Das positive Image, das sich Deutschland als Privat- und Geschäftsreiseziel aufgebaut hat, werde durch die Betten- und Luftverkehrsteuer, Diskussionen über eine Bus- und Pkw-Maut sowie zunehmende Nachtflugverbote in Frage gestellt, sagte Klaus Laepple in seiner Eröffnungsrede am Montag in Berlin. Der BTW-Chef forderte von der Politik deshalb mehr Vernunft und eine stärkere Anerkennung der Branchenleistungen. „Politische Entscheidungen, die den Reisepreis künstlich und ohne Not verteuern, sind ein fatales Signal“, mahnte Laepple. Auch Vorhaben wie die Hygieneampel für Restaurants schadeten der Tourismusbranche und Deutschland als Tourismusstandort. Für das laufende Jahr zog Laepple eine positive Zwischenbilanz. Die Zahl der Übernachtungen stieg demnach in den ersten acht Monaten insgesamt um drei Prozent, Gäste aus dem Ausland übernachteten sogar sechs Prozent häufiger in Deutschland. In einer ersten Prognose rechnet der BTW damit, dass die Reiseveranstalter verglichen mit 2010 bis zum Jahresende ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erreichen. Diskussionen über Rettungsschirme, die Zukunft des Euro und Rufe nach Steuererhöhungen verunsicherten die Bevölkerung jedoch merklich, so Laepple. „Die Tourismuswirtschaft geht vorsichtig optimistisch in die kommenden Monate, weil wir zum einen um die Reiselust der Bürger wissen, zum anderen aber die wirtschaftlichen Unsicherheiten nicht ausblenden können.“ (ag)
BTW-Präsident ruft zur Räson
Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) hat auf dem Tourismusgipfel 2011 die Finanzpolitik der Bundesregierung kritisiert.