Dabeisein ist alles

© Foto: Sebastian Willnow/dapd

Über 180 Museen, eine lebendige Galerieszene, hochkarätige Sonderausstellungen –Berlin ist ein Mekka für Kulturliebhaber. Denn die Berliner Museumslandschaft ist so lebendig wie Berlin selbst: Neue Museen entstehen, alte und neue Sammlungen erhalten ein zeitgemäßes Gesicht in einem architektonisch einzigartigen Rahmen.


Datum:
20.04.2011

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Spektakuläre Funde in Berlin. Bei Grabungen im historischen Zentrum Berlins haben Archäologen des Landes Berlin elf Skulpturen gefunden, die 1937 im Zuge der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ in deutschen Museen beschlagnahmt worden waren. Es handelt sich um Bronzen von Edwin Scharff, Otto Baum, Marg Moll, Gustav Heinrich Wolff, Naum Slutzky und Karl Knappe sowie Teile von Keramikarbeiten von Otto Freundlich und Emy Roeder. Drei weitere geborgene Werke sind noch nicht identifiziert. Die Objekte sind seit November 2010 in einer Ausstellung im Griechischen Hof des Neuen Museums, Museumsinsel Berlin, zu sehen. Dazu Berlins Regierender Bürgermeis-ter Klaus Wowereit: „Die Funde der von den Nazis als entartet diffamier­ten Kunst verweisen auf das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, der gegenüber Berlin eine besondere Verantwortung hat und wahrnimmt. So wie diese Kunstwerke sich uns jetzt präsentieren, ist ihnen aber auch die Geschichte der vergangenen 60 Jahre eingebrannt. Das vor allem macht sie einmalig.“ http://www.neues-museum.de
© Foto: Oliver Lang/dapd

Berliner Geschichte

Passend zum Thema die Ausstellung „Hitler und die Deutschen“ im Deutschen Historischen Museum. Auch 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bleiben Hitler und der Nationalsozialismus brisante Themen. Jede Generation stellt sich ähnliche Fragen: Wie war Hitler möglich? Wie konnten Hitler und der Nationalsozialismus, die für Krieg, Ver­brechen und Völkermord verantwortlich waren, bis zum Schluss auf eine breite Akzeptanz in Deutschland bauen? Warum waren viele Deutsche bereit, ihr Handeln auf den Führer auszurichten und somit die NS-Diktatur aktiv zu unterstützen? Die Ausstellung sucht Antworten, indem sie nicht nur Hitler, sondern auch die deutsche Gesellschaft und deren Bedeutung für die Herrschaft es Nationalsozialismus in den Blick nimmt. Keine leichte Kost, aber für Klassenreisen ein Muss. http://www.dhm.de Demnächst eröffnet das „Historiale Berlin Museum“ eine Dauerausstellung zur Berliner Geschichte in der Buchhandlung Berlin Story, Unter den Linden 26. Auf insgesamt 450 Quadratmetern gibt es einen kompakten Überblick über Berlin von der Gründung bis heute. 30 Stationen führen chronologisch mit oft raumhohen Bildern in szenischen Inszenierungen durch die Geschichte, begleitet jeweils von einem 100-Sekunden-Film sowie Exponaten. Der Besucher erhält einen AudioGuide mit 45 Minuten Text, der im Eintritts­preis von fünf Euro enthalten ist und den es in zehn Sprachen gibt. Ein informative Ausstellung für Besuchergruppen, die als Er­gänzung zu den Ausstellungen großer Museen auf einem Bummel „Unter den Linden“ spontan angeboten werden kann. http://www.berlinstory.de
© Foto: Axel Schmidt/dapd

Friedrich der Große

Am 24. Januar 2012 jährt sich der Geburtstag Friedrichs des Großen zum 300. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums stellt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die Person des Königs und das Neue Palais im Park Sanssouci in den Mittelpunkt ihrer Ak­tivitäten: Eine große Präsentation und vielfältige Veranstaltungen gewähren einen ­besonderen Blick hinter die Maske des Königs und die Fassade seines größten Schlosses. Friedrich (1712–1786) prägte seine Zeit durch ebenso außergewöhnliche wie unerwartete, einem Regenten kaum zugetraute Ideen und Handlungen. Er errang als Politiker und Feldherr, aber auch als Schriftsteller und Philosoph großen Einfluss – auf seine Zeitgenossen wie auf die Nachwelt, positiv wie negativ. Denn Friedrich setzte sich für seine Ziele persönlich ein, verfolgte sie engagiert, auch rücksichtslos – wenn es darauf ankam, mit Leib und Leben. Friedrich, das zeigt die ­Geschichte, war stets bereit, für seine Sache Risiken einzugehen. Die Lust am Risiko war ein präg-nanter Charakterzug Friedrichs. So bietet der Begriff „Risiko“ ­einen ebenso reizvollen wie ergiebigen Anknüpfungspunkt für die Auseinandersetzung mit diesem König: einem Monarchen, der mit seinem Wagemut Reformen voran­trieb, Aufgaben meisterte und sich den Herausforderungen der Zeit erfolgreich stellte – dadurch aber auch Krisen herbeiführte. Die Person Friedrich, sein Denken und Wirken unter dem Aspekt Risiko zu verstehen und zu interpretieren, öffnet zugleich eine neue Sicht auf die großen ­europäischen Themen des 18. Jahrhunderts – auf Staat, Reli­gion, Kultur und Philosophie. http://www.friederisiko.de
© Foto: Michael Gottschalk/dapd

Am Rande Grunewalds

Beschaulich geht es zu am Rande des Grunewalds: Einfamilienhäuser und Villen bestimmen das Bild in den kleinen Seitenstraßen. Zum Wald ist es nur ein Katzensprung. Der Kiefernduft, der hier in der Luft hängt, erinnert an den letzten Ostsee-Urlaub. Wer würde in dieser Idylle eine der weltweit renommiertesten Sammlungen der Künstlergruppe Brücke vermuten? Das Brücke-Museum taucht dann auch ganz unvermittelt am Ende einer kleinen Straße auf. Die Lage des Museums zur Natur spiegelt einen der „Brücke“-Grundsätze wider: die Verbundenheit zur natürlichen Umgebung. Das kleine Museum verwahrt einen einzigartigen Schatz an Werken der Brücke-Künstler: Rund 400 Gemälde, Tausende von Zeichnungen, Aquarellen und Grafiken. Und im Anschluss an das Kunsterlebnis, lädt der nahe Berliner Grunewald zum Natur­erlebnis ein. http://www.bruecke-museum.de Kunstgenuss und Wissenshunger in allen Ehren, aber irgendwann fängt jeder Museumsbesucher-Magen an zu knurren, die Füße schmerzen vom Wandeln durch die Museumssäle und die Zunge klebt am Gaumen – also nichts wie rein ins nächste Café oder ­Restaurant. Was liegt da näher, als im Museum selbst zu bleiben? Zwei Rosen in einer grünen Bierflasche auf jedem Tisch geben den Besuchern im Café Dix der Berlinischen Galerie Rätsel auf. Warum ausgerechnet zwei Rosen? Und warum in Bierflaschen und nicht in Vasen? Die Sache hat natürlich einen Kunst-Hintergrund: Die Blumen beziehen sich auf ­Otto Dix‘ Gemälde „Der Dichter Iwar von Lücken“ von 1926. http://www.berlinischegalerie.de

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