Busmarkt am Ende der Talfahrt?

Wenn man Omnibusunternehmer über ihre Bus-Käufe in den letzten zwölf bis fünfzehn Monaten erzählen hört, gewinnt man den Eindruck, die deutsche Omnibusindustrie ist der Weihnachtsmann. Aus seinem mit Fahrzeugen wohlgefüllten Sack scheint er die Busse über Gute und Böse, Gerechte und Ungerechte geschüttet zu haben - zu Konditionen, die „märchenhaft" sind.

Auch wenn vieles, was über Rabatte, Zugeständnisse und Zahlungsziele berichtet wird, wirklich ins Reich des Märchens gehört, bleibt doch als Kern, daß mancher Bus zu abenteuerlichen Bedingungen den Besitzer gewechselt hat.

Nun kann man sich als Omnibusunternehmer selbstverständlich um so mehr darüber freuen, je mehr Rabatt man beim Neukauf eines Fahrzeugs herausholt, je günstiger die Bedingungen (Zahlungsziel und Gebrauchtwagenpreis) sind. Das ist auf die Dauer aber kurzsichtig. Denn einmal braucht die Industrie das Geld zur Investition, zur Entwicklung neuer Konzepte, zur Verbesserung der Produkte. Und hier kann sich der Omnibusunternehmer in seinem wohlverstandenen eigenen Interesse einen Stillstand oder gar Rückschritt nicht leisten. Zum anderen aber schaffen diese sogenannten „günstigen Konditionen" für den Omnibusunternehmer nur neue Konkurrenz, indem sie dem Newcomer den Aufbau seines Geschäfts zu Dumping-Preisen wesentlich erleichtern bzw. auf der anderen Seite kranke Unternehmen über Gebühr am Leben erhalten. Und dieser Kreislauf setzt sich fort: Die kranken Busbetriebe bieten am Markt schlechte Leistung an, die das Image des Verkehrsmittels Omnibus verschlechtert. Ganz zu schweigen in diesem Zusammenhang davon, daß das ständige Unterbieten des Wettbewerbers dadurch gefördert wird.(tt)

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