Reif für das Inselerlebnis

© Foto: Tourism Ireland

Eines vereint sie zumindest meistens: Die englische Sprache. Doch ansonsten würden Iren und Engländer – repräsentativ befragt – wohl nicht viele Gemeinsamkeiten nennen. Dabei sind beide Länder für Gruppen ein wahres Erlebnis-Eldorado.


Datum:
24.09.2010

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Dublin ist eigentlich nicht Irland, Irland-Fans wissen das. Typisch irisch ist hier wenig, denn die Universitätsstadt am Fluss Liffey steht eher für ein jugendliches Europa. Hier kommt man hin zum Stu­dieren, hier wird etwas geboten, Dublin ist eine Stadt mit Flair. Trotzdem, nein gerade erst recht, soll die Hauptstadt, gelegen an der Ostküste des Landes, Ausgangspunkt für das Inselhopping der OMNIBUSREVUE sein. Langsam kann man hier eintauchen, in das Leben auf der grünen Insel. Mit dunklem Guinness, fettigen Fish & Chips und Pubs, die bei­nahe rund um die Uhr mit (fast) traditioneller Musik zur Einkehr laden. Fest mit ins Reiseprogramm gehören natürlich die Haupt­sehenswürdigkeiten der Stadt: das Book of Kells, ein überragendes Beispiel der Buchmalerei, im Tri­nity College; die beeindruckende St. Patrick’s Cathedral sowie die Christ Church Cathedral; Dublin Castle und natürlich das Guinness Store House, dass die Geschichte des – bei vielen Iren gar nicht so beliebten – dunklen Bieres ebenso erzählt, wie die Herstellung. Schon sind wir wieder im Pub? Nein, nicht ganz. Denn etwas ganz besonderes tut sich in den so genannten Docklands der Stadt: Stararchitekten und Visionäre lassen in dem einstigen Hafengebiet an der östlichen Liffey eine neue Kultur-, Medien- und Erlebnislandschaft entstehen. Der futuristische Glasbau des neuen National Convention Centre wird flankiert sein von einem neuen Nationaltheater, wo das ehrwürdige Abbey Theatre seine moderne Spielfläche bekommt. Und mit mehr als 100 Metern wird die Stahl-Glas-Konstruktion des U2 Towers wie ein gewaltiger Klangkörper über dem Flussufer emporschnellen. Jede Menge Freizeitangebote, Open-Air-Konzerte, das Maritime Festival im Juni und schwimmende Restaurants beleben schon jetzt den Fluss. Eine frisch eingesetzte Liffey Fähre verbindet in flinkem Tempo das Nord- und das Südufer. Tipps abseits der großen Attrak­tionen: Der Museumskomplex Skerries Watermill and Windmills ist Zeugnis der Industriegeschichte in Irland. Die restaurierte Anlage mit mehreren funktionstüchtigen Wind- und Wassermühlen verarbeitete noch in den 1930er Jahren Getreide zu Mehl. Die durch eine Ballade berühmt gewordene „Last Rose of Summer“ gedeiht im Glashaus des National Botanical Garden. Aber nicht nur die seltenen Pflanzen, sondern auch die filigrane Architektur der 1843 bis 1869 entstandenen Gewächshäuser sind einen Besuch wert. http://www.visitdublin.com
© Foto: Tourism Ireland

Zeit, richtig einzutauchen

Irland pur erlebt man auf der berühmten Garteninsel Garinish Island, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert. 1910 kaufte der schottische Geschäftsmann John Annan Bryce vom britischen Kriegsministerium eine karge Felseninsel in der Bantry Bay. Der Gartenenthusiast und seine Ehefrau verwandelten die 15 Hektar große Insel im irischen Südwesten in einen der schönsten Gärten Europas. Heute ist Garinish Island Pflanzen- und Baumfreunden weltweit ein Begriff. Die von Glengarriff aus zu erreichende Garteninsel mit Pflanzen aus vier Kontinenten zieht jedes Jahr ­etwa 70.000 Besucher an. Zum 100-jährigen Bestehen ist eine Veranstaltungsreihe mit Lesungen und Ausstellungen geplant. Auf der Insel soll zudem ein Jubiläumsgarten mit besonders seltenen exotischen Pflanzen angelegt werden. Ebenfalls in Glengarriff entsteht ein neues Museum für Irlands berühmteste Schauspielerin Maureen O‘Hara. Die in Dublin geborene Hollywood-Legende lebt seit 40 Jahren in dem Ort und feiert dieses Jahr ihren 90. Geburtstag. Das „Maureen O‘Hara Legacy Center“ wird mit Großspenden vor allem aus den USA finanziert und soll im Jahr 2012 eröffnet werden. Herzstück des Museums soll eine Ausstellung mit Kostümen, Filmplakaten und Requisiten aus ihrer großen Karriere werden. Der irische Star spielte in 63 Filmen und wurde als Part­nerin von John Wayne berühmt. http://www.glengarriff.ie
© Foto: Britain on view/Pawel Libera

Unter Vögeln

Unter Vögeln: Der Blick über die weltweit bekannten Cliffs of Moher von oben kann schwindlig machen, der Blick vom Wasser aus ist eine Offenbarung für Lieb­haber der Vogelwelt. Die rauen Felsentürme vor der Steilküste beherbergen mehr als 30.000 Seevögel und sind Irlands größte Seevögelkolonie. Bei einstündigen Bootstouren mit Arran Ferries gerät man im Wortsinn „unter sie“. Lummen, Sturmvögel, Tordalken, Klippenmöwen und Papageientaucher stimmen ein lautstarkes Begrüßungskonzert an. Von April bis Oktober startet die Fähre ­täglich vom Hafen Doolin. Inselwechsel: England ist aufgeregt. Der Grund ist rund. Die Fußball-WM steht vor der Tür und die Bevölkerung hinter ihren „Lions“. Doch wer glaubt, das sei das einzige, was im Sommer auf der Insel passiert, der irrt. Die Hauptstadt London, von Haus aus gesegnet mit Sehenswürdigkeiten, macht mit Veranstaltungen mobil. Wer Tower, Big Ben, die Houses of Parliament und Buckingham Palace besuchstechnisch abgefeiert hat, der könnte bis 11. September noch bei einer der größten Schaubühnen Englands vorbeisehen. Im Regents Park findet alljährlich ein Open-Air-Theater mit vier verschiedenen Stücken statt – und das seit 1932. Traditionell steht dabei Englands berühmtester Sohn, William Shakespeare, im Mittelpunkt, so ist dieses Jahr „Macbeth“ und „A Comedy of Errors“ zu sehen. Zudem werden aber Arthur Millers „The Crucible“ sowie das Musical „Into the Woods“ von Stephen Sondheim aufgeführt. Eintrittskarten kosten zwischen zehn und 50 Pfund, gerne wird dazu im Park auch gepicknickt. http://www.openairtheatre.org
© Foto: Tourism Ireland

Festival der Kunst

In ganz neue Tiefen hinab begibt sich Londons Naturhistorisches Museum. Bis 5. September entführt es seine Besucher in ein Leben 11.000 Meter unter dem Meeresspiegel. „The Deep“ – „Die Tiefe“ – enthüllt eine Unterwasserwelt, die weniger bekannt ist, als die Oberfläche des Mondes. Die Ausstellung zeigt die unglaubliche, aber auch zerbrechliche Welt der Tiefe und wie sich die Bewohner an sie angepasst haben. Dabei wird der aktuelle Stand der Forschung mit interaktiven Installationen kombiniert. http://www.nhm.ac.uk Festival der Kunst: Das größte kostenlose Open-Air-Kunstfestival Londons steht am 11. und 12. September 2010 mit dem „Thames Festival“ auf dem Programm. Musik, Tanz, Jahrmarkt, Boote und Straßenkünstler verteilen sich im Zentrum der Stadt zwischen dem Riesenrad London Eye und der Tower Bridge. Zu den Highlights der Veranstaltung zählen das „Feast on the Bridge“ mit heimischen, kulinarischen Köstlichkeiten auf der Southwark Brücke. Auf der Themse wird eine Flotte aus alten und neuen Booten von der Tower Bridge zur Westminster Bridge segeln. Am Abend des 12. September werden dann über 2.000 Künstler am „Night Carnival“ teilnehmen, an dessen Abschluss ein Feuerwerk die Hauptstadt erleuchtet. http://www.thamesfestival.co.uk

Ab in den Norden: Liverpool

aul Gauguin steht ab dem 30. September im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Tate Modern in London. „Maker of Myth“ zeigt über 100 Arbeiten des Künstlers aus privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. Zu den Highlights zählen „Vision nach der Predigt“ sowie „Tehamana hat viele Vorfahren“. Die Ausstellung „Maker of Myth“ ist bis 16. Januar 2011 zu sehen. Ab in den Norden: Reich an Geschichte und Kultur – und sogar mit dem Titel der Kulturhauptstadt ausgestattet – ist Liverpool im Nordwesten Englands ein interessantes Ziel für eine Städtereise. Seinen frühen Reichtum erlangte die Stadt als wichtigster transatlantischer Handelshafen Großbritanniens im 18. Jahrhundert. Im Merseyside-Schifffahrtsmuseum lässt sich diese Geschichte – übrigens kostenlos – erleben. Das Museum ist nur ein Highlight an den Albert Docks, hier warten zudem das Beatles-Museum und die Tate Gallery auf Besucher. 2011 wird am durch die „Three Graces“ – drei denkmalgeschützte Gebäude, deren Anblick sich am besten bei einer Fahrt mit der Fähre genießen lässt – berühmten Flussufer zudem das Museum of Liverpool eröffnen. Bei freiem Eintritt erzählt es die lange Geschichte der Stadt. http://www.visitliverpool.com Weitere Museums-Highlights der Stadt sind die Walker Art Gallery mit britischen und europäischen Kunstwerken aus dem 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart, das World Museum Liverpool sowie das internationale Museum der Sklaverei. http://www.liverpoolmuseums.org.uk Liverpool, das ist die Geburtsstadt der Beatles.Immer im August spielt daher die Stadt verrückt, um beim Mathew Street Festival die Pilzköpfe zu feiern. Liverpools Stadtzentrum ist die Bühne für dieses kostenlose Musikfestival. Mehr als 200 Bands aus allen Ecken der Welt treten auf mehreren Bühnen im Freien und den 50 Bars auf. Auch abseits der Party-Zeit sollte beim Liverpool-Besuch auf keinen Fall das Cavern-Viertel im Besuchsprogramm fehlen. Im Nachbau des berühmten Cavern Pub kann man sich bei Live-Musik ruhig einmal ein Bierchen gönnen. http://www.mathewstreetfestival.org
© Foto: Alpetour

Inforeise von Alpetour

Nord)Irland – für Entdecker Alpetour aus Starnberg lud ihre Kunden ein, (Nord)Irland zu entdecken. Organisiert wurde die Reise mit den Partnern DFDS Seaways, Stena Line und Belfast Visitor & Convention Bureau. Das Programm führte mit der Nachtfähre von Amsterdam nach Newcastle. Von Stranraer ging es weiter nach Belfast, wo der nächste Tag ganz im Zeichen der quirligen Stadt stand. Neben einer ausführlichen Stadtrundfahrt mit Besichtigung der City Hall, dem Ulster Museum und dem Titanic Quarter war das Highlight der Besuch der O’Malley’s Experience in der Crown Bar. Die Gäste erlebten einen ganz besonderen irischen Folkloreabend mit Abendessen, Musik und Tänzern. Bei schönem Frühlingswetter präsentierten sich die spekta­kuläre Küstenlandschaft Giant’s Causeway, Bushmills Distillery sowie die Stadt Derry am nächsten Tag. Der Besuch Dublins bildete den Abschluss dieser besonderen Entdeckungstour durch (Nord)Irland. Die Rückfahrt führte über Holyhead durch Wales nach Harwich, wo das Fährschiff nach Hoek van Holland bereitstand.
© Foto: Jörg Berghoff

Tipp: The New Forest und die Jurassic Coast

Jung und alt – The New Forest und die Jurassic Coast Kaum eine andere Landschaft in Großbritannien ist so reich an Naturschätzen, Mythen und Legenden wie der Südwesten Englands, der weit mehr zu bieten hat als Rosamunde-Pilcher-Romantik. Der Küstenabschnitt der Jurassic Coast etwa wurde aufgrund seiner einmaligen Geologie schon zum Weltnaturerbe erklärt, er reicht von Exmouth im Westen bis Bournemouth und dem New Forest im Osten. Ganze 185 Millionen Jahre Erdgeschichte sind hier auf 160 Kilometern spektakulärer Landschaften zu bewundern, die sich zu attraktiven Reiseprogrammen verbinden lassen. Nachhaltige und ökologische Tourismusentwicklung mit vielfältigen Wander- und Aktivprogrammen stehen im New Forest im Mittelpunkt. Der Name täuscht, Englands jüngster National Park wurde zwar erst 2005 ins Leben gerufen. Neu heißt hier allerdings: Stolze 900 Jahre alt ist das dünn besiedelte, idyllische Wald- und Heideland, das schon von William dem Eroberer als königliches Jagdrevier entdeckt und genutzt wurde. Besonders sehenswert im New Forest Nationalpark sind die kleinen Gemeinden Lyndhurst, Burley oder Beaulieu, das mit dem National Motor Museum ein Schmuckstück für Liebhaber der Automobilgeschichte, von Oldtimern und Rolls-Royce-Limousinen bereithält. Nur einen Katzensprung entfernt vom New Forest liegen auch das weltberühmte Stonehenge und das, zugegebenermaßen äußerst Rosamunde-romantische, Shaftesbury. Die Grafschaft Dorset hat es verdient, entdeckt zu werden. http://www.thenewforest.co.uk http://www.jurassiccoast.com http://www.visitbritain.com

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