21.12.2018Kulturelle Streifzüge im Osten

Schmuckstücke des Ostens, Regionenspecial

Von Picasso bis Asisi, von der Renaissance bis zum Bauhaus, von der mitreißenden Revue bis zur kulinarischen Kunstführung – ein Streifzug durch den Osten Deutschlands erschließt überraschende Kulturerlebnisse für jeden Geschmack.

Giganten der Renaissance. Die Fresken von Michelangelo aus der Sixtinischen Kapelle bestaunen, am Abendmahltisch von da Vinci stehen oder Raffaels Madonnen in die Augen schauen – das alles können Besucher 2019 im Kunstkraftwerk Leipzig. Die innovative Video- und Klanginstallation „Giganten der Renaissance. Leonardo da Vinci – Raffael – Michelangelo“, die ab dem 19. Januar erstmals in Deutschland zu sehen ist, erzählt auf bewegte wie bewegende Weise von den wichtigsten Werken und Lebensstationen der drei Universalgenies der Hochrenaissance und bietet einen ganz neuen Blick auf die Alten Meister. Auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern kann sich das Publikum digital und interaktiv in die welt­bekannten Kunstwerke vertiefen. Mit der Darstellung zahlreicher Arbeiten werden Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael nicht nur als Künstler, sondern auch als Architekten, Wissenschaftler und Erfinder gewürdigt. Ähnlich wie in den berühmten Steinbrüchen der Carrières de Lumières in Südfrankreich, wo die Installation uraufgeführt wurde, spielt das Ambiente auch in Leipzig eine große Rolle: Die Kunst tritt in spannungsvollen Kontrast zu der Industriehalle – einem ehemaligen Kraftwerk, zugleich verschmilzt sie mit ihr und dem Publi­kum. Die Bilder wachsen in riesiger Auflösung an den bis zu acht Meter hohen Wänden und Säulen empor, die Besucher werden Teil der Kunst. www.kunstkraftwerk-leipzig.com

Picasso. Das späte Werk. Das Kunstmuseum Barberini in Potsdam zeigt vom 9. März bis 16. Juni 2019 das späte Werk Picassos aus der Sammlung Jacqueline Picasso. Pablo Picasso (1881–1973) gilt als Erneuerer der Kunst im 20. Jahrhundert. In Malerei, Skulptur, Grafik und Keramik hat er neue Maßstäbe gesetzt. Weniger bekannt ist sein Schaffen aus den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens, als Picasso von seiner Frau Jacqueline mehr Bildnisse schuf als je zuvor von einem anderen Modell. Das späte Werk zeigt, wie Picasso auch in seinen letzten Schaffensjahren innovativ blieb. Alle Leihgaben stammen aus der Sammlung Jacqueline Picasso, ihre Tochter Catherine Hutin stellt diese bislang kaum öffentlich gezeigte Sammlung für die Ausstellung im Museum Barberini zur Verfügung. In der von Bernardo Laniado-Romero getroffenen Auswahl befinden sich zahlreiche Werke, die erstmalig in Deutschland gezeigt werden, sowie einige, die zum ersten Mal in einem Museum präsentiert werden. www.museum-barberini.com

Schaudepot der Kunsthalle Rostock fertiggestellt. Im Oktober 2018 ist das Schaudepot der Rostocker Kunsthalle nach rund anderthalb Jahren Bauzeit fertiggestellt worden. In dem 1.100 Quadratmeter großen Gebäude werden zukünftig Plastiken, Gemälde und Grafiken gelagert, für die in der Kunsthalle zunehmend der Platz fehlt. Im Unterschied zu anderen Kunstdepots ist das Rostocker Schaudepot nicht bloß Lager, sondern Ausstellungsraum zugleich. Aufgrund höchster technischer Standards herrschen in dem zweistöckigen Gebäude konstante klimatische Bedingungen, die die Lagerung und Präsentation erst ermöglichen. Durch die verglaste Fassade mit eingebauten LED-Lichtleisten, die den Neubau in der Dunkelheit bunt leuchten lassen, wirkt das Bauwerk selbst wie ein Ausstellungsobjekt. Anfang 2019 soll das Schaudepot vollständig mit den Werken der Kunsthalle Rostock gefüllt sein. Das renommierte Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ hat das Fünf-Millionen-Euro-Projekt in Rostock mit insgesamt vier Millionen Euro gefördert. www.kunsthallerostock.de

Der Form halber. Zeitlos, sachlich, funktional: Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum im kommenden Jahr präsentieren die Thüringer Porzellanwelten Leuchtenburg vom 1. April bis zum 31. Oktober 2019 die große Sonderausstellung „Die neue Formenwelt – Design des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung Högermann“. Die außergewöhnliche Schau zeigt Porzellandesign aus der Bauhauszeit sowie Bauhaus-inspiriertes Porzellan der Nachkriegszeit. Im Zen­trum stehen Spitzenstücke der „Guten Form“, ihre Designer und außergewöhn­liche Geschichten. Die Präsentation umfasst bislang noch nie gezeigte Design-Highlights aus der Sammlung Högermann sowie Ikonen des Produktdesigns. www.leuchtenburg.de

Herzstück der Weimarer Klassik. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek gehört seit dem 18. Jahr­hundert zu den bekanntesten Bibliotheken in Deutschland. Den Ruhm verdankt sie ihren fürstlichen Förderern Wilhelm Ernst, Anna Amalia und Carl August ebenso wie ihren Bibliothekaren, unter denen Johann Wolfgang von Goethe der bedeutendste war. Durch den verheerenden Brand vom 2. September 2004 ist die Bibliothek ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Der Brand hat das Bibliotheksgebäude, das Grüne Schloss mit dem Rokoko­saal, stark in Mitleidenschaft gezogen und zur Vernichtung von 35 Kunstwerken, 50.000 Büchern und vielen Musikalien geführt sowie weitere 62.000 Bände zum Teil schwer beschädigt. Am 24. Oktober 2007 wurde die Bibliothek nach der Restaurierung, die von vielen Spendern unterstützt wurde, wiedereröffnet. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist eine öffentlich zugängliche Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte mit Schwerpunkt auf der deutschen Literatur der Zeit um 1800. Insgesamt gehören eine Million Einheiten zum Bibliotheksbestand. Der Eintritt für Gruppen ist nur mit Anmeldung möglich. Das Gebäude ist weitgehend barrierefrei. www.weimar.de

Sinnlicher Spaziergang – eine kulinarische Führung durch die Begleitausstellung und das Panorama „Dresden im Barock“. Bei einem Glas Sekt werden die Besucher in der barocken Residenzstadt Dresden begrüßt. Auf ihrem Weg durch die Ausstellung werden sie mit süßen Früchten verwöhnt und mit kleinen Aktionen überrascht. Die Teilnehmer erleben barocke Hofhaltung und höfische Festkultur, sie schlendern über die Dresdner Plätze, vorbei an den imposanten Stadtkirchen, und erfahren mehr über die Bürger und ihr Leben in der Residenzstadt Dresden. Anschließend genießen die Gäste, ausgerüstet mit einem Fernglas, die spektakuläre Aussicht auf das barocke Dresden in Yadegar Asisis 360-Grad-Panorama. Anmeldungen für Gruppen sind sogar noch bis zum Vortag möglich. www.panometer.de 

VIVID Grandshow. Tradition und Aufbruch. Struktur und Freiheit. Schwarzweiß und Farbenpracht. Alles hat seine Faszination. Die Sphäre der Androidin R’eye ist geprägt von Fremdsteuerung und klaren Mustern. Doch dann, eine leise Intuition, und plötzlich tanzt sie aus der Reihe. Mit den staunenden Augen eines Kindes sieht sie die Welt neu, die überwältigende Schönheit der Dinge, die wir oft übersehen. Die neue Revue im Berliner Friedrichstadt-Palast bietet den Besuchern eine hypersinnliche Suche in Bildern faszinierender Ordnung und gleißender Vielfalt. Vivid versteht sich als eine Liebeserklärung an das Leben mit über 100 Künstlern auf der größten Theaterbühne der Welt. Zwölf Millionen Euro Produktionsbudget schaffen fantastische Kostüm- und Bühnenbilder in beispiellosen Dimensionen, ein moderner Beweis für strahlendes Entertainment. Denn Revueshows sind keine Musicals, der innere Zusammenhang basiert vornehmlich auf einer bildlichen, nicht textlichen Erzählweise, darauf legen die Macher des Friedrichstadt-Palasts Wert. Insgesamt sind 176 Vorführungen noch bis 6. Juli 2018 buchbar. Für Gruppen wird eine rechtzeitige Reservierung empfohlen. www.palast.berlin

(js)



 

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