13.09.2017Mobil im Kleinen

Mercedes-Benz, Sprinter Mobility 45

Der Mercedes-Benz Sprinter Mobility 45 ist Dortmunds Flaggschiff unter den Kleinbussen, die im Wesentlichen für die Beförderung mobilitätseingeschränkter Menschen vorgesehen sind. Bereits in der Serie ist alles enthalten, was gut und teuer bzw. durchdacht und nützlich ist. Im Supertest der OMNIBUSREVUE bewies der Bus Haltung.

Die Ausstattung des Mercedes-Benz Sprinter Mobility 45
Dieser Bus reicht schon fast an einen universellen Alleskönner heran. Wenn dann noch dazu kommt, dass ein Fahrzeug das Ende seines Produktzyklus erreicht hat, sind in der Regel die meisten Schwächen ausgemerzt. Hinzu kommen häufig auch Veränderungen einzelner Baugruppen, wie es beispielsweise beim Motor der Fall ist. Mit der Einführung der Euro 6-Abgasnorm besitzt die Minibus-Flotte aus Dortmund ein beachtliches Motoren-Portfolio. Das Ganze beginnt mit dem OM 651, bei dem es sich um einen Vierzylinder mit einem Hubraum von 2,15 Litern handelt. Die Leistungsspanne reicht von 84 kW (114 PS) bis zu 120 kW (163 PS). Dazu kommt ein 6-Zylinder, der OM 642, der es auf eine Leistung von 140 kW (190 PS) bei drei Litern Hubraum bringt. Die Mobility-Baureihe kann sowohl mit diesem großen als auch mit zwei Vierzylindern (105 kW und 120 kW) geordert werden.

Die unterschiedlichen Modelle des Kleinbusses
So unterschiedlich wie die Aggregate selbst sind auch die auf mobilitätseingeschränkte Menschen ausgerichteten Mobility-Modelle, von denen vier zur Auswahl stehen. Los geht’s mit dem Mobility 23, der auf eine Länge von 5,93 m kommt, sowie dem Mobility 33, der mit 6,96 m einen Meter mehr misst. Diese beiden Typen besitzen eine M1-Fahrgastbestuhlung, was Pkw-Vorgaben entspricht. Serienmäßig verfügen beide über eine manuelle Klapprampe, auf der Rollstühle an Bord gehievt werden können. Wirklich komfortabel ist das aber nicht, ein optionaler Hublift sollte bei einer häufigeren Rollstuhl-Beförderung in Betracht gezogen werden. Eine ganze Komfort-Stufe höher angesiedelt sind die beiden Mobility-Modelle 35 und 45. Sie sind beide nach der ECE-R 107 als Omnibus zugelassen. Im Gegensatz zu den Einstiegsmodellen besitzen sie die Omnibusbestuhlung „Inter Star Sprinter“, einen serienmäßigen Heck Unterflurlift, einen bequemeren Fahrersitz, einen Spurhalte-Assistenten sowie eine Warmwasserheizung, die auch als Standheizung dient.

Ausstattung und Extras des Sprinters
Der Mobility 45, den Mercedes-Benz zum Test schickte, besaß zusätzlich noch jede Menge nützliche Extras wie eine elektrisch ausfahrbare Trittstufe an der ebenfalls elektrisch betriebenen Schiebetür. Eine solche Automatik-Tür ist insbesondere dann sehr hilfreich, wenn es nicht nur um reine Kranken- oder Förderschulbeförderungen geht, sondern auch Bereiche wie Bürgerbusverkehre oder Sammeltaxi-Aufgaben erledigt werden müssen. Denn die automatische Türbetätigung durch den Fahrer erleichtert den Fahrgastfluss doch recht erheblich. Bis zu 15 Fahrgäste passen in den Sprinter Mobility 45. Wenn Plätze für Rollstühle benötigt werden, sind es natürlich entsprechend weniger. Die gelangen beim Testbus übrigens per halbautomatischem Lift an Bord. Der kann mit 350 Kilogramm beladen werden, was für einen besetzten Elektrorollstuhl plus Fahrer reicht. Beim Test erwies sich das Handling als sehr unproblematisch, nur wenige, selbsterklärende Handgriffe sind nötig, um den Lift bedienen zu können. Der Lift samt Unterflurkassette wiegt 220 kg, damit kommt der Bus gut zurecht, denn das zulässige Gesamtgewicht beträgt praxistaugliche 5,3 Tonnen. Dieses Gewicht merkt man dem Fahrzeug kaum an, beim Handling-Test zeigte sich der Bus erfreulich gutmütig. Beim Durchfahren der Pylonengasse neigte der Mobility zwar dazu, über die Vorderachse zu schieben, doch das Ganze hielt sich im beherrschbaren Rahmen. Eher fiel negativ auf, dass das ESP, bei dem es sich um die recht robuste Transporter-Version handelt, erst sehr spät eingreift. Bei der Personenbeförderung ist das längst jenseits von Gut und Böse, insbesondere, wenn sich Fahrgäste im Rollstuhl an Bord befinden. Mag sein, dass das Sprinter-ESP in Extremsituationen gut funktioniert, beim Omnibus sollten aber andere Maßstäbe gelten. Dass diese Maßstäbe beim Mobility durchaus vorhanden sind, zeigt sich bei den weiteren verbauten Assistenz- und Sicherheitssystemen. So ist ein Spurverlassens-Warner an Bord, ein Totwinkel-Assistent und der Auffahrwarner Collision Prevention Assist. Gut funktioniert hat der Abstandsregeltempomat. Bei der Zusatzbremse handelt es sich um eine Telma-Wirbelstrombremse, die auch so leidlich ihren Dienst verrichtet. Das Fahrwerk an sich ist robust und komfortabel ausgelegt. Schlechte Straßen werden sauber weggebügelt, dazu tragen ­sicherlich auch die verstärkten Stabis vorne bei.




 

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