08.01.2015Dauerläufer Cityliner

Dieser Bus zählt nach wie vor zu den schönsten Reisebussen: Als im Juli 2006 der aktuelle Cityliner das Licht der Öffentlichkeit erblickte, bedeutete das zugleich eine Sternstunde im Bus-Design. Interessanterweise hat das Fahrzeug auch acht Jahre später nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Gilt das aber auch für die Technik?

Es regnet an diesem Oktobertag. Kein schönes Wetter, um einen Bus zu testen und anschließend in strahlendem Licht erscheinen zu lassen – zumindest, solange es der entsprechende Bus auch verdient hat. Doch die Omnibusbranche muss bei jedem Wetter raus, und ja, dem Testredakteur macht Regen eigentlich viel mehr Freude, denn da zeigt sich, ob ein Bus ein Schönwetterauto ist oder eben nicht. Einziger Wehrmutstropfen – es stürmt auch noch heftig und die heftigen Winde zerstören auf der Autobahn jegliche Hoffnung, kraftstoffsparend unterwegs sein zu können. Entsprechend gelang es auch nicht, unter 21 Liter/100 Kilometer zu kommen. Das kann auch ein Cityliner deutlich besser, die 19-Liter-Marke wird von vielen Neoplan-Fahrern durchaus als realistisch eingeschätzt. Ein halbwegs objektiver Vergleich mit seinen Konkurrenten verbietet sich deswegen, lediglich subjektiv bleibt der Eindruck, dass der Cityliner des Jahres 2014 noch nicht sein gesamtes Potenzial ausschöpft.

Der Grund für diese Annahme liegt zum einen in den Verbrauchsmessungen während der Stadt- und Landstraßen-Etappen, bei denen sich der Bus trotz flüssigem Durchkommen eher durchschnittlich schlug, und auf der anderen Seite in der Tatsache, dass bei der Umstellung in Richtung Euro 6-Abgasnorm noch nicht das ganze Potenzial – sowohl antriebsseitig, als auch komponentenseitig ausgeschöpft wurde. Wo also andere Hersteller noch einmal die Regler kräftig verstellen in Sachen Windwiderstand und Optimierung aller Nebenaggregate, begnügt sich der Cityliner mit einer Aufrüstung der Abgasanlage. Immerhin war der Bus knapp einen Liter sparsamer unterwegs, als noch im Jahr 2007 auf der identischen Teststrecke, zumal dort besseres Wetter herrschte. Noch weniger übrigens müsste der Bus verbrauchen, wenn er den sogenannten topografiebasierten Tempomaten, Neoplan nennt ihn „Efficient Cruise", an Bord hat. Dann werden Berg- und Talfahrten erkannt und die Schaltvorgänge entsprechend angepasst. Im Testbus war dieses System leider nicht verbaut. Gerne hätte unser Testredakteur das System mit dem bereits aus der Praxis bekannten PPC von Daimler verglichen.

Dass die Einhaltung der Euro 6-Norm nicht zum Nulltarif zu bekommen ist, dürfte klar sein. Im konkreten Fall jedoch bedeutet das nicht nur weniger Schadstoffe sondern auch mehr Gewicht. Satte 170 Kilogramm Mehrgewicht kostet die Sauber-Technik. Das ergibt beim Zweiachser ein stattliches Leergewicht von knapp 14.300 Kilogramm. Zur Veranschauung: Ein vergleichbarer Lion’s Coach ist eine Tonne leichter. Hier besteht also Handlungsbedarf, doch die Schlankheitskur dürfte mit Sicherheit kommen, eine gute Gelegenheit dafür wäre die Produktionsumstellung nach Ankara, spätestens aber 2017, wenn die neue Überrollnorm mit entsprechenden Strukturanpassungen am Fahrzeug Einzug hält.


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