30.08.2019Neues von Theodor

Das Programm Fontane.200 erschließt die landschaftlichen Schönheiten Brandenburgs und macht deutlich, dass auch das weite Land viel Kulturelles zu bieten hat. Zudem kommen aktive Gruppen bei Radtouren und Wanderungen zum Thema Fontane voll auf ihre Kosten. Potsdam bastelt derweil an einem Ausstellungshighlight für das Reisejahr 2020.

Auf Fontanes Spuren im Havelland. Wer Natur sucht und nicht auf Kultur verzichten möchte, ist im Havelland genau richtig. Die Havel gleicht an vielen Stellen einer Seenlandschaft, auf der Flöße, Hausboote oder Kanus sanft durchs Wasser gleiten. Von Potsdam ist der idyllisch gelegene Ort Caputh nur rund zehn Minuten entfernt. Hier kreuzte einst schon der Physiker Albert Einstein mit seiner Jolle, ebenso verbrachte der Dichter Theodor Fontane einige Zeit in der Region. Das 1317 erstmals erwähnte Caputh, das sich über mehrere Kilometer am Ufer der Havel entlang schlängelt, wurde vor allem durch das Schloss und Einsteins Sommer­idyll bekannt. In der abwechslungsreichen Landschaft mit seinen Buchenwäldern und den Wasser­flächen des Schwielow- und Templinersees fanden seit jeher Künstler die nötige Ruhe und Inspi­ration für ihre Arbeit. So auch Theodor Fontane, der sich hier im Sommer 1869 den lang gehegten Wunsch einer Segelpartie erfüllte.

In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ hat er Caputh ein ganzes Kapitel gewidmet. Zu seiner Zeit war der Ort ein bedeutender Handelsplatz für Ziegelsteine. An vielen Orten am Schwielowsee waren Ziegeleien zu finden, in denen Millionen von Steinen für das unermüdliche Wachsen der Stadt Berlin gebrannt wurden. Und die Männer des Ortes setzten auf den Bau von Lastkränen, um diese dorthin zu transportieren. Für Fontane war Caputh deshalb „das Chicago am Schwielowsee“. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Caputh hat sich zu einem beliebten Wohnort entwickelt und setzt auf den Tourismus. Im Zentrum steht das Schloss in der Ortsmitte, erbaut 1662 nach holländischem Vorbild. Es zählt zu den ältesten im Land Brandenburg. Fontane hat es in seinen Wanderungen durch das Havelland ausführlich beschrieben und war besonders beeindruckt von den Deckengemälden.

Am nördlichen Schwielowsee liegt Baumgartenbrück, wo Fontane ebenso Station machte und dem Ort ein eigenes Kapitel widmete. „Es ist eine ,Brühlsche Terrasse‘ am Schwielow-See … Man sitzt wie auf dem Balkon eines Hauses“, schrieb er. In der Tat kann man es in dem idyllischen Biergarten unter schattigen Bäumen gut aushalten. Wer sich für Handwerk interessiert, sollte anschließend unbedingt Station an der Handweberei in Geltow machen, der wohl ältesten Manufaktur ihrer Art in Deutschland. Hier kann man mit ein bisschen Glück Weberin Petra Steinfurth bei der Arbeit über die Schulter schauen oder im Garten einfach bei einer Tasse Kaffee ein Stück Kuchen genießen. Am westlichen Ufer des Schwielowsees liegt Petzow. Fontane verglich die Lage des Ortes mit Sanssouci. Und weil Fontane „hier so gut wie an jedem Grashalm gestanden hat“, bietet der Heimatverein im Fontane­jahr „Wanderungen zu Fontane“. 

In Ribbeck war Fontane nie, obwohl der Ort durch ein Gedicht von ihm, das von einem Birnbaum handelt, weltberühmt wurde. Die Rede ist von Ribbeck im Havelland. Seit Generationen gehört das Gedicht des Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland zum Schulstoff. In dem Dorf dreht sich heute noch immer sehr vieles um die Birne, das Gedicht und damit auch um Fontane. Im Mittelpunkt von Ribbeck steht das imposante und im neobarocken Stil erbaute Schloss. Unter anderem machen dort die Havelländischen Musikfestspiele regelmäßig Station. Nur wenige Meter vom Schloss entfernt liegt der Birnengarten von Ribbeck. Er wurde 2006 im Rahmen der Landesgartenschau angelegt. In diesem urwüchsigen Garten wachsen Sorten, die so ungewöhnliche Namen tragen wie Kongressbirne, Schweizer Wasserbirne oder Petersbirne. Noch mehr über die Birne und natürlich den Ort Ribbeck erfährt man während der szenischen Führung „Von Birnen und Menschen“. www.theaterderfrische.de




 

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