JAHRE OMNIBUSREVUE Einbruch der deutschen Omnibusindustrie

Den Einbruch, den die deutsche Omnibusindustrie 1981 erlebt hat, kann man sich dramatischer kaum vorstellen. Sind die Zulassungszahlen in der Bundesrepublik seit Mitte der fünfziger Jahre Jahr für Jahr kontinuierlich gestiegen, und hatten mit 6508 Neuzulassungen 1980 einen absoluten Höhepunkt erreicht, so ist die Zahl neu in den Verkehr der Bundesrepublik gekommener Omnibusse im Jahr 1981 mit 5314 in etwa auf die Zulassungszahl des Jahres 1970 mit 5219 Fahrzeugen gesunken.

Die Gründe dafür sind auch in dieser Zeitschrift schon vielfach erläutert worden. Stichworte, wie allgemeine Konjunkturschwäche, Hochzinspolitik, hervorragender neuer Fahrzeugbestand in den Fuhrparks und starke Ausweitung der Kapazitäten der Industrie in den letzten Jahren, gehören hierher.

Zu der Schwäche des Inlandsmarktes kam 1981 bereits eine deutlich spürbare Abschwächung des Exportes. Darüber täuscht auch nicht hinweg, daß die Exportquote prozentual stark zugenommen hat und bei einzelnen Herstellern die Marke von 65 oder gar 70 Prozent erreichte. Insgesamt nämlich wurde die Produktion zurückgefahren. Und im Export lediglich ein relativer Ausgleich für das in den Keller gesunkene Inlandsgeschäft gefunden. Aber auch im Export floriert das Geschäft nicht mehr so. Das liegt zum einen daran, daß auch die Ölländer in Nahost nicht mehr in dem großen Stil einkaufen wie in den vergangenen knapp zehn Jahren, zum anderen daran, daß die wirtschaftliche Flaute eben doch über das Hausgemachte hinaus weltweit die Szene beherrscht. Und auch beim Omnibus macht sich die japanische Konkurrenz auf dem Weltmarkt bemerkbar. Betrachtet man den Inlandsmarkt genauer, dann muß man feststellen, daß vor allem der Bereich der Linienbusse die Zulassungszahlen und das Geschäftsergebnis der Omnibusindustrie negativ beeinflußt. Darauf wies Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzender Gerhard Prinz in der Bilanz-Pressekonferenz ebenso hin wie MAN-Nutzfahrzeugchef Wilfried Lochte in seinem Interview in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift. Und eine Erholung des VÖV-Marktes ist nicht in Sicht, es sei denn, Vater Staat entschließt sich zur Investitionshilfe für das rollende Material. Doch daran kann zu sein. Es kann eigentlich nur noch besser werden. Erste Anzeichen machen sich auch bemerkbar, wie von fast allen Herstellern zu hören ist. Kässbohrer, MAN, Neoplan und die Aufbautenhersteller melden ein Zulassungsplus im Inland. Ein ganz klein bißchen Hoffnung scheint gerechtfertigt. (tt)

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