Mehr See geht nicht

© Foto: Michael Latz/ddp

Die Ausmaße des Bodensees sind beeindruckend. Der drittgrößte See Europas im schönen Alpenvorland verfügt über eine Uferlänge von 273 Kilometern. Davon liegen 173 Kilometer in Deutschland, 28 Kilometer in Österreich und 72 Kilometer in der Schweiz. Jede Menge Platz also für Gruppenreisen für jedes Alter und jeden Geschmack.


Datum:
09.12.2010

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Die Bodensee-Region ist sich ihrer Wichtigkeit für den europäischen Tourismus bewusst. Das jährliche Tourismusforum der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH hat sich einen festen Platz im ­Kalender der Touristiker erobert. Bereits zum vierten Mal trafen sich am 8. November in Friedrichshafen 230 Teilnehmer und widmeten sich einen Tag lang Fragen rund um die touristische Angebotsentwicklung, um Freizeit­trends, Best Practice-Beispiele sowie aktuelle Projekte und neue Kooperationsmöglichkeiten. Die Internationale Bodensee Tourismus GmbH (IBT) rückt das Thema Mobilität 2011 in den Mittelpunkt zahlreicher Marketing­aktivitäten europaweit. „Die Möglichkeiten, sich durch unsere Region zu bewegen, sind schier unerschöpflich. Das beginnt bei A wie Ausflugsschiff und endet mit Z wie Zeppelin“, erläutert IBT-Geschäftsführerin Daniela Pahl-Humbert. „Viele Vehikel wie Fahrrad, Bahn und Schiff können kombiniert werden, sodass sich Phasen der Aktivität und der Entspannung perfekt ausbalancieren.“ Findige Gruppenveranstalter nutzen diese Möglichkeiten bereits seit Jahren, indem sie die „Euregio Bodensee“ in ihre Programme einbeziehen. Sie ist der Klassiker im grenzüberschreitenden Mobilitätsangebot der Region und ermöglicht kostengünstige und umweltschonende Ausflüge mit weitem Aktionsradius. „Für nur 16 Euro kommen Gäste mit Bahn, Fähre und Bergbahn beispielsweise von Ravensburg ins appenzellische Heiden, weiter mit dem Postauto nach St. Gallen und wieder zurück.“ So machte Werner Fritschi, Marketingleiter der schweizerischen Regionalbahn­gesellschaft Thurbo, die Attraktivität des Angebots deutlich. Er wünscht sich eine noch stärkere Einbindung in die touristische Angebotsentwicklung auch bei Gruppenreisen und signalisierte großes Interesse, mit Leistungsträgern und Vertretern der Bustouristik konkret ins Gespräch zu kommen. Schlemmerregion Bodensee. Neben Mobilität setzt die Bodenseeregion länderübergreifend seit Jahren auch sehr erfolgreich auf das Thema Genuss. Ob regionales Obst und Gemüse, Wein von frucht­baren Reben oder fangfrischer Zander, Hecht und Felchen – die internationale Bodenseeregion ist ein Paradies für Genießer. Hier schöpfen die einheimischen Gastgeber aus dem Füllhorn der Natur, um ihren Gästen rund ums Jahr genussvolle Erlebnisse zu bereiten. Dabei vereint die Bodenseeküche das Beste aus den vier Ländern rund um den See.
© Foto: Johannes Simon/ddp

Bodenseeschifffahrt

Den Bodenseegenuss auf Schritt und zu Tritt erwandern, laden verschiedene Themenwege in der Region ein. So lernt man auf dem neun Kilometer langen Obstlehrpfad im schweizerischen Altnau allerlei über den heimischen Obstanbau. Der Hagnauer Obst- und Weinwanderweg informiert auf seinen vier Kilometern über die regional angebauten Obst- und Rebsorten. Etwas weiter nördlich im Salemer Tal thematisieren auf dem zwölf Kilometer langen Apfelrundweg Frickingen 19 Stationen den Obstanbau in der Region und weisen auf Sehenswürdigkeiten und Leckerbissen am Wegesrand hin. Weinfreunde erkunden am Südufer des Untersees im Schweizer Kanton Thurgau die Heimat des „Müller-Thurgau“. Am Geburtshaus des findigen Weinbauers und Müller-Thurgau-Erfinders Jakob Müller in Tägerwilen startet auf dem Rebwanderweg Ermatingen eine informative Wanderung durch die schönsten Reblagen am Untersee bis nach Steckborn. Urige Schweizer Gemütlichkeit lässt sich von Oktober bis Februar auf den Schlemmerfahrten der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt AG genießen. Von Romanshorn aus startet das Fondueschiff und lädt zur dreistündigen Genusskreuzfahrt bei Käsefondue oder seiner fleischhaltigen Variante Fondue Chinoise. Auf dem Rorschacher Schlemmerschiff, das wenige Kilometer weiter ablegt, kommt neben den beiden Fondue-Varianten mit Raclette noch weitere Schweizer Spezialitäten auf den Tisch. Bei Gruppenreisen zum Bodensee ist vieles möglich, aber eines Pflicht: eine Schifffahrt! Mit der „MS Überlingen“ hat Anfang Juli 2010 das modernste und größte Passagierschiff der Weißen Flotte am Bodensee ihren Kurs aufgenommen. Auf ihren rund 58 Metern Länge und zwölf Metern Breite haben rund 700 Fahrgäste Platz. Mit zahlreichen Sitzplätzen im Außenbereich, Liegeplattformen und großzügigen Freitreppen sowie einer rundum barrierefreien Ausstattung bietet das neue Flottenmitglied der Bodensee-Schiffsbetriebe seinen Passagieren besten Komfort. Die großzügigen Gastronomiebereiche und seitlichen Galerien mit Panoramablick machen die Fahrten über den See zum Urlaubserlebnis. Die „MS Überlingen“ wird zumeist im Kursverkehr auf dem Überlinger See unterwegs sein, ist aber auch für Sonder- und Charterfahrten buchbar.
© Foto: Sascha Schuermann/ddp

Aktiv reisen in der Gruppe

Per Fahrrad, auf Inlineskates, beim Wandern oder Kanufahren er-obern Aktivurlauber jedes Alters im Outdoor-Paradies Bodensee die faszinierende Kulturlandschaft. Auf 270 Kilometern führt eine der beliebtesten Radwanderstrecken Europas durch die drei Länder rund um den Bodensee. 14 verschiedene, organisierte Touren bietet der Bodensee-Radweg-Service an. Die klassische See­umrundung mit sieben Übernachtungen in gut geführten Gasthöfen und Mittelklassehotels, Gepäcktransport und Schifffahrten ist bei Gruppen am beliebtesten. Eine kostenlose Radfaltkarte mit den 35 schönsten Radtouren auch jen-seits der Ufer gibt es von der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH gratis dazu. Jugend- und Klassenreisen, die das Thema Inlineskaten in den Vordergrund stellen, verknüpfen die Etappen auf und neben dem Bodensee-Radweg bequem mit Schiffen und Fähren, Bussen und Zügen. Eine der beliebtesten Skate-Strecken am deutschen Bodenseeufer verläuft von Meersburg nach Hagnau, von wo sich ein Abstecher zum Skate-Fun-Park nach Immenstaad lohnt. Im Skateland Thurgau am Schweizer Bodenseeufer führen vier ausgeschilderte Skate-Routen durch den Kanton. Am Ufer zwischen Kreuzlingen und Rorschach, vorbei an Strandbädern und Spielplätzen, verläuft beispielsweise der „TKB Lake-Skate“. Herrliche Blicke auf die Bodensee-Landschaft eröffnet auf Ufer- und Höhenwegen ein weitläufiges Wanderwegenetz. Kräftiger Genuss auf Schritt und Tritt verspricht beispielsweise der „Käse-wanderweg“ über den Bregenzer Hausberg Pfänder. Er vermittelt Käsetheorie auf zwölf Schautafeln und Käsepraxis in urigen Sennereien und auf idyllischen Almen. Trittsicherheit erfordert der Fürs­tensteig in Liechtenstein, der aus direkt in den Fels gehauenen ­Wegen besteht. Ganz ohne Anstiege kommt das Kanuwandern auf Bodensee oder Hochrhein aus. In zahlreichen Verleihstationen gibt es neben dem schiffbaren Untersatz auch Tourenpläne und hilfreiche Tipps. Geführte Touren wie „Inselhüpfen“ oder Mondscheinfahrten bietet etwa das Bootstüble Wangen an. Praktische Tipps für vielfältige Rad-, Wander- oder Inlineskate-Touren in der Gruppe gibt die Internationale Bodensee Tourismus GmbH mit ausgeklügelten und bewährten Planungshilfen und Streckenvorschlägen. http://www.bodensee.eu
© Foto: Joerg Koch/ddp

Packiertouren am Bodensee

Etwas aus dem Rahmen fallen die Bodenseeprogramme „Unterwegs mit Ziege und Esel“. Ziegen gehören zu den ältesten tierischen Begleitern des Menschen. Seit Jahr-hunderten werden sie auf dem Balkan, im Himalaja und neuerdings auch am Bodensee als Las­tentiere und freundliche Begleiter eingesetzt. Die speziell ausgebildeten Tiere folgen einem mit Begeisterung, erlauben eine intensive Landschaftswahrnehmung und bringen Jung und Alt mit ­ihrem fröhlichen Charakter im Nu auf Trab. Seit dem Jahr 2008 ­bietet Jörg Jacobi, ausgebildeter Naturführer, Bodensee-Guide und Erlebnispädagoge, geführte Ziegen-Trekkingtouren im landschaftlich reizvollen Überlinger Raum an. 2009 hat Annelie Falk, gelernte Tierpflegerin und Naturpädagogin, das Angebot im Raum Engen entwickelt. Mit ihren Ziegen und Eseln lädt sie zum Erkunden der außergewöhnlichen Vulkankegellandschaft im Hegau ein. Die mit Sätteln und Packtaschen ausgerüsteten Ziegen laufen normalerweise frei, können aber auch an der Leine geführt werden. Unterwegs berichten Annelie Falk und Jörg Jacobi über Flora und Fauna am Wegesrand, die Entstehung der Landschaft, die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft und natürlich über Interessantes rund um diese beiden alten Nutztierrassen. Eine gemütliche Vesperpause in schöner Lage rundet die Touren ab. Im Angebot haben die beiden halb- oder ganztägige Touren, gehen aber auf individuelle Wünsche der Gruppenveranstalter ein. http://www.packtiertouren.de Pioniergeist zum Anfassen. Die Sagengestalten Ikarus und Daedalus verkörpern die uralte menschliche Sehnsucht, wie ein Vogel fliegen zu können. Derselbe Pioniergeist ist auch am Flughafen Friedrichshafen spürbar, wo das Dornier Museum Friedrichshafen seit dem Sommer 2009 nahezu 100 Jahre Luft- und Raumfahrtgeschichte erlebbar macht. Jeder Mensch kann ein Pionier sein – so die Kernbotschaft des Dornier Museums Friedrichshafen. Unmittelbar am Rollfeld des Friedrichshafener Flughafens gelegen, erwarten Technikbegeisterte, Geschichts­interessierte und Freunde der Luftfahrt auf über 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Dorniers bedeutendste Innovationen. Die moderne Museumsarchitektur und innovative Ausstellungsgestaltung kombiniert klassische Ausstellungselemente mit multimedialen Elementen. Zahlreiche historische Flugzeuge, Exponate aus der Raumfahrt sowie ein ­begehbares Sonnensystem kombinieren Vergangenheit und Zukunft, Erfahrung mit Kreativität und lassen dabei das Erbe ­Dorniers lebendig werden. Auf nahezu 25.000 Quadratmetern erstreckt sich zusätzlich ein Landschaftspark rund um das Mu­seumsgebäude. http://www.dorniermuseum.de

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