Stadt - Land - Fluss

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Entdeckungen in Niedersachsen – auf Tour in weniger bekannten Regionen des nördlichen Bundeslandes und in der vielleicht am meisten unterschätzten Landeshauptstadt Deutschlands. Ein Bummel durch Hannover, das Emsland, die Wesermarsch und die Lüneburger Heide in den Wintermonaten hinterlässt bleibende Eindrücke.


Datum:
27.09.2019

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Königlich präsentieren sich Hannovers Herrenhäuser Gärten. Der Große Garten von Hannover zählt zu den bedeutendsten Barockgärten Europas und zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt Niedersachsens. Seit über 300 Jahren repräsentieren die Herrenhäuser Gärten feudale Lebensart im Grünen. Ihr Herzstück, der Große Garten, zählt zu Europas bedeutendsten Barockgärten und begeistert Touristen aus der ganzen Welt. Wie einst die Hofgesellschaft, so flanieren heute die Besucher zwischen reich verzierten Parterrestücken, prächtigen Skulpturen und kunstvoll geschnittenen, illuminierten Hecken. Wasserspiele plätschern in versteckten Winkeln, die Große Fontäne beeindruckt mit ihrer 72 Meter hohen Wassersäule. Geschaffen von Kurfürstin Sophie als „Grands Jardins de la Leine“, ist der Große Garten eine der wenigen Parkanlagen ihrer Zeit, die in ihrer Grundstruktur erhalten sind. Im Jahr 2015 wurden die Herrenhäuser Gärten mit dem Europäischen Gartenpreis ausgezeichnet. In der Kategorie „Historische Gärten“ erhielt mit den Herrenhäuser Gärten zum ersten Mal ein deutscher Park diese Auszeichnung. Vergeben wird der Preis vom Europäischen Gartennetzwerk EGHN, dem European Garden Heritage Network. Es ist das größte Gartennetzwerk Europas und vertritt über 170 Mitglieder in zwölf Ländern.

Barock trifft Moderne. Als märchenhaftes Kalei­dos­kop aus Spiegeln, buntem Glas und Kieselsteinen zieht die Grotte von Niki de Saint Phalle in ihren Bann. Die berühmte Künst-lerin hinterließ hier ihren letzten Liebesbeweis an die Hannoveraner. Das wiederaufgebaute Schloss Herrenhausen am Originalplatz im Ehrenhof des Großen Gartens beherbergt neben einem modernen ­Tagungskomplex für wissenschaftliche Veranstaltungen das neue Museum Schloss Herrenhausen – eine Einrichtung der Landeshauptstadt Hannover, gefördert durch das Land Niedersachsen. Das Museum zeigt wechselnde Ausstellungen im Kontext zu Herrenhausen und Hannover. Gegenüber befindet sich der Berggarten, entstanden Mitte des 17. Jahrhunderts. Dieser botanische Schaugarten verwöhnt das ganze Jahr über mit seiner exotischen Blütenpracht. Ebenfalls zu den Herrenhäuser Gärten zählt der Georgengarten, ein beliebtes Naherholungsziel im Stil der englischen Landschaftsarchitektur.

Kreativer Kulturgenuss. Die KunstFestSpiele Herrenhausen sind ein vielfältiges sommerliches Festivalformat aus Theater, Konzerten und Kunstinstallationen. Von Mai bis September verzaubern alljährlich fantastische Himmelsgemälde zu perfekt abgestimmter Musik die Besucher des Internationalen Feuerwerkswettbewerbs, bei dem sich die besten Pyrotechniker gegenseitig übertreffen. Gestaltet im Stil eines Amphitheaters, bietet das Gartentheater eine wunderschöne Szenerie für Schauspielereignisse und Musicals im Freien. Mehr als 100 Akrobaten, Pantomimen und Musikanten präsentiert seit über 25 Jahren das „Kleine Fest im Großen Garten“, das an vielen Sommerabenden im weitverzweigten, barocken Ambiente stattfindet. In der kühleren Jahreszeit werden Galerie und Orangerie zu begehrten Schauplätzen für klassische Konzerte und das Wintervarieté.

Niedersachsens Städte XXL. Der Hannover Flughafen macht es möglich: Als neuer Partner der Marketingkooperation „9 Städte +2 in Niedersachsen“ stärkt der Hannover Airport die internationale Vermarktung Niedersachsens. Ab sofort beeindrucken Sehenswürdigkeiten wie die Herrenhäuser Gärten oder der Burgplatz in Braunschweig auf einem 16 Meter breiten Riesenbanner direkt am S-Bahnhof des Flughafens. Die Botschaft des Banners ist eindeutig: Die Städte sind vom Flughafen, als niedersächsisches Drehkreuz, schnell und einfach zu erreichen und bieten attraktive Highlights für internationale Gäste. Sönke Jacobsen, Pressesprecher des Hannover Airport, sagt dazu: „Als Tourismusairport ist uns wichtig, die Attraktivität von den Städten in Niedersachsen zu kommunizieren und sichtbar zu machen. Da bietet sich der Flughafen mit über 6,3 Millionen Passagieren im Jahr als Werbe-Hotspot natürlich an.“ Von der Schlagkraft der Kooperation der Städte Braunschweig, Celle, Göttingen, Goslar, Hameln, Hannover, Hildesheim, Lüneburg und Wolfenbüttel mit den Partnern Autostadt in Wolfsburg und Hannover Airport zeugen auch die aktuell veröffentlichten Halbjahreszahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen. Insgesamt verzeichneten die Städte bis zur Jahresmitte fast 2,7 Millionen Übernachtungen, davon 490.245 aus dem Ausland. Bei den Auslandszahlen bedeutet das eine Steigerung von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Kooperation „9 Städte in Niedersachsen“ wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet. Die Zusammensetzung der Städte ist seitdem unverändert. 2011 trat die Autostadt in Wolfsburg als Partner der Kooperation bei, der Flughafen Hannover 2019. www.9staedte.de

Klappe die erste und Film ab! Was haben Heike Makatsch, Florian Fitz, Armin Rohde und Hollywood-Schauspieler David Gant gemeinsam? Sie alle besuchten das Emsland, um dort Filme zu drehen und quasi nebenbei die tolle Landschaft und Gastfreundlichkeit der Emsländer zu genießen. Kulissen für Film- und Fernsehproduktionen gibt es im Emsland zu Hauf: landschaftliche Weiten, mysteriöse Moorlandschaften, Hünengräber, historische Mühlen und Rathäuser sowie extravagante Locations wie das Barockschloss Clemenswerth in Sögel – in Letzterem war kein Geringerer als Hape Kerkeling zu Gast für den Film „Willi und die Windsors“. Was das Emsland da­rüber hinaus besonders macht: In der Kleinstadt Haren ist ein Stuntteam unter der Leitung von Ralf Cordes ansässig, das die interna-tionalen Filmteams professionell unterstützt. Das Emsland erstreckt sich über 2.880 Quadratkilometer von der nordrhein-westfälischen Landesgrenze bei Rheine bis zur Grenze Ostfrieslands bei Papenburg und ist damit flächenmäßig größer als das Bundesland Saarland. Rund eine Million Urlauber verzeichnet das Emsland jährlich, die meisten von ihnen sind Radwandertouristen und naturinteressierte Gruppen. Die Region bietet mit über 3.500 Kilometern ein ausgeprägtes Radwegenetz entlang der Flussläufe von Ems und Hase, Moore und Wälder, aber auch zahlreiche Bauern- und Ferienhöfe und Landhotels für Gruppen, die als besonders nachhaltig ausgewiesen sind. www.emsland.com

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Stadt - Land - Fluss - Teil II

Mit Dampf oder per Fahrrad lässt sich auch die Region Wesermarsch mit ihren weiten Geestflächen auf der Vier-Sterne Qualitätsradroute „Weser-Radweg“ erkunden. Die themenbezogenen Radtouren, wie zum Beispiel die Storchenroute oder die Wolfs-Tour, geben inte­ressante Einblicke in Historie, Flora und Fauna der Mittelweser-Region zwischen Minden und Bremen. Auf einer gemütlichen Ausflugsfahrt mit einem schippernden Weserschiff können vom Wasser aus ganz besondere Eindrücke gewonnen werden. Nos-talgie pur bietet die Museumseisenbahn in Bruchhausen-Vilsen. Gemächlich tuckern die Dampf- und Diesellokomotiven durch die bunten Felder. Einzigartig ist die Sammlung von mehr als 100 Kleinbahn-Fahrzeugen im ältesten deutschen Eisenbahn-Freilichtmuseum. Mit Schaufütterungen und Geheul erhalten Besucher im Wolfcenter Dörverden einen spannenden Einblick in das Leben rund um Meister Isegrim sowie Infos über die Chancen, Risiken und Herausforderungen, die wild lebende Wölfe mit sich bringen. Die Tiere leben in mehreren Gehegen, für Übernachtungsgäste gibt es sogar exklusive Baumhaushotels. Glasherstellung wie vor 100 Jahren mit Pfeife und historischem Schmelzofen: Die faszinierende Glaskunst lässt sich noch heute in der Glashütte Gernheim erleben. Zudem werden rund um die Glasgeschichte wechselnde Ausstellungen, kreative Kurse, Führungen und Schauvorführungen angeboten. Auf den Spuren der Dinosaurier geht es im Dinosaurierpark Münchehagen, Deutschlands größtem wissenschaftlichen Erlebnis- und Themenpark. Anhand von 230 lebensechten Rekonstruktionen der Urzeittiere mit über 300 versteinerten und 150 Millionen Jahre alten originalen Dinosaurierspuren sowie Mitmach-Aktionen tauchen kleine und große Dino-Fans in die spannende Welt der Riesenechsen ein. www.mittelweser-tourismus.de Eenfach mol verpuusten – das idyllische Bremervörde lädt zur nordischen Auszeit. Im Zentrum des Elbe-Weser-Dreiecks bettet sich Bremervörde in die Idylle Nordniedersachsens. Der anerkannte Erholungsort zwischen Bremen und Hamburg punktet unter anderem mit einem gut ausgebauten Radwanderwegnetz. Ob Moor, Heide, Wald oder Wasser – die abwechslungsreiche Umgebung lässt sich ideal per pedes oder Drahtesel erkunden. Vier lokale Themen-routen, die „Geest-Route“, die „Wald­entdecker-Route“, die „Moorteufel-Route“ und die „Ostekultur-Route“ eignen sich ideal als Tagestour und sorgen für faszinierende Anblicke. Auch die sogenannten Nordpfade versprechen schöne Wandermomente. Flach, weit und einzigartig ist hier das Motto, und die Wege führen entspannt zu attraktiven Zielen im Landkreis Rotenburg/Wümme. Ein echtes Highlight ist zudem eine Fahrt mit dem historischen Moorexpress, der den Passagieren die Fülle landschaftlicher und kultureller Anziehungspunkte der Region näherbringt. Der legendäre Zug verkehrt zwischen Bremen und Stade und versprüht auf seiner Fahrt durch das Teufelsmoor das Flair vergangener Tage. Darüber hinaus lockt Bremervörde mit seinem barrierefreien Natur- und Erlebnispark, dem grünen Juwel der Region. Nur fünf Minuten vom Stadtkern entfernt, direkt am Vörder See gelegen, erwarten Besucher hier nicht nur üppig blühende Themengärten, Feuchtbiotope sowie weitläufige Grünflächen, sondern auch ein buntes Freizeit- und Wassersportprogramm. Ruhiger geht es im Haus des Waldes, das Interessierten unter fachkundiger Betreuung das komplexe Gebilde Wald näherbringt, und der Welt der Sinne zu: Frei nach dem Motto „Erleben, Entdecken, Erforschen, Erfahren“ erhalten Besucher spannende Einblicke in die Geheimnisse der Natur. www.bremervoerde.de Winter in der Lüneburger Heide. Weitläufige Heideflächen mit Wacholderbäumen und Birken, geheimnisvolle Moorlandschaften, glasklare Flüsse und Bäche – wenn der Winter in der Lüneburger Heide Einzug hält, fällt die Landschaft in einen tiefen Schlaf. Und gerade dann entpuppt sie einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Raureif hat Heidebüsche und Bäume überzogen und lässt sie in der Wintersonne funkeln, Teiche sind zugefroren, und in den Mooren ragen Schilfhalme trotzig aus dem glitzernden Eis. Dabei ist es so still, dass man beim Laufen nur das Rascheln unter den Füßen hört und spürt, wie die Lungen die frische, glasklare Luft einatmen. Einen großartigen Rundumblick in die Vielfalt der winterlichen Heidelandschaft bietet ein Spaziergang auf den 135 Meter hohen Turmberg bei Oberhaverbeck im Herz des autofreien, 23.440 Hektar großen Naturschutzgebiets. Von oben blickt man auf weitläufige Heideflächen, die sich mit Eichen- und Buchenwäldern abwechseln. Steinbrocken und Findlinge aus Granit, teilweise bis zu 300 Tonnen schwer, liegen wie zufällig verstreut in der Landschaft. Relikte aus den Eiszeiten, die mit ihren bizarren Formen das Gesicht der Heide prägen. Mit etwas Glück sieht man eine Heidschnuckenherde – Wappentiere und wichtigste Landschaftspfleger in der Lüneburger Heide. Nur ihr leises Blöken ist zu hören, ansonsten ist es still. Dann heißt es innehalten und den Moment genießen. Das urige Heidedorf Wilsede mit seinen roten Backsteinhöfen und reetgedeckten Dächern ist eines der Hauptattraktionen der Lüneburger Heide, obwohl der Ort völlig abgeschieden liegt und nur zu Fuß, dem Rad oder der Pferdekutsche zu erreichen ist. Im Sommer ist Wilsede ein beliebtes Ausflugsziel, im Winter aber ist man dort fast allein. Die perfekte Jahreszeit, um entspannt durch das Museumsdorf zu bummeln, das Heidemuseum „Dat ole Huus“ zu besuchen oder im Museumsladen leckeren Heidehonig und andere Souvenirs zu erstehen. In den Restaurants stehen regionale Wildspezialitäten und deftige norddeutsche Gerichte wie Grünkohl auf den Speisekarten – genau das Richtige, um sich nach einem sinnlichen Winterspaziergang in der Lüneburger Heide zu stärken. Übrigens wurden die riesigen Heideflächen südlich von Hamburg und nördlich von Hannover bereits 1921 unter Naturschutz gestellt. Sie gelten damit als eine der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. www.lueneburger-heide.de (js)

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