Zeitreise in die Vergangenheit

© Foto: Staatsoperette Dresden

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Das neue Jahr steht ganz im Zeichen der Industriekultur, denn 2020 wurde zum „Jahr der Industriekultur“ auserkoren. Eines der Highlights ist die 4. Sächsische Landesausstellung. Zeitgleich geben Industriestandorte Einblicke in die Zeiten, als die Industrie in Deutschland noch boomte.


Datum:
20.12.2019

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Das neue Jahr 2020 steht im Freistaat Sachsen ganz im Zeichen seines umfangreichen industriellen Erbes. Im „Jahr der Industriekultur“, das nun ausgerufen wurde, bildet die 4. Sächsische Landesausstellung wohl eines der Highlights. Die 4. Sächsische Landesausstellung findet vom 25. April bis zum 1. November 2020 unter dem Titel „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ statt. Die zentrale Ausstellung der Sächsischen Landesausstellung findet im Audi-Bau in Zwickau statt. Die Ausstellung in Zwickau schaut zurück auf die Anfänge und Hochphasen der Industrialisierung Sachsens und wagt einen Blick in die Zukunft des heutigen Freistaates. Die Region Südwestsachsen war eine der ersten und wichtigs­ten Zentren der europäischen Industrialisierung. Hier gingen Kapital und Arbeit, Wissen und Innovation, Technik und Gesellschaft zukunftsweisende Verbindungen ein. Darum beruht das Selbstverständnis der Sachsen bis heute auf dem Dreiklang von Naturschönheit, kulturellem Reichtum und einer breiten industriellen Basis. Die Landesausstellung im Audi-Bau sollten alle besuchen, die diese Seite Sachsens verstehen und erleben möchten. Die Ausstellung erzählt auf 2.500 Quadratmetern von der wechselvollen Geschichte der arbeitenden Menschen in einer schon früh industrialisierten Region. In einem Themenparcours präsentiert die Landesausstellung historische Objekte und Dokumente, technische Geräte, Fotografien und Filme, aber auch Kunstwerke und Medieninstallationen. Mit dieser Zusammenstellung bietet der Rundgang überraschende Zugänge zur faszinierenden Welt der fünfhundertjährigen sächsischen Industriekultur. Als zentraler Schauplatz der 4. Sächsischen Landesausstellung wurde der Audi-Bau im Norden Zwickaus ausgewählt, weil er ein wichtiger Teil der sächsischen Industriegeschichte ist. Das Indus­triegebäude wurde speziell für die Ausstellung zum temporären Museumsgebäude umgestaltet. Eigentlich ist das Gebäude Teil der ehemaligen Automobilwerke Zwickau, in dem die verschiedenen Modelle der Auto Union AG – Audi, DKW, Horch und Wanderer gebaut wurden. Zu DDR-Zeiten liefen hier außerdem Trabis vom Band. Führungen für Gruppen sind nach vorheriger Anfrage durch die Zentralausstellung möglich. www.boom-sachsen.de

Automobilgeschichte. Neben der zentralen Ausstellung in Zwickau umfasst die 4. Sächsische Landesausstellung sechs weitere Schauplätze. Beispielsweise zeigt das August Horch Museum in Zwickau unter dem Motto „Autoboom“ eine Ausstellung, in der sich alles um die Entwicklung in der Automobilindustrie dreht. Zudem beleuchtet das August Horch Museum die Geschichte der durch das Auto möglich gewordenen Mobilität und setzt sich mit Zukunftsfragen – insbesondere mit Blick auf die in Sachsen beheimatete Automobilproduktion – auseinander. Führungen durch die Sonderausstellung sind nach Absprache jederzeit möglich. Dabei werden die Führungen speziell auf die Wünsche der einzelnen Gruppen zugeschnitten. Gruppen haben beispielsweise die Möglichkeit, mittels Audio-Führungssystem die Ausstellung im August Horch Museum zu erkunden oder aber „persönlich“ durch einen Guide begleitet zu werden. Außerdem bietet das Museum in Zwickau spezielle Führungen für Menschen mit Handicap an. Sonderführungen sind zudem außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich. Diese sind immer dienstags bis sonntags von 9.30 bis 17.00 Uhr. www.horch-museum.de

Spitzengeschichte. Wie ein feiner Faden zieht sich das Thema „Spitzenstickerei“ durch die Geschichte der Stadt Plauen. Ihre Blütezeit erlebte die Spitzenproduktion am Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals verhalf dieser Industriezweig der Stadt Plauen zu Wohlstand und großstädtischem Flair. Heute fertigen noch etwa dreißig Unternehmen im gesamten Vogtland unter dem Markennamen Mode- und Dekorationsartikel. Einige dieser Unternehmen bieten Schauvorführungen, Besichtigungen oder einen Betriebsverkauf an. Die meisten Besucher im Vogtland lernen die Plauener Spitze im Spitzenmuseum oder in der Schau­stickerei kennen. Wenn hier die historischen Stickmaschinen zu arbeiten beginnen, wird die Arbeitswelt der Sticker vor 100 Jahren erlebbar. Damals waren viele fleißige Hände notwendig, damit Erzeugnisse aus Plauener Spitze entstehen konnten. Anlässlich der Sächsischen Landesausstellung wird es in der Schaustickerei im neuen Jahr 2020 unter dem Motto „Die Plauener Spitze(n) – Sticken für den Weltmarkt“ eine Sonderausstellung geben. Diese soll an fünf Stationen die Themen Lohnstickerei, Stickmaschinen, die Marke „Plauener Spitze“ sowie das Erbe und die Zukunft der vogtländischen Stickerei für Besucher erlebbar machen. www.schaustickerei.de

Kunstgeschichte. Seit Dezember 2016 spielt die Staatsoperette Dresden in ihrem neuen Theater im Kraftwerk Mitte. Knapp 100 Jahre produzierte das Kraftwerk Mitte Energie für die sächsische Landeshauptstadt. Der Industriekomplex gehörte lange Zeit zu den markantesten Punkten in Dresdens Mitte. Das riesige Kesselhaus mit seinen vier Schornsteinen prägte mitsamt den Funktionsgebäuden die Stadtsilhouette. In den 1990er-Jahren wurde das Kraftwerk durch neue und umweltfreundlichere Anlagen ersetzt. Übrig blieb ein Industrie-areal in bester Innenstadtlage, das allmählich verfiel und zum Teil abgerissen wurde. Seit 2008 trieb die Landeshauptstadt Dresden die schrittweise Revitalisierung der denkmalgeschützten Gebäude voran. Das Herz der Planungen war dabei der Neubau der Staatsoperette Dresden und des Theaters Junge Generation auf dem Gelände. Beispielsweise wurde die ehemalige Maschinenhalle zum großen Foyer umgestaltet. Vom Foyer aus gelangen Besucher in die Spielstätten des Theaters. Dort finden auch 2020 wieder vielfältige und abwechslungsreiche Vorstellungen statt. Beispielsweise feiert das Stück „Casanova – Große Operette in sieben Bildern“ am 16. Mai 2020 um 19.30 Uhr seine Premiere in der Staatsoperette Dresden. In dem Stück geht es um den berühmt-berüchtigten Casanova, der Herzensbrecher, Frauenheld und Lebemann ist. Besucher dürfen sich auf eine rasante Revue-Operette freuen. Am 12. Juni 2020 widmet sich die Staatsoperette Dresden dann einem der größten Kinderbuchklassiker der jungen Vergangenheit: Emil und die Detektive. In dem Musical geht es um den Jungen Emil Tischbein, der zum ersten Mal allein mit dem Zug nach Berlin fährt. Auf dieser Reise wird ihm bedauerlicherweise eine größere Menge an Bargeld gestohlen. Mutig nimmt der kleine Mann die Verfolgung eines Verdächtigen auf und wird dabei tatkräftig von einer Bande von Jungs, die sich um Gustav mit der Hupe geschart hat, unterstützt. Wie die wilde Verfolgungsjagd ausgeht, erfahren Interessierte im kommenden Sommer in der Staatsoperette in Dresden. www.staatsoperette.de

© Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/picture-alliance

Zeitreise in die Vergangenheit - Teil II

Kraftwerksgeschichte. In den Jahren 1964 bis 1992 brannte im Kesselhaus in drei riesigen Kohleöfen das Feuer, gefüttert von Kohlebunkern, angefacht von Druckluft, überwacht von Kesselwärtern, Schichtführern und Aschemännern. Nach der Stilllegung im Jahr 1992 wurde es hingegen zunächst einmal still auf dem Industriegelände in Leipzig. Nachdem das Gebäude in den Jahren 2012 bis 2014 einen neuen Eigentümer erhielt und grund­legend saniert wurde, konnte es im Jahr 2015 unter neuer Firmierung wiedereröffnen. Das Kunstkraftwerk in Leipzig war geboren und startete auch gleich mit einem Ausstellungsprogramm. Auch im neuen Jahr begeistert das Kunstkraftwerk Leipzig mit einzigartigen Veranstaltungs- und Ausstellungsangeboten. Beispielsweise findet weiterhin die Show „Leonardo da Vinci – Raffael – Michelangelo. Giganten der Renaissance“ statt. Begleitet von Musik bringt diese Show Besucher mit den größten Meistern der italienischen Malerei in Kontakt. Geöffnet hat das Kunstkraftwerk in Leipzig dienstags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr. Zusätzlich hat es an Samstagen, Sonntagen und an allen Feiertagen von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind nach vorheriger Absprache möglich. www.kunstkraftwerk-leipzig.com Bergbaugeschichte. Lange Zeit war der mitteldeutsche Raum geprägt von der jahrhundertelangen Förderung von Braunkohle. Nachdem Anfang der 90er-Jahre dieser Industriezweig langsam zum Erliegen kam, verschwand innerhalb von kürzester Zeit beinahe die gesamte Infrastruktur, die an diese Zeiten erinnerte. Um den Braunkohleabbau in der Region nicht völlig in Vergessenheit geraten zu lassen, wurde vor mehreren Jahren der Bergbau Technik-Park im Leipziger Neuseenland ins Leben gerufen. Er soll einen authentischen Einblick in die Vergangenheit gewähren und damit eine Brücke zur Gegenwart und Zukunft schlagen. Heute können Besucher des Parks einen kompletten Förderzyklus in einem Braunkohletagebau nachverfolgen. Außerdem kommen hier Themen wie Energierückgewinnung und -verbrauch zur Sprache. Ein spezieller Bereich im Bergbau-Technik-Park erinnert zudem an die Geschichte vom Verschwinden ganzer Dörfer. www.bergbau-technik-park.de Porzellangeschichte. Auch die filigrane Herstellung von Porzellan ist ein Industriezweig, der besondere Aufmerksamkeit verdient. Vor allem die berühmte Porzellanmanufaktur Meißen dürfte vielen ein Begriff sein. Die Qualität Meißener Porzellans beginnt im manufaktureigenen Bergwerk unweit von Meißen, in dem Kaolin abgebaut wird. Die weiße Tonerde ist der Schlüssel für das weltberühmte Meißener Porzellan. Die richtige Mischung des Kaolins mit einheimischem Feldspat und Quarz wurde in Meißen in über 300 Jahren verfeinert und wird bis heute von Hand hergestellt. Wer der Geschichte der Porzellanherstellung in Meißen einmal genauer auf die Spur kommen möchte, sollte die Manufaktur besuchen. Diese ist ganzjährig von Montag bis Sonntag jeweils von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. www.erlebniswelt-meissen.com (ts)

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