Ein Land – sechs Regionen

© Foto: Stadtverwaltung Görlitz

Urlaub im eigenen Land war für Busreisende noch nie so interessant wie zur jetzigen Zeit, schließlich lassen sich die Destinationen nach der Corona-Pandemie allerhand einfallen, um wieder Gäste anzulocken. Sechs spannende Ferienregionen gibt es beispielsweise im Bundesland Sachsen zu entdecken.


Datum:
29.05.2020
Autor:
Theresa Siedler
Lesezeit: 
7 min

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Ganz im Osten Sachsens liegt die Ferienregion Oberlausitz. Sie bildet den deutschen Teil des Dreiländerecks Deutschland, Polen und Tschechien. In der östlichsten Stadt Deutschlands, in Görlitz, gibt es gleich zwei „zeitliche“ Besonderheiten. Zum einen geht hier in ganz Deutschland als erstes die Sonne auf und außerdem richtet sich die Zeit in ganz Europa nach Görlitz. Wenn Sie beim Lesen dieser Zeilen nun ein virtuelles Fragezeichen im Kopf haben, sei die Sache schnell erklärt: Grund für diese Besonderheit ist, dass der 51. Breitengrad mitten durch die Stadt verläuft und die mittlere Sonnenzeit damit gegenüber Greenwich genau um eine Stunde verschoben ist.
Die Oberlausitz ist aber auch eine Region des alten Kunsthandwerks. Gruppenreisende können sich hier auf die Spuren von Töpfern und Lebkuchenbäckern begeben und deren Handwerk hautnah erleben. Zudem ist hier ein weiteres interessantes Handwerk zu Hause. Bedingt durch das hier beheimatete größte zusammenhängende Teichgebiet Deutschlands nimmt die Fischzucht in der sächsischen Region Oberlausitz einen großen Stellenwert ein. Bei den Lausitzer Fischwochen, die in jedem Jahr sechs Wochen, von Ende September bis Anfang November, stattfinden, können große und kleine Besucher beispielsweise an spannenden Teichwanderungen oder an geführten Exkursionen teilnehmen. Zudem vermitteln vielzählige Ausstellungen alles Wissenswerte rund um den Lausitzer Fisch und alle beheimateten Fischarten. Auch auf kulinarischer Ebene kommen Fischliebhaber während der Lausitzer Fischwochen nicht zu kurz. Viele Gasthäuser und Restaurants der Region bieten in dieser besonderen Zeit regionale und außergewöhnlich zubereitete Fischspezialitäten. Für Aktivreisende ist die Oberlausitz ebenfalls ein echtes Paradies, denn Radfahren und Wandern sind in der Oberlausitz ideal. www.oberlausitz.com

In ganz Sachsen hat die Region Sächsische Schweiz wohl die spektakulärste Landschaft zu bieten. Mit dem Elbsandsteingebirge und den vielen hübschen Dörfchen und Städten, die sich entlang der Elbe in einem einzigartigen Tal schlängeln, kommen in dieser Ferienregion vor allem naturbegeisterte Gruppenreisende voll auf ihre Kosten. Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist beispielsweise ein Eldorado für Wanderer und Spaziergänger. Ein ausgefeiltes Wegenetz führt hier zu atemberaubenden Aussichtspunkten und durch tiefe Schluchten. Damit dabei niemand den Überblick verliert, sind die Wege jeweils farblich gekennzeichnet und gut ausgeschildert.
Insgesamt laden über 1.100 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege Besucher dazu ein, die Sächsische Schweiz und ihre Natur zu entdecken. Wer etwas tiefer in die Materie einsteigen möchte, ist im Nationalparkzentrum Bad Schandau genau richtig. Hier erhalten Besucher nicht nur grundlegende Informationen zum Nationalpark, sondern können auch Dauer- und Wechselausstellungen rund um den Nationalpark in der Sächsischen Schweiz besuchen. Beispielsweise vermittelt eine große Multivisionsschau einzigartige Eindrücke aus und über die Sächsische Schweiz. Neben dem Nationalpark locken weitere spannende Natur- und Landschaftseindrücke wie der atemberaubende Blick von der Bastei Elbsandsteinbrücke, die Festung Königstein oder eine historische Dampferfahrt mit der Sächsischen Dampfschifffahrt. www.saechsische-schweiz.de

Sächsischer Wein, die berühmten blauen Schwerter des Meissener Porzellans, das Karl-May-Museum und die Dampfbetriebene Lößnitzgrundbahn sind die touristischen Besonderheiten im Sächsischen Elbland. Die Lößnitzgrundbahn ist eine Dampfeisenbahn, mit der sich das Sächsische Elbland auf unvergleichliche Weise entdecken lässt. Auch die berühmten Städte dieser Ferienregion, zu denen unter anderem Dresden, Meißen, Riesa oder Torgau gehören, lassen sich mit der Dampfeisenbahn, die Einheimische liebevoll auch den „Lösnitzdackel“ nennen, entdecken.
Dresden als Sachsens Landeshauptstadt und gleichzeitig größte Stadt im Sächsischen Elbland kann für Gruppenreisende besonders interessant sein. Neben 50 verschiedenen Museen und Ausstellungshallen in der Landeshauptstadt locken viele kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten. www.elbland.de

Das „Tal der Burgen“ – so wird die nächste einzigartige Ferienregion Sachsens genannt: das Sächsische Burgen- und Heideland. Schloss an Schloss, Burg an Burg – so reihen sich die alten Gemäuer wie an einer Perlenkette. Zu ihnen gehört beispielsweise die mittelalterlich-spätgotische Burg Kriebstein. Die Burg gilt als Sachsens schönste Ritterburg. Neben den vollständig erhaltenen historischen Gemäuern können Besucher hier auch regelmäßig tolle Ausstellungen zu verschiedenen Themen oder besondere Veranstaltungen erleben. Auch das Rochlitzer Schloss gehört mit seinen markanten Türmen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Sächsischen Burgen- und Heide­landes.
Im Herzen von Sachsen, zwischen Leipzig und Dresden, befindet sich das Sächsische Heideland mit den eindrucksvollen Gebieten der Dübener Heide, der Dahlener Heide und des Wermsdorfer Waldes. Gruppenreisende, die auf der Suche nach der Abgeschiedenheit der Natur sind, sind hier genau richtig. www.saechsisches-burgenland.de

Einzigartige Handwerkskunst: die sächsische Holzkunst
© Foto: TVE Tourismusverband Erzgebirge

Nussknacker, Räuchermännchen ...

... Schwibbogen und Weihnachts­pyramide – wem kommt bei diesen Worten nicht automatisch das Erzgebirge mit seinem weit über seine Grenzen hinaus bekannten Kunsthandwerk in den Sinn? Dabei steht die Ferienregion Erzgebirge neben dieser herausragenden und wunderschönen Kunsthandwerkstradition für viel mehr. Das Erzgebirge ist eine der schönsten Mittelgebirgslandschaften in Deutschland und ein rund 1.500 Quadratkilometer großer Naturpark.
Am besten lässt sich diese einzigartige Naturlandschaft bei Aktivitäten an der frischen Luft erkunden. Beispielsweise können Gruppenreisende an einer der vielen geführten Wandertouren durch die Erzgebirgsregion teilnehmen. Dabei entdecken die Besucher auf markierten Wegen die Schönheiten der Wanderregion Erzgebirge, erleben die herzliche Gastfreundschaft der Bewohner dieses Fleckchens Erde und genießen regionale Köstlichkeiten in den Gasthäusern am Wegesrand. Die Touren können im Vorfeld mit dem jeweiligen Guide individuell besprochen und geplant werden, sodass für jede Altersgruppe etwas Passendes dabei sein sollte.
Auch mit dem Fahrrad lässt sich das Erzgebirge auf unnachahmliche Weise entdecken. So gibt es viele Radwege, die auf entspannten und geraden Wegen den Flussläufen dieser Region folgen, aber auch anspruchsvolle Touren über Stock und Stein für geübte Mountainbiker.
Wer das Erzgebirge besucht, kommt auch an einem anderen Thema nicht vorbei. Als ehemalige Bergbauregion ist das Erzgebirge von Stollen, alten Traditionen und dem Bergmannsbrauchtum geradezu durchzogen. „Glück auf“ heißt es deshalb in vielen faszinierenden Bergbaustädten, die es im Erzgebirge zu erkunden gilt. Auf die Spuren der interessanten Geschichte des Bergbaus im Erzgebirge können Interessierte beispielsweise entlang der Silberstraße gehen. Die Silberstraße erstreckt sich auf 275 Kilometern zwischen Zwickau und Dresden und bringt Besucher zu mehr als 30 Besucherbergwerken sowie vielen Bergbaulehrpfaden. Auch viele Bergstädte mit ihren Hallenkirchen und Patrizierhäusern liegen an der historischen Lebensader des Erzgebirges. www.erzgebirge-tourismus.de

Die Ferienregion Vogtland ist einzigartig, denn sie hält jede Menge außergewöhnlicher Phänomene für Besucher bereit. Ob Naturerlebnisse, kulturelle Besonderheiten oder spektakuläre Architektur – es sind die vielen kleinen und großen Dinge, die das Vogtland so besonders machen. Zu ihnen gehört beispielsweise der größte Wasserfall des Vogtlandes. Der „Obere Floßgraben“ wurde im 16. Jahrhundert zum Flößen benutzt. Am Ende des Grabens liegen die sogenannten Rißfälle. Hier fällt das Wasser über in Fels gehauene Rampen in die Tiefe, bevor es wenig später in die „Weiße Göltzsch“ mündet. Wenngleich sich die Höhe der Rißfälle auch in Zentimetern messen lässt, ist das beschauliche Fleckchen vor allem zur Schneeschmelze oder nach starkem Regen absolut einen Besuch wert.
Auch architektonische Highlights wie zwei der größten Ziegelsteinbrücken der Welt sind im Vogtland zu finden. Die weltberühmte Göltzschtalbrücke in Netzschkau und die Elstertalbrücke in Jocketa entstanden beim Bau der Eisenbahnverbindung Leipzig–Nürnberg Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute sind sie beliebte Sehenswürdigkeiten in der Region. www.vogtland-tourismus.de

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