Rolls Royce des Wassers

© Foto: Hungarian National Tourist Office

Das in Westungarn gelegene Bad Héviz lockte mit seinem Thermalsee 2010 über 90.000 ausländische Besucher an. Kurgäste vertrauen auf die heilende Wirkung des Wassers. Ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis sorgt auch für viele deutsche Gäste.


Datum:
25.07.2011

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Wenn im Winter die Wassertemperatur noch zum Baden einlädt und schon im März die indischen ­Seerosen blühen, wandern die Gedanken schnell durch ferne, exotische Länder. Zu Unrecht. Denn auch Europa hat solch einen Ort zu bieten: Bad Héviz. Schon die alten Römer wussten die Heilkraft des Hévizer Thermalsees, dem größten seiner Art weltweit, zu schätzen. Heute gilt Bad Héviz als der beliebteste Kurort Ungarns. Nicht ohne Grund spricht Kristóf Sztojanovits, Deutschlanddirektor des unga­rischen Tourismusamtes, vom „Rolls Royce des Wassers“. Das schwefel- und radiumhaltige Wasser des Heilsees wird beispielsweise bei der Behandlung von Rheumaerkrankungen eingesetzt. Als Trinkkur verabreicht, soll es auch Magen- und Darm­beschwerden lindern. Eine nicht weniger wichtige Rolle spielt der schwarzbraune Schlamm am Grund des Sees. Denn so genannte „Schlammpackungen“ gelten als eine der typischen Kuranwendungen und kommen in der Physiotherapie zum Einsatz. Schon seit langem auf die Bedürfnisse der Kunden eingestellt sind die Hotels. Eigene Ärzte und Bäderlandschaften sowie Heilwasserbecken, oft direkt aus dem See gespeist, sprechen für sich. László Könnyid, Direktor des ­Hévizer Vier-Sterne Hotels Europa fit, verspricht: „Im Vergleich zu anderen Ländern wie Tschechien, wo Kur­angebote wie in Ungarn als Pa­kete verkauft werden, sind bei uns die Behandlungen auf den Einzelnen zugeschnitten.“ Hinzu gäbe es viele kostenlose Extras.
© Foto: Hotel Karos Spa

Zweitgrößte Übernachtungskapazität

Insgesamt fast 11.000 Betten kann Bad Heviz vorweisen – bei nicht mehr als 5.000 Einwohnern wohlgemerkt. Damit verfügt der Kurort nach Budapest über die zweitgrößte Übernachtungskapazität im Lande. Seinen beschaulichen Kleinstadt-Charakter hat Heviz aber behalten – zu Fuß lässt sich der Ort in aller Ruhe erkunden. Drei neu geschaffene Fußgängerzonen sorgen zudem für entspannte Bummelatmosphäre. Ein erwähnenswertes Detail bei den Hotels: Die Anmutung kann sich auch innerhalb einer Sternekategorie stark unterscheiden – vom sozialistischen Plattenbau mit Klinik-Flair bis hin zur modernen, zeitgemäßen Wellnessoase. Doch Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Bestes Beispiel jedoch, dass Héviz mit der Zeit geht, ist die ansässige Zahnklinik Gelencsér Dental. Urlaub und eine kostengünstige Zahnbehandlung zu verbinden, liegt im Trend. Durch die TÜV Rheinland-Zertifizierung der Klinik können deutsche Kunden nicht nur mit Qualität, sondern auch mit dem Festzuschussanteil der Krankenkasse rechnen. Der stets steigenden Nachfrage nach Wellnessangeboten kommt die Balaton-Region ebenfalls nach. Neben Héviz, dessen Schwerpunkt speziell auf Kurreisen liegt, laden beispielsweise auch die Hotels in Bad Zalakaros oder Bad Sárvar mit ihren großzügigen ­Bäderlandschaften zum Erholen und Relaxen ein.
© Foto: Hungarian National Tourist Office

typisch ungarisch

Wer seinen Gästen etwas typisch Ungarisches, fernab von Wellness und Kur, bieten will, sollte den Besuch eines Csárda-Gasthofes in sein Programm aufnehmen. Während dort früher die Hirten der Graurinderherden bei ihren Wanderungen ein warmes Plätzchen vorfanden, können Besucher heute einheimische Gerichte mit vielen regionalen Spezialitäten genießen. Die ungarische Paprika sorgt für die nötige Würze. Dazu vielleicht noch ein Glas vom bekanntesten Wein Ungarns – dem Tokajer. Genusshungrige mit Hang zum Süßen sollten sich zudem die Schomlauer Nockerln nicht entgehen lassen. Die in Rum getränkten und mit Schokolade überzogenen Biscuitstückchen sind ein beliebtes Dessert. Ein Deutscher, den Ungarn schon vor vielen Jahren gefesselt hat, ist Reiseunternehmer Josef Mutsch. Mit deutschen Kurgästen an Bord, organisierte er 1996 erstmals Busreisen nach Héviz. Inzwischen ist Mutsch auf ein schnelleres Transportmittel umgestiegen. In den Monaten von April bis Oktober landet wöchentlich auf dem Airport Fly Balaton, zwölf Kilometer entfernt von Héviz, eine Chartermaschine der Lufthansa. „Von Frankfurt am Main dauert es mit dem Bus zirka zwölf Stunden, das Flugzeug ist in eineinviertel Stunden da“, resümiert Mutsch. Paketer Frankenland Reisen, an Mutsch Reisen beteiligt, bietet Busunternehmern neben den Flugreisen nach Héviz alternativ einen so genannten Kurpendel an. Hat der Unternehmer genügend Gäste, kann die Anreise in Eigenregie erfolgen; bei niedriger Nachfrage können die Kunden auf der Pendelstrecke mitgegeben werden. Die Umverteilung der Gäste erfolgt über Drehkreuze in Deutschland, wo die Teilnehmer nach einem Mittagessen den Bussen zugeteilt werden, die Héviz ansteuern. Frankenland Reisen verspricht dabei eine Durch­führungsgarantie für alle Termine von Anfang Januar bis Ende Dezember.

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