Aufgrund von Bauarbeiten können seit längerer Zeit schon keine Züge mehr zwischen Lübeck und Puttgarden fahren. Als Ersatz sind Doppelstockbusse unterwegs, wie das Land Schleswig-Holstein und der Nahverkehrsverbund für Schleswig-Holstein (NAH.SH) erklärten, die auf die hohen Fahrgastzahlen in den Bussen verweisen. Angebotsverdichtung, der Einsatz von Doppelstockbussen sowie eine optimale Routenführung würden sich damit auszahlen, so das Fazit. Betreiberin des X85 ist die Autokraft im Auftrag von DB Regio SH.
Busse punkten mit attraktiver Reisezeit
In Oldenburg in Holstein haben sich die Ein- und Aussteigerzahlen im Vergleich zu 2019 laut NAH.SH sogar nahezu verdoppelt. Ein wesentlicher Grund sei die Reisezeit, denn zwischen Lübeck und Oldenburg i.H. benötigen die Busse nur fünf Minuten mehr als früher der Zug (66 statt 61 Minuten). Der Kreis Ostholstein hat die Einführung des X85 genutzt, um das regionale Busangebot gezielt auf den Ersatzverkehr abzustimmen, besser zu vertakten und auszubauen. „Die Fahrgastzahlen zeigen uns, dass es sich auszahlt, attraktive Mobilitätsketten zu schaffen. Mit dem vertakteten Busverkehr ist es gelungen, gut planbare Verbindungen anzubieten, die von den Fahrgästen gut angenommen werden können“, erklärte Arne Beck, Geschäftsführer der NAH.SH.
Doppelstockbusse mit hoher Fahrgastkapazität
Zuvor waren auf der Strecke Züge des Typs Lint 41 mit 126 Sitzplätzen unterwegs. Die heutigen Doppelstockbusse des Typs Neoplan Skyliner verfügen über 75 Sitzplätze und zusätzliche Fahrradheckträger. Um die geringere Kapazität auszugleichen, fährt der X85 doppelt so häufig. Trotz des Busbetriebs habe sich die Fahrzeit nur geringfügig verlängert. Möglich werde das „durch die konsequente Führung über die Autobahn sowie Haltestellen in verkehrsgünstiger Lage“. Auf der Gesamtstrecke Lübeck – Puttgarden beträgt die Fahrzeit heute 1 Stunde und 54 Minuten – nur rund 15 Minuten mehr als früher mit dem Zug (1 Stunde und 37 Minuten).
SEV muss kein schlechter Kompromiss sein
„Unser Anspruch war es, für die ausfallenden Züge zwischen Lübeck und Puttgarden einen Ersatzverkehr zu schaffen, der den Fahrgästen besonderen Komfort bietet. Umso mehr freue ich mich, dass sich unsere intensiven Planungen für ein hochwertiges Angebot auszahlen. Ein Ersatzverkehr muss absolut kein schlechter Kompromiss sein“, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. Der Schienenersatzverkehr auf der X85 sei dabei eine Besonderheit, weil er lange im Voraus planbar war und für einen Zeitraum von mehreren Jahren läuft, so der NAH.SH.