Der konkrete Fall vor Ort

Citea SLFA Electric_Eindhoven

Im konkreten Fall sieht man interessanterweise auch, dass ein Schnellladen direkt an der Strecke, an Wendepunkten beispielsweise, keinen Sinn machen würde, da die meisten dieser Linien hochfrequent befahren werden, zusätzliche Busse wären also auf jeden Fall notwendig. Die Batterien der Fahrzeuge besitzen eine Kapazität von 180 kWh. Tatsächlich genutzt werden davon aber im Sinne einer längeren Lebensdauer, die etwa sieben Jahre betragen dürfte, nur 140 kWh. Wären größere Batterien eine Lösung? Nicht unbedingt, denn dadurch würde sich zwar die Reichweite erhöhen, aber eben auch das Fahrzeuggewicht, was zulasten der Fahrgastkapazität gehen würde.

Mehr Busse bedeutet aber auch Mehrkosten. Die fallen zusätzlich zu den ohnehin höheren Fahrzeugkosten an. Rechnet sich das alles eigentlich? Auf den ersten Blick und die TCO bezogen, möglicherweise nicht. Im besten Fall und unter Berücksichtigung der Förderungen hat man ein Nullsummen-Geschäft. Bezieht man allerdings Verbrauchs- und Umweltaspekte in die Gleichung mit ein, geht die Rechnung auf. Zusätzlich will Hermes von steigenden Fahrgastzahlen profitieren. Auch das könnte klappen, bereits heute hat sich die Fahrgastzahl um drei Prozent erhöht. Erreicht wird das zum einen durch einen sehr engen Takt, zum anderen durch eine hohe Fahrzeugqualität und mehr Komfort, wozu beispielsweise eine kostenlose WLAN-Bereitstellung an Bord gehört. Eine wichtige Rolle in Sachen Wirtschaftlichkeit spielt zudem die parallele Nutzung existierender Diesel-Busse für vier Jahre. Die Region Eindhoven hat es sich zum Ziel gesetzt, bis Anfang 2025 den ÖPNV komplett auf Null-Emissions-Antriebe umzustellen. Das übrigens bedeutet nicht zwingend den alleinigen Einsatz von Batterie-Bussen. Hier wird vielmehr ein gesunder Mix unterschiedlicher Antriebskonzepte erwogen. Einfache Lösungen wird es nicht geben. Und der Lernprozess ist noch lange nicht am Ende. Insgesamt jedoch ist es faszinierend, zu sehen, wie reibungslos das Projekt Eindhoven in dieser Dimension funktioniert. Das macht Mut, ist es doch eine der besten Möglichkeiten, aktiv die ÖPNV-Zukunft zu gestalten. (sab)


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