IAA: Kraftstoffqualitätssensor von Continental

06.09.2012 15:08 Uhr
Kraftstoffqualitätssensor (Fuel Quality Sensor) von Continental
© Foto: Continental

Nfz-Motoren müssen beispielsweise im Fernverkehr mit einer wachsenden Anzahl an Diesel- und Biokraftstoffgemischen arbeiten, die nicht nur die Verbrennung beeinflussen, sondern auch die Nacheinspritzungsstrategie, die zur Abgasnachbehandlung dient.

Abhängig von der Region kann der Kraftstoff zudem mit unerwünschten Bestandteilen verunreinigt sein.  Ein überhöhter Schwefelanteil beispielsweise kann dem Motor schaden. Als Antwort darauf stellt der internationale Automobilzulieferer Continental auf der IAA Nutzfahrzeuge den letzten  Entwicklungsstand seiner Kraftstoffsensorlösungen vor. „Es gibt weltweit eine wachsende Nachfrage nach hoch entwickelten  Nfz-Motoren“, sagt Mathias Miedreich, Leiter des Segments Abgas- und Emissionssensoren, Business Unit Sensors & Actuators bei  Continental Powertrain. „Die Kraftstoffeigenschaften können  den Wirkungsgrad, die Emissionen und die Haltbarkeit moderner  Dieselmotoren stark beeinflussen. Deshalb beobachten wir eine große Nachfrage nach Lösungen zur Bestimmung wesentlicher  Kraftstoffmerkmale. Unsere neuen Produkte lösen diese Aufgabe.
Eine der wichtigsten Anforderungen ist die Erkennung von  Schwefel im Diesel.“ Nach dem erfolgreichen Abschluss des 2011 ausgelaufenen, vierjährigen Euripides Forschungsprojekts hat  Continental inzwischen Muster seines neuen Kraftstoffqualitätssensors (Fuel Quality Sensor) zum Test und zur Fahrzeugintegration  an mehrere Nfz-OEM ausgeliefert.

Der neue Continental Kraftstoffqualitätssensor kann  das veränderliche Diesel-Biokraftstoffgemisch im Tank und seine aktuelle Cetanzahl mit einer angestrebten Genauigkeit von plus/minus fünf Prozent Biodiesel bestimmen. Auf der Grundlage dieser Information kann die Verbrennungsstrategie und die Nacheinspritzung als Teil der Abgasnachbehandlung so angepasst werden, dass der Motor mit  bestmöglicher Effizienz und bei geringsten Emissionen läuft, erklärt Continental. Die zweite Herausforderung besteht darin, eine konstante Emissionsqualität und die Systemhaltbarkeit sicherzustellen. Gelingt das nicht, so können Verunreinigungen im Diesel die Haltbarkeit des Motors und der Abgasnachbehandlungssysteme verringern: Um den Kraftstoff auf eine umfassende Liste von chemischen Bestandteilen untersuchen zu können – einschließlich Schwefel – hat Continental den Sensor basierend auf einem optischen Messprinzip entwickelt. „Im Grunde handelt es sich dabei um ein miniaturisiertes Kraftstofflabor“, sagt Hervé Richard, Projektleiter Kraftstoffqualitätssensor bei Sensors & Actuators, Division Powertrain, „es erkennt den optischen Fingerabdruck des Kraftstoffs und ermöglicht damit eine Feinabstimmung des Motormanagements. Zugleich erfasst der Sensor problematische Substanzen wie Schwefel, Wasser oder Ottokraftstoff im Diesel“. Indem er diese Information bereit stellt, kann der Kraftstoffqualitätssensor dabei helfen, Verunreinigungen rechtzeitig zu entdecken, bevor sie Schäden wie etwa eine Vergiftung der Abgasnachbehandlung anrichten können. Je nach dem Ausmaß an Verunreinigungen können geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um Schäden und Haftungsstreitigkeiten zu vermeiden. (ah)

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