27.07.2017Der Moneymaker

Mercedes-Benz Tourismo

Der neue Mercedes-Benz Tourismo löst einen Bus ab, der zu den erfolgreichsten Fahrzeugen seiner Klasse zählt. Es ist kein leichtes Erbe, doch die neue Generation ist ein gelungener Wurf – und mehr noch, sie wird richtungsweisend sein. Lesen Sie heute schon, was Sie auf der Busworld in Kortrijk dann selbst erfahren können.

Wenn in diesen Tagen die Serienproduktion des neuen Tourismo RHD anläuft, dann ist es die nahtlose Fortsetzung einer beispiellosen Story. Seit 1994 der erste RHD das Licht der Buswelt erblickte, haben 26.000 Fahrzeuge die Werkshallen verlassen, von der letzten, aktuellen Generation wurden mehr als 10.000 Exemplare gebaut. Zahlreiche Längen- und Ausstattungsvarianten ließen den Bus zu einem Allrounder werden, der wirtschaftlich dem Wettbewerb sprichwörtlich um die Ohren fährt. Dazu kamen ständige Verbesserungen und Aufwertungen, im Zuge der Euro 6-Umstellung hielten moderne Aggregate und erste wichtige Sicherheitsfeatures Einzug. Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Neue, strengere Richtlinien – auch in Sachen Sicherheit – fordern immer neue Anstrengungen der Entwickler, um den Anschluss nicht zu verlieren. So verlangt die neue Umsturzrichtlinie ECE R66.02, die den Überlebensraum der Fahrgäste im Fall eines seitlichen Umsturzes definiert, in der Regel umfangreiche Eingriffe in die Gerippestruktur des Busses. Im Fall des Tourismo bedeutet das: Das komplette Gerippe wurde neu konstruiert und ist in Ringspantentechnik ausgeführt. Gleichzeitig verringerte sich das Fahrzeuggewicht um insgesamt 200 Kilogramm. Möglich wurde das unter anderem durch eine spezielle Konstruktionsweise des selbsttragenden Gerippes: Die Knotenelemente wurden erneuert, die Säulenquerschnitte optimiert, was nicht nur das Gewicht senkt, sondern zugleich die Festigkeit erhöht. Der Tourismo RHD ist in der Höhe gewachsen, er misst nun 3,68 Meter. Der Höhenzuwachs resultiert aus einem neuen Grundrahmen, dürfte sich aber immer noch in einem Bushallen-verträglichen Rahmen bewegen. Netter Nebeneffekt: Das Kofferraumvolumen wuchs bei allen Versionen um einige hundert Liter an. Endlich auch beim Tourismo Einzug gehalten hat nun der von den Setra-Reisebussen und dem Travego bekannte Front Collision Guard FCG. Er sorgt im Falle eines Aufpralls für mehr Überlebensraum von Fahrer und Beifahrer und absorbiert einen großen Teil der Aufprallenergie.

Optisch wurde der Tourismo zwar behutsam angefasst. Das Ergebnis ist trotzdem markant. Mehr als deutlich wird die neue Formsprache an der Front, deren Scheinwerfer, die von den Schwer-Lkw des Konzerns stammen, moderne Zeiten einläuten. Die bisher sehr flache, einfache Front wirkt jetzt kraftvoll, fast bullig, so, als würde ein noch schüchterner Jüngling seine Brust voller Stolz herausstrecken und das Ganze mit einem leichten Lächeln garnieren. Gleich zwei Sterne zieren den Bug, einer in Form einer kleinen Plakette direkt unter der Windschutzscheibe und dann ein großer in der Bugmaskenmitte, hinter ihm versteckt sich der Radarsensor. Die neuen Spiegelarme strecken sich weit nach vorn, direkt dahinter schließt sich in Form einer Schwinge ein sogenanntes Charakterelement an, welches dem Bus eine einfache Erkennbarkeit auch aus der Ferne garantieren soll. Geradlinig geht es an der Seite bis zum Heck, welches die wohl markanteste Neugestaltung des Busses darstellt. Hier setzt der Designer auf das von der ComfortClass 500 bekannte rechts angebrachte Entlüftungsgitter sowie auf klare, leicht schräg nach oben verlaufende Linien. Die Abrisskante wurde neu gestaltet, was die Verwirbelungen und damit die Verschmutzung am Heck minimiert. Insgesamt bleibt der Tourismo seiner betont unauffälligen Erscheinung treu und wird doch sicherlich auch gerade deswegen seinen beispiellosen Erfolgszug fortsetzen. Den Fortschritt markieren, ohne den aktuellen Tourismo alt aussehen zu lassen, das ist gelungen und wichtig, denn auch die „bewährte“ Baureihe soll noch eine Weile parallel produziert werden. Das gilt erst recht für Spezialanwendungen wie den kurzen Tourismo K oder den Kombi RH.  Die neue Baureihe besteht aus vier Modellen in drei Längen. Da gibt es den Tourismo RHD in einer Länge von 12.295 mm, den ebenfalls zweiachsigen Tourismo M2 in einer Länge von 13.115 mm mit einem sehr großen Kofferraumvolumen von 12,1 Kubikmetern. Die beiden Dreiachser teilen sich die Längen 13.115 mm als Version RHD M, der zwar nur 9,9 Kubikmeter Kofferraumvolumen, dafür aber hohe Gewichtsreserven bietet, sowie als Version RHD L, der bei einer Länge von 13.935 mm die Vorteile hohe Sitzplatzanzahl, hohe Gewichtsreserven und großer Kofferraum auf sich vereint.


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