowie der „Adventsmarkt“ ein. Der Hessen­park hat in den Wintermonaten an Wochenenden von 10 bis 17 Uhr geöffnet, ab März 2019 dann von 9 bis 18 Uhr. www.hessenpark.de

(js)



 

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