Das Fahrverhalten ist phänomenal

Neben gelegentlichen Rollstühlen ist des Fahrers täglich Brot jedoch das Beladen des Busses mit Gepäckstücken. Beim Doppelstockbus schon allein aufgrund der schieren Menge eine Herausforderung: Wenn ein 4-Sterne-Hochbodenbus-Fahrer schon fertig verpackt hat, ist der Skyliner-Fahrer gerade mal bei der Hälfte angelangt. Deswegen kommt es auf einen gut zugängigen Kofferraum an. Und das ist hier der Fall. Die Koffer können entweder durch vier große Klappen eingeladen werden oder aber über die großzügige Tür. Etwa elf Kubikmeter fasst das Gepäckabteil. Aufgrund des konstruktiv bedingten sehr hohen Bodens ist das Beladen aber immer noch keine schöne Angelegenheit.

Deutlich entspannter geht es da rund um den Fahrerarbeitsplatz zu. Auch wenn der Raum insgesamt nicht so großzügig ist wie beispielsweise im neuen VDL Doppeldecker, fühlt man sich als Fahrer dennoch sehr wohl. Das liegt unter anderem daran, weil sich das Cockpit förmlich um den Fahrer herumschmiegt. Sämtliche Schalter und Taster sind gut zu erreichen. Ablagen und kleinere Fächer gibt es auch ausreichend. Schön ist die neue Multimediazentrale mit Touch-Screen, weniger schön ist deren zu kleines Display mit den doch sehr klein dargestellten Buttons und Menüs. Die Sicht in die Außenspiegel ist für einen Doppeldecker gut, selbst der Rampenspiegel rechts ist ohne Verrenkungen dauerhaft im Sichtfeld des Fahrers.

Fahren lässt sich der Skyliner phänomenal. Kaum zu glauben, dass man einen Doppeldecker bewegt, so geschmeidig gleitet der Bus über die Fahrbahn. Und dabei spielt es fast keine Rolle, ob es gute oder schlechte Straßen sind, das Fahrwerk ist eine Wucht. Dazu kommt das Schwingungsdämpfungssystem CDS (ComfortDrife Suspension). Dabei handelt es sich um ein aktives, gesteuertes Federungssystem, welches die Stoßdämpferhärte in Sekundenbruchteilen anpasst. Speziell beim Doppeldecker ein unschätzbarer Sicherheitsgewinn. Dass der Bus weitere Sicherheitssysteme wie einen Notbremsassistenten oder einen Spurverlassenswarner verbaut hat, versteht sich mittlerweile von selbst. Und dann gibt es da noch den MAN-eigenen vorausschauenden Tempomaten EfficientCruise in einer verbesserten Version. Dieser kennt den Streckenverlauf, weiß, wann Steigungen und Gefälle zu erwarten sind, und passt entsprechend Geschwindigkeit und eingelegten Gang an. Während der Testfahrt funktionierte das System ausgezeichnet. Das System unterdrückt nun beispielsweise sinnvoll Rückschaltungen der MAN TipMatic, wählt den jeweils optimalen Gang vor Steigungen und vermeidet damit Schaltvorgänge in Anstiegen mit langer Zugkraftunterbrechung. (sab)


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