Munter wie ein Fisch im Wasser

© Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus

Kroatien bleibt auf Wachstumskurs! Das Reiseland an der Adria präsentierte sich auf der ITB selbstbewusst und freut sich auf den geplanten EU-Beitritt 2012.


Datum:
26.05.2011

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Kroatien blickt auf ein touristisches Rekordjahr zurück. Dies erklärten Tourismusminister Damir Bajs und der Direktor des Hauptamtes der Kroatischen Zentrale für Tourismus Niko Bulic auf ihrer Jahrespressekonferenz auf der ITB in Berlin. „Im letzten Jahr ­haben fünf Prozent mehr aus­ländische Touristen Kroatien besucht“, bilanzierte Tourismus­minister Damir Bajs. Insgesamt wurden 2010 rund 10,6 Millionen Touristenankünfte gezählt. Wichtigster Quellmarkt für Kroatien ist nach wie vor Deutschland mit 1,5 Millionen Ankünften und einem Zuwachs von vier Prozent im Vergleich zum Jahr 2009, auch hier die Tendenz für das Reisejahr 2011 steigend. Insgesamt strebt Kroatien 2011 eine weitere Steigerung an, das ehrgeizig gesetzte Ziel sind knapp elf Millionen ­Besucher aus aller Welt. „Qualität, Attraktivität, Offenheit – das sind die drei Schlüsselworte, mit denen wir uns den Touristen vorstellen wollen“, beschrieb Tourismusminister Damir Bajs die kroatische Strategie. Einen besonderen Schwerpunkt legt der Adria­staat im Jahr 2011 auf die Förderung von Gruppenreisen in der Vor- und Nachsaison. „Die­jenigen, die im Mai oder Juni ihre Gäste nach Kroatien bringen, können Unterstützung und Fördergelder der kroatischen Seite in Anspruch nehmen“, erläuterte Nico Bulic. Von Frühjahr 2011 bis Frühjahr 2012 wird die Kroatische Tourismuszentrale auch durch den europäischen Reisebüro- und Reise­veranstalter-Verband ECTAA unterstützt. Dieser wird die Des­tination in diesem Zeitraum besonders empfehlen. „Das ist für uns eine wichtige Tatsache, denn in den beteiligten Reisebüros wird Kroatien stark präsent sein“, erklärte Tourismusminister Damir Bajs. Das Gesamtvolumen der Marketingaktivitäten, die der Adriastaat zusammen mit Partnern aus der Privatwirtschaft durchführen wird, beläuft sich in diesem Jahr auf rund 20,2 Millionen Euro.
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Marketingauftritt

Im Marketingauftritt nimmt Kroatien bereits auf die für 2012 erwartete Vollmitgliedschaft in der EU Bezug: „Kroatien – zeitlose mediterrane Schönheit. Ein neuer Stern am EU-Himmel“, so lautet der Slogan, mit dem sich das Land auf der ITB erstmals präsentierte. Bereits im Vorfeld des EU-Beitritts, so berichtete ­Bajs, sei ein stärkeres Interesse aus dem Ausland an Investitionen im kroatischen Tourismussektor festzustellen. „Nach der Vollmitgliedschaft wird es für Investoren aus dem Ausland noch einfacher sein, nach Kroatien zu kommen“, prognostizierte der Minister. Die Tourismus Werbung Kroatiens wird durch zwölf Modelle der Bewerbung in Promotionskampagnen und Absatzkanälen der Reise­veranstalter, Reiseagenturen und Fluggesellschaften durchgeführt, wobei die Bewerbung von Programmen mit organisiertem Flug-, Bus- und Bahntransport in der Vor- und Nachsaison Vorrang haben wird. Besondere Modelle der Werbung sind für den kroatischen Inland-Tourismus vorgesehen, besonders für die Promo­tion des Tourismus in den nichttraditionellen und touristisch unterentwickelten kontinentalen Gebieten. Geplant ist weiterhin die Einführung einer zentralen Online-Suchmaschine des kroatischen touristischen Angebots, sowie die Fortsetzung der Liberalisierung der Visapolitik. Die UNESCO in Kroatien. Zu Kroa­tiens erfolgreichsten touristischen Themen für Gruppenreisende zählen die UNESCO-Welterbe­stätten des Landes. Schon im Jahr 1979 nahm die UNESCO die Altstadt von Dubrovnik und die Plitvicer Seen in ihre Liste auf, beide sind auch heute noch die bekanntesten touristischen Symbole Kroatiens. Nachdem Kroatien ­seine Unabhängigkeit erlangte, nahm die UNESCO im Jahr 1997 auch den romanischen historischen Kern der Altstadt von ­Trogir auf, der auf den Überresten der griechischen Siedlung aus dem 3. Jahrhundert vor Christus entstand. In dem mittelalterlichen, von Stadtmauern umgebenen historischen Stadtkern befinden sich ein erhaltenes Schloss, ein Turm, zahlreiche Kirchen und Paläste aus den Perioden der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock. Das bedeutendste Bauwerk im Gesamtensemble ist die Trogirer Kathedrale. Im selben Jahr 1997 nahm die UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes auch den Komplex der Euphrasius-Basilika in Porec auf, eines der ältesten und schönsten frühchristlichen Denkmäler aus dem 6. Jahrhundert, dessen frühbyzantinischen Mosaike nur mit jenen im italienischen Ravenna zu vergleichen sind. Seit dem Jahr 2000 befindet sich auf der UNESCO Liste des Weltkultur­erbes die Kathedrale des Heiligen Jakob in Šibenik, das bedeutendste bauliche Unterfangen des 15. und 16. Jahrhunderts auf ­kroatischem Boden.
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Kroatiens UNESCO-Weltnaturerbe

Für Kroatiens UNESCO-Weltnaturerbe gibt es mehrere Beispiele. Zu ihnen zählen die Nationalparks im Karstgebiet, die Plitvicer Seen und Nord Velebit. Inmitten dicht bewaldeter Hügel liegen die Plitvicer Seen, eine Kette von 16 kleineren und größeren Seen mit kristallklarem blaugrünen Wasser, die sich stufenförmig abfallend aneinander reihen. Gespeist werden sie von zahlreichen Zuflüssen und Bächen, und untereinander sind sie durch schäumende Kaskaden und rauschende Wasserfälle verbunden. Weitläufige Waldkomplexe, die Schönheit der Seen und Wasserfälle, der Reichtum an Flora und Fauna, die klare Gebirgsluft, die Kontraste der Herbstfarben, zahlreiche Waldpfade und kleine Holzbrücken machen dieses einzigartige ­Naturphänomen aus. Seit 2008 befindet sich auf der UNESCO-Liste das Feld Starigradsko polje, eine landwirtschaftlich genutzte Ebene bei Starigrad auf der Insel Hvar, deren Weinberge und Oliven­haine seit der ersten griechischen Kolonisation in der ­Antike praktisch unverändert geblieben sind und ein einmaliges Zeugnis über das geometrische System der Landaufteilung darstellen, wie sie in der Antike vorgenommen wurde. Apropos Wein. Der Anbau von Weinreben wurde schon zu Zeiten der Antike gepflegt, und so ist Kroatien mit Recht stolz auf seine breite Weinpalette. Es werden mehr als 1.000 verschiedene Weinsorten angeboten, 900 davon mit geschützter und geografisch kontrollierter Herkunftsangabe. Der kroatische Weinanbau wird in zwei große Weinbaugebiete, Kontinentalkroatien und die Kroatische Küstenregion, aufgeteilt, die sich wiederum in ins­gesamt zwölf Untergebiete gliedern. Das Weinbau­gebiet der Küstenregion erstreckt sich durch Istrien und entlang der adriatischen Küste und des dalmatini­schen Hinterlandes. Die Küsten-region ist in vier Weinbauuntergebiete aufgeteilt: Istrien, Nord-, Mittel- und Süddalmatien sowie das Dalmatinische Hinterland. Die am weitesten verbreitete Weißweinsorte im kontinentalen Teil Kroatiens ist der Welschriesling, aber gute Weine werden auch aus Rebsorten wie Traminer, Weißburgunder, Chardonnay, Rheinriesling und Sauvignon gemacht. Die Rotweine im kontinentalen Teil Kroatiens werden vor allem aus den Rebsorten Blauer Spätburgunder, Blauer Portugieser und dem Blaufränkischen gemacht, aber auch Cabernet Sauvignon und Merlot werden viel angebaut. Diese letzten beiden Sorten sind jedoch viel häufiger in der Küs­tenregion vertreten, wo die bekannteste einheimische Sorte der dalmatinische Plavac Mali ist. Jede kroatische touristische Region hat ihre eigenen Trümpfe unter den Weinen, die sie durch das Projekt der Weinstraßen bekannt machen. Bei dieser besonderen Form des Verkaufs von landwirtschaftlichen Produkten einer Weinbauregion, bieten Landwirtschaftsgüter und andere Produzenten ihre Spezialitäten, insbesondere Weine, an. Einen wichtigen Bestandteil jeder Weinstraße machen außer dem gastronomischen Angebot aber auch die Naturschönheit sowie die historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten aus.
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Kroatisches Olivenöl

Die kroatischen Olivenbauern erneuern die Olivenhaine ihrer Vorfahren, wobei sie versuchen, den tradi­tionellen Anbau der Oliven zu erhalten, die Natur zu achten und biologisch anzubauen, damit sie außer dem Spitzenaroma und Geschmack auch die Unschädlichkeit ihrer Produkte gewähr­leisten können. Die Ver-arbeitung erfolgt in modern ausgestatteten kroatischen Ölfabriken bei kalter Pressung, die den originalen ­Geschmack, das Aroma und den hohen Gehalt an Antioxidationsmitteln und Vitaminen bewahrt. Einer der bekanntesten kroatischen Olivenhaine befindet sich in der Nähe von Lun auf der Insel Pag, wo auf 400 Hektar Fläche, umringt von Trockenmauern, etwa 80.000 wilde Olivenbäume wachsen, von denen die ältesten mehr als 1.000 Jahre alt sind. Die Liebhaber dieses Naturgebiets arbeiten am Antrag, diese Lokalität in das Register des Kulturerbes der UNESCO aufzunehmen. Das kroatische Kulturangebot ist besonders attraktiv für Gruppenprogramme, gerade wegen der zahlreichen Open-Air-Kultur- und Unterhaltungsveranstaltungen, die ganzjährig stattfinden, egal ob es sich um Theater, Film oder Musikfestivals oder um traditionelle ritterliche Turniere wie zum Beispiel in Sinjska Alka handelt. Besonderer Tipp: In Varazdin wird alljährlich ein in ganz Europa einzigartiges Fest der Straßenkünstler, das so genannte Spancirfest gefeiert. Die Stadt Durdevac in der Drauniederung mit ihrer Legende über die Picoki wurde vom Europäischen Tourismus­forum als eines von 20 herausragenden Reisezielen mit dem Titel „Bestes europäisches Reiseziel mit immateriellem Kulturerbe“ gewürdigt. Die Legende über die Picoki preist den Mut und den Einfallsreichtum der Einwohner von Durdevac, die nach langer Belagerung die türkischen Befehlshaber überlis­teten, als sie ihre Armee mit dem letzten Hahn beschossen und die entmutigten Türken überzeugten, sie hätten ausreichend zu essen. Das Städtchen Nin in der Gespanschaft von Zadar ­wurde 2010 zum heraus­ragenden europäischen Reiseziel erklärt, weil es dank seiner er­haltenen natürlichen Wasserressourcen ein großes Potenzial für die Entwicklung von Öko- und Kultur­tourismus hat.
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Kroatien feiert

Unter den Veranstaltungen genießen besonders die Dubrovniker Sommerfestspiele internationales Ansehen. Während der sechs Wochen Dauer des Festivals nehmen mehr als 2.000 Künstler aus aller Welt an über 70 Theater- oder Musikaufführungen teil. Das international ebenfalls angesehene Festival Spliter Sommer ist etwas jünger als die Dubrovniker Sommerfestspiele. Die Veranstaltung in Split konzentriert sich auf Opern­produktionen aus aller Welt. Berühmte Sänger treten hier auf, inspiriert von antikem Ambiente des alten Stadtkerns von Split, während die Straßen des Diokletian-Palastes als vollkommene Klangkulisse dienen. Die „Sommernächte von Rijeka“ bieten Gästen ein ebenfalls attraktives und künstlerisch spannendes Programm. Während der 26 Tage Festspieldauer in der Saison 2010 konnten die Einwohner von Rijeka und ihre Gäste 28 Aufführungen auf zehn Schau­plätzen genießen. Ein echter Köder für einheimische und ausländische Gäste bleibt aber doch der Karneval in Rijeka. Sechs Jahrhunderte Faschingstradition in dieser Region und der Einfluss der bürgerlichen Karnevale in ­venezianischer und österreichischer Manier waren die Grundlagen, auf denen der wiederbelebte Karneval in Rijeka 1982 seine einzigartige Identität aufzubauen begann. In Zadar wird regelmäßig die Veranstaltung „Vollmondnacht“ abgehalten, in der die öffentliche Beleuchtung ausgeschaltet wird, während sich die Gäste bei Vollmond, mit Fackeln und Laternen, gutem Essen und viel Gesang und Tanz vergnügen. Mit internationalem Publikum kann sich auch eine ganz andere Art von Musikfestspielen rühmen, nämlich die Varazdiner Barock­abende.

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