11.03.2019Rekordjahr für die Reisebranche

Die Deutschen sind in bester Reiselaune. Die Gesamtausgaben für Urlaubs- und Privatreisen stiegen 2018 nach einem bereits wachstumsstarken Vorjahr erneut um fünf Prozent an, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte.

Insgesamt 67,9 Milliarden Euro haben die Deutschen im Reisejahr 2018 für pauschal als auch individuell vorab gebuchte Urlaubs- und Privatreisen ab einer Übernachtung ausgegeben. Das entspricht Mehrausgaben in Höhe von 3,3 Milliarden Euro beziehungsweise einer Steigerung zum Vorjahr von fünf Prozent. Inklusive der Ausgaben vor Ort am Urlaubsziel summieren sich die Gesamtausgaben sogar auf 95,6 Milliarden Euro, wie die GfK für ihren Mobilitätsmonitor anlässlich der ITB 2019 ermittelt hat.

Die Zuwächse bei den privaten Konsumausgaben sind damit im vergangenen Jahr zu einem außerordentlichen Anteil in den Reisemarkt geflossen. Die Deutschen sind vor allem häufiger verreist, im Schnitt drei Mal im Jahr (+drei Prozent). Dazu hat auch das ausnehmend schöne Sommerwetter in Deutschland beigetragen. Die Kurzreisen in Deutschland haben auf Basis Ausgaben um sechs Prozent zugenommen.

Starkes Wachstum bei den Veranstalterreisen

36 Milliarden Euro der Reiseausgaben gesamt entfielen auf die pauschal oder in Bausteinen organisierte Veranstalterreise, die im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zulegen konnte. Die Reiseausgaben für individuell organisierte Urlaubs- und Privatreisen wuchsen hingegen um lediglich drei Prozent.

Das überdurchschnittliche Wachstum bei den Veranstalterreisen ist vor allem den wieder stark anziehenden Reisebuchungen für Badeferien in der Türkei, in Ägypten und Tunesien geschuldet. Diese Reiseziele werden zu einem hohen Anteil „pauschal“ gebucht. Bei den Pauschalreisen ist der Badeurlaub mit einem Plus von 18 Prozent daher besonders stark gewachsen. Mit jeweils zweistelligem Wachstum haben auch pauschal organisierte Städtereisen und die Kreuzfahrten zur guten Entwicklung im Veranstaltermarkt beigetragen.

Wachstumstreiber Online-Buchungen

Mit Zuwachs von 16 Prozent legten online gebuchte Urlaubsreisen weiterhin dynamisch zu. Damit stieg der Online-Anteil bei der pauschal oder in Bausteinen organisierten Veranstalterreise von 32 auf knapp 35 Prozent.

Im individuell organisierten Reisemarkt wird über die Hälfte der Reiseleistungen bereits online gebucht. Auch hier wuchsen Online-Buchungen im zweistelligen Bereich.

Ausblick Sommer 2019

Für den kommenden Sommerurlaub 2019 weist die Türkei zum aktuellen Buchungsstand im Reisevertrieb das größte Wachstum auf (in Umsatz: +58,0 Prozent). Damit ist das einst und nun wieder so beliebte Urlaubsland zurück auf der touristischen Landkarte. Lediglich Griechenland ist zum jetzigen Zeitpunkt als Sommerreiseziel noch bedeutender, muss mit dem starken Comeback der Türkei aber Umsatzeinbußen einstecken. Insgesamt weisen die Urlaubsländer im östlichen Mittelmeer im Reisevertrieb aktuell ein Umsatzwachstum in Höhe von neun Prozent auf. Die Reiseländer im westlichen Mittelmeer geben hingegen im zweistelligen Prozentbereich nach. Mallorca bleibt jedoch auf der Basis von Urlaubsregionen, nicht -ländern, eines der meistgebuchten Sommerreiseziele.

Die kommende Sommersaison 2019 muss sich allerdings gegen eine extrem starke Vorjahressaison behaupten, die zu diesem Zeitpunkt 2018 Zuwächse von 18 Prozent aufwies. "Auch, wenn der Sommer 2019 noch nicht ganz so stark gebucht ist wie der Vorjahressommer, gehen wir derzeit von einer anhaltend guten Entwicklung bei der Urlaubsnachfrage im deutschen Markt aus", sagt Roland Gaßner, Tourismusexperte bei der GfK. (mp)



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