Neues O-Bahn-System revolutioniert Personenverkehr

Was Daimler-Benz auf der Hannover Messe in Halle 7, dem „Innovationsmarkt" ausstellte, war nicht irgendein neuer Vorschlag zur Rationalisierung und Leistungssteigerung im öffentlichen Personenverkehr, sondern schlichtweg eine Sensation.

In den nächsten Jahren wird dieses neue O-Bahn-Konzept die Köpfe der Fachleute im öffentlichen Personennahverkehr rauchen lassen, denn man wird sehr schnell feststellen, daß dieses O-Bahn-Konzept auf der Basis serienmäßiger Omnibusbauelemente eine geradezu unglaubliche Anzahl von Vorteilen gegenüber den bisherigen Personennahverkehrssystemen aus Schienen- und Straßenfahrzeugen hat.

Das O-Bahn-System besteht aus der Fahrzeugfamilie Omnibus plus Gelenkbus plus Doppelgelenkbus und Gelenkzug. Mit den bekannten Spurführungssystemen und verschiedenen, von der Firma Züblin entwickelten Fahrbahnelementen für aufgeständerte, ebene und Untergrundfahrbahnen ergibt sich ein O-Bahn-Baukastensystem, das mit verschiedenen Antriebssystemen, aber gleichen Fahrzeugelementen sowohl im Straßenverkehr, im spurgeführten Betrieb, im Zug und bei Einsatz unterschiedlicher Fahrzeuggrößen bis hin zum vollautomatischen Betrieb eingesetzt werden kann.

Damit wird ein Angebotsspektrum möglich, das vom heutigen Dieselbus auf öffentlicher Straße, über den nur auf Teilstrecken spurgeführten Bus bis hin zum vollautomatischen Fahrzeugzug hoher Kapazität auf durchgehend eigener Trasse reicht. Der besondere Vorteil liegt bei einem stufenweisen Ausbau, bei dem jede Zwischenstufe, die je nach verkehrlichen Anforderungen und finanziellen Möglichkeiten gewählt werden kann, unmittelbar verkehrlichen Nutzen erbringt. Die vorläufig letzte abgeschlossene Entwicklungsstufe verkehrt bereits seit Herbst 1980 im planmäßigen Linienverkehr der Stadt Essen mit 21 Mercedes Benz-Schubgelenkbussen mit mechanischer Spurregelung. Das in Hannover gezeigte neue Großraumfahrzeug ist ein Doppelgelenkbus für Zweirichtungsbetrieb und für den Einsatz auf reinen Spurführungsstrecken. Das vierachsige und 24 m lange Fahrzeug bietet rund 240 Personen Platz und ist - allerdings nur für die Erprobung - mit zwei Elektromotoren von jeweils 250 kW Leistung ausgerüstet. Die Energieversorgung geschieht durch zwei Stromabnehmer auf dem Fahrzeugdach und Erdschleifer an den Achsen. Wenn man so will, ist hiermit der klassischen Straßenbahn ein gefährlicher Konkurrent entstanden.(tt)

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