19.06.2015Können trifft Leidenschaft

Der Doppeldecker Astromega zählt zu den ganz Großen seiner Klasse. Kein Wunder, was Van Hool anpackt, kann sich weltweit sehen lassen.

Nun ist Scania auf die Qualitätsmeister aufmerksam geworden und hat mit eigener Antriebs- und Fahrwerkstechnik dem Bus frisches Leben eingehaucht.

Als vor einigen Jahren die ersten Scania/Van Hool-Reisebusse auftauchten, war die Verwunderung groß, aber auch das Interesse an dieser Kombination. Van Hool war und ist schließlich bekannt dafür, einen sehr bewährten Kurs zu verfolgen. Die Gründe für diese neue Allianz dürften auf beiderseitigem Interesse beruhen. So war Scania bisher in Skandinavien, Spanien und Großbritannien stark, tat sich aber besonders im deutsch­sprachigen Raum etwas schwer. Nach der Beendigung der Irizar-Kooperation fand Scania in Van Hool einen neuen Partner, der hierzulande längst einen hervorragenden Ruf hatte. Zudem hatte Scania keinen Reisedoppeldecker im Programm, wollte aber dieses wichtige Segment – vor allem auch im skandinavischen Raum – nicht kampflos der Konkurrenz überlassen. Zwar hat man in der großen VW-Familie mit dem Skyliner eigentlich ein spannendes Fahrzeug im Programm, doch vor zwei Jahren war die Neoplan-Doppelstockproduktion noch nicht in Sack und Tüten (das ist heute zum Glück anders) und was die strategische Busausrichtung des deutsch-schwedischen Konzerns angeht, nun, da läuft derzeit wohl noch ein Findungsprozess.

Auf der anderen Seite konnte auch Van Hool nichts Besseres passieren, denn wenn es den belgischen Busexperten besonders im deutschsprachigen Raum an etwas mangelte, dann beim Thema Vertrieb und Service. Durch die Scania-Kooperation kann dieses Dilemma zumindest teilweise gelöst werden. Und was den Doppeldecker betrifft: Die Kombiantion Van Hool/Scania ist ein wirklich großer Wurf. Äußerlich ist so ziemlich alles beim Alten ­geblieben, wobei – alt wirkt der Astromega jedoch mitnichten. Er ist genauso kantig, markant und männlich, wie man es von diesem Bus erwartet. Zugleich aber passt er hervor­ragend in die Zeit. Wer sich ein bewegtes Bild machen will, kann mit seinem Smartphone den nebenstehenden QR-Code scannen.

Natürlich wäre es spannend, die cw-Werte des Astromega zu wissen, hier dürfte ein Neoplan Skyliner gnadenlos vorbeiziehen, was nicht uninteressant vor dem Hintergrund ist, das ein Doppeldecker in der Regel mit Tempo 100 auf der Autobahn unterwegs ist. Verbräuche konnte die OMNIBUSREVUE leider nicht ermitteln, da der Astromega lediglich im Rahmen eines zirka 160 Kilometer kurzen Fahrberichtes getestet wurde, Gewichte und Verbrauchsmessgerät waren nicht an Bord. Angetrieben wird der Bus von einem 490 PS starken Scania DC 13, der es auf beachtliche 2.550 Nm bringt. Die spürt man deutlich. In Verbindung mit dem Zwölfgang-Opticruise entfaltet der Bus eine Leichtigkeit, die man einem Doppeldecker kaum zutrauen würde. Anders als bei der reinen Van Hool-Version sind nun Scania-eigene Achsen verbaut. Vorn verrichtet die AMI 700 mit Einzelradaufhängung souverän ihren Dienst und die ADA-Antriebsachse, eine starre Hypoid­achse, ist ein laufruhiger Geselle. Anders als das Van Hool-Pendant, das sich doch recht lautstark im Fahrgastraum zu Gehör meldete.


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