Gipfelblick & Buschenschank

© Foto: hall-wattens.at

Bus- und Gruppenreiseveranstalter finden in Österreich eine Infrastruktur vor, die bestens auf die Bedürfnisse der Branche eingestellt ist. Die Auswahl an attraktiven Ausflugszielen, Naturerlebnissen und zielgruppenspezifischen Angeboten ist dabei ebenso groß wie das kulinarische Angebot.


Datum:
26.03.2020
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit: 
6 min

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In der Ferienregion Hall-Wattens im Herzen Tirols wird Gruppenreisenden ein breites Programm geboten: Von Stadtrundgängen über einfach zugängliche Natur­erlebnisse im Karwendel und in den Tuxer Alpen bis hin zu unvergesslichen Sehenswürdigkeiten. Eine Stadtführung in der ehemaligen Salinenstadt Hall in Tirol kann man mit der Gruppe bequem am zen­trumsnahen Busparkplatz beginnen. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt sehen Teilnehmer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Pfarrkirche St. Nikolaus, den Oberen Stadtplatz oder das Wahrzeichen der Stadt, den Münzerturm mit dem angeschlossenen Museum Münze Hall.
Direkt bei der Burg Hasegg mit dem berühmten Wahrzeichen der Stadt, dem weithin sichtbaren Münzerturm, findet sich eine neue Attraktion: große Wasserräder, mit deren Hilfe die einzigartige erste Walzen-Münzprägemaschine bereits im Mittelalter betrieben wurde. Im Museum Münze Hall wird anschaulich erklärt, wie hier früher Münzen geprägt wurden, warum Hall als die „Geburtsstätte“ des Dollars gilt und was in einem halben Jahrtausend europäischer Münzgeschichte passiert ist. Ein Höhepunkt jeden Besuchs ist das eigenhändige Prägen einer Erinnerungsmünze.
Funkelnd wird es in den etwa zehn Fahrminuten entfernten Swarovski Kristallwelten. Diese wurden im Jahr 1995 anlässlich des hundertjährigen Firmen­jubiläums eröffnet und werden in diesem Jahr 25 Jahre alt. Das Jubi­läum wird mit zahlreichen Veranstaltungen und Neuheiten gefeiert, welche die Gäste ganzjährig begleiten. Dazu gehören auch zwei neue Wunderkammern. Da­runter eine besondere Installation, die ab Mai 2020 für ein ganzjähriges Wintermärchen sorgen soll.
Für Gruppen, die ein wenig aktiv werden möchten, bietet sich der Zirbenweg hoch über Hall in Tirol und Innsbruck an, der als einer der schönsten Höhenwanderwege Österreichs gilt. Der Weg verläuft ohne wesentliche Höhenänderung entlang der Waldgrenze auf über 2.000 Metern Höhe. Während der gesamten Wanderung blickt man hinunter auf den Talboden des Inntales und genießt die atemberaubende Kulisse der gegenüberliegenden Karwendelkette. Nahe dem Endpunkt Tulfeinalm kann man gemütlich mit dem Glungezer-Sessellift und der neuen Gondelbahn nach Tulfes gelangen.

Nahezu täglich neue Gruppen. Hinter Klostermauern blicken, das gesammelte Wissen in den Bibliotheken bewundern und am Mittagsgebet der Mönche teilnehmen – bei einem Besuch im Klösterreich nehmen Busreisende ganz besondere Erlebnisse mit nach Hause. 27 Stifte und Orden in Österreich und den Nachbarländern, die ein vielfältiges kulturelles und touristisches Angebot haben, sind in dem Zusammenschluss organisiert.
So hat beispielsweise das älteste Zisterzienserkloster der Welt, Stift Rein in der Steiermark, ein abwechslungsreiches Angebot für Busreiseveranstalter. „Wir begrüßen dort nahezu täglich Gruppen“, freut sich Manuel Lampe, Geschäftsführer von Klösterreich. „Zum einen ist das Kloster alleine durch seine Tradition eine Besonderheit, zum anderen kann man im Stift Rein auch die frühe Geschichte und Entwicklung der Steiermark, die die Mönche sehr geprägt haben, bestens erzählen.“ Nach dem Rund­gang lohnen sich ein Spaziergang auf dem Prälatenweg und ein kulinarischer Stopp in der Stiftstaverne. Für einen bleibenden Eindruck sorgt die Teilnahme am Chorgebet der Mönche.
„Barockjuwel des Waldviertels“, „Kloster unter dem Kloster“ und „Stiftsgärten“ heißen die drei Themenschwerpunkte im Benediktinerkloster Stift Altenberg in Niederösterreich, die mit einer Eintrittskarte besichtigt werden können. Die Schauräume sind ohne Führung zugänglich, ein handlicher Übersichtsplan hilft, die Orientierung nicht zu verlieren. Für einen Besuch mit der Gruppe in Altenburg sollte man als Veran-stalter mindestens zwei Stunden einplanen. Für Gruppen ab 20 Personen bietet das Stift Altenburg gegen Voranmeldung Führungen durch die Klosteranlage an.
Berühmte Persönlichkeiten wie Mozart, Marie-Antoinette und Napoleon haben im Benediktinerstift Lambach an der Traun (Oberösterreich) ihre Spuren hinterlassen. Heutigen Besuchern bietet das Kloster romanische Fresken, Prunkräume, Veranstaltungen im barocken Stiftstheater und im Sommerrefektorium. Die Dauerausstellung mit den romanischen Fresken aus dem elften Jahrhundert kann ohne Führung während der Öffnungszeiten besichtigt werden, Gruppenführungen ab zehn Personen sind gegen Voranmeldung jederzeit möglich.
Einen Besuch im Benediktinerstift Lambach kann man übrigens sehr gut mit folgenden Angeboten in der Region verbinden: Ein Abstecher in das Pferdezentrum Stadl-Paura entführt die Gruppe in die Welt der Pferde, und in der Hackenschmiede in Bad Wimsbach kann man eine seit 400 Jahren nahezu unveränderte Schmiede besichtigen. Dort werden die Kraft des Wassers und das Können des Schmieds so richtig sichtbar. Das nahe Moorgebiet in der Wimsbacher Au lädt zu einem Spaziergang in die unberührte Natur ein. Das Schiffsleutmuseum Stadl Paura schließlich ist ein kleines, feines Museum des Schiffervereins, das die Salzschifffahrt an der Traun dokumentiert. Zu sehen ist die traditionsreiche Schifferzunft, und man kann in einem der ältesten Häuser der Region das harte Leben der Schiffsleute nachempfinden.

© Foto: Stift Altenburg

Genusserlebnisse. Zu den österreichischen Bundesländern, die stark auf Bustourismus setzen, gehört die Steiermark. Die Region gilt vielen auch als der „Feinkostladen Österreichs“ und rund um die Produkte Apfel, Wein und Kürbis lassen sich hier bestens thematische Reisen auflegen. Dazu bietet die steirische Küche mit den regionaltypischen Gerichten jede Menge Gelegenheiten, um kulinarisch attraktive Programme aufzulegen.
Vor allem aber ist es der Kontrast zwischen Bergseen, Almen und Hütten, sanften Hügeln, heißen Thermalquellen und Weinbergen, der in dieser enormen Vielfalt den besonderen Reiz der Steiermark ausmacht. Auf zahlreichen Touren wie der neuen „Vom Gletscher zum Wein Wanderroute“, die vom Dachstein auf einer Nord- und einer Südroute bis ins Weinland führt, der ebenso neuen, etwas mehr als 400 Kilometer langen „Weinland Steiermark Radtour“ und den beiden Klassikern Mur- und Ennsradweg lässt sich die Region auf unterschiedlichste Weise entdecken. Dazu kommen spannende Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten – von Burgen, Schlössern, Klöstern und Kirchen über Ausstellungen, Theater und Oper bis zu moderner Architektur.
Als Veranstalter kann man sich dabei auf eine gute bustouristische Infrastruktur vor Ort verlassen. Die Mitgliedsbetriebe von „Busreisen Steiermark“ bieten unter anderem: Gruppenpreise ab 20 Personen oder besser, eine Freiplatzregelung (ab 20 zahlenden Gästen ein Freiplatz), Busparkplatz (bei vielen Betrieben kostenlos und direkt beim Betrieb) verfügbar, individuell ausgearbeitete Reise- und Programmideen, eine persönliche Begrüßung und Ver­abschiedung der Gäste sowie Ansprechpartner für die gesamte Steiermark-Reise, in den Hotels gibt es Abend-Wahlmenüs aus regionalen steirischen Küchen und Kellern.
Ins Reich der Schokolade geht es bei „Zotters“. Die Manufaktur von Josef Zotter zählt zu den besten Chocolatiers der Welt und gilt als eines der nachhaltigsten Unternehmen Österreichs. In der Manufaktur wird die Schokolade von der Bohne weg ausschließlich in Bio- und Fair-Qualität gefertigt. Auf der Verkostungstour sieht die Gruppe durch die gläserne Architektur die Produktion und an kreativ inszenierten Naschstationen wird das einmalige Geschmacksspektrum von Zotter erlebbar gemacht. Anschließend kann man mit der Gruppe im „Essbaren Tiergarten“ entspannen und im Bio-Restaurant „Öko-Essbar“ speisen.
Apropos Speisen, einer der schönsten Plätze der Südsteiermark ist vielleicht der Buschaneschank Schneeberger. Der Hof ist liebevoll mit Blumen gestaltet, im hauseigenen Garten wachsen zahlreiche Kräuter und Gemüsesorten.
on einer Wein- und Erlebnis­begleiterin erhalten die Gäste hier einen Einblick in Weingarten- und Keller­arbeit. Bei einer Weinkost im Barriquekeller können die Reisegäste hervorragende Weine probieren und erfahren Wissenswertes über Anbaugebiete und Ausbau­arten, dazu bietet der Buschenschank eine typische steirische
Jause an.

Themenführung. Der Arlberg trennt das westliche Bundesland Vorarlberg vom restlichen Österreich.Von Deutschland aus ist die Region sehr gut erreichbar und bietet, obwohl flächenmäßig das zweitkleinste Bundesland Österreichs, zwischen Bodensee und Arlberg jede Menge attraktiver Ausflugsziele und Programmmöglichkeiten. So sind eine Vielfalt an unterschiedlichen Stadt- und auch Dorfführungen zu den verschiedensten Themen möglich.
In der Landeshauptstadt Bregenz beispielsweise gibt es neben klassischen Stadtführungen Themenführungen, die sich mit der historischen oder der modernen Architektur beschäftigen. Jeden ersten Sonntag im Monat veranstaltet das Jüdische Museum Hohenems eine Führung durch das ehemalige jüdische Viertel. Verschiedene Führungen bietet die Stadt Feldkirch an, etwa vom Montforthaus zu Stationen wie dem Rathaus, dem Dom, der Marktgasse und der Johanniterkirche. „Geheimnisvolle Schattenburg“ führt an bestimmten Terminen auf eine Zeitreise an den einstigen Wohnsitz der Grafen von Montfort. Am 10. August spürt eine „LiteraTour“ Feldkirchs poetischen Seiten nach – mit Impressionen aus Briefen und Notizen von Literaten, die vom Charme der Stadt angetan waren.
Führungen durch Bregenzerwälder Dörfer auf den „Umgang Bre­gen­zer­wald“-Wegen finden von Mai bis Oktober zweimal pro Woche statt. Einblicke in die Schaffensfreude der Bregenzerwälder geben zwölf Wege zur Gestaltung. Die Rundwege führen in jeweils eineinhalb bis vier Stunden durch 13 Bregenzerwälder Dörfer. An jedem Weg lenken etwa zehn rostfarbene Stahlsäulen die Aufmerksamkeit auf ein Gebäude, auf Besonderheiten der Kulturlandschaft, auf handwerkliche oder ökologische Finessen, auf Facetten künstlerischen, kulinarischen oder touristischen Schaffens.

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