Es ist ein Leben in Bewegung. Als Hans-Peter Christoph 1976 zum ersten Mal als Lkw-Fahrer auf Achse ging, konnte noch keiner ahnen, dass er einmal der Chef eines der ungewöhnlichsten Busunternehmen Deutschlands, Avanti Reisen, werden würde. Doch die Grundlagen waren gelegt. Die Voraussetzung: Fernweh und die Liebe zu großen Fahrzeugen. Machte er anfangs noch Deutschland mit einem 7,5-Tonner unsicher, folgten bald darauf Fahrten mit den echten Sattelzügen durch ganz Europa.
Mit der Gründung eines eigenen Busunternehmens 1991 konnte Hans-Peter Christoph schließlich selbst bestimmen, wohin die Reise ging. Und das durchaus im wörtlichen Sinne. Die Welt entdecken, am besten mit dem Bus und am besten mit Menschen, die ebenso entdeckerfreudig wie er selbst waren, das war und ist die Grundidee hinter Avanti. Spanien, Portugal und vor allem Griechenland sind Lieblingsdestinationen von Hans-Peter Christoph. Doch Europa war nicht genug.
2005 machte sich Avanti auf die erste große und lange Fahrt bis in den Iran nach Isfahan, der Partnerstadt Freiburgs, auf. Rund 28 Teilnehmer waren dabei, die Reise war ausgebucht. Später folgten eine 70-tägige Fahrt nach Peking und eine 75-tägige Reise nach Shanghai.
Wer Hans-Peter Christoph auf seinen Reisen begleiten durfte, erlebte einen Busunternehmer, zu dem der Satz: “Die Welt ist viel zu schön, um darüber hinweg zu fliegen” passt wie auf kaum einen Zweiten. Das langsame Reisen, das immer neue Entdecken, Kilometer für Kilometer, ist die DNA von Avanti. Die Busweltreise, auf die er sich 2013 machte, zählt ohne Zweifel zu den Höhepunkten seiner bisherigen Unternehmergeschichte.
Inzwischen blickt Christoph auf 50 Jahre zurück, in denen das Unterwegssein sein Leben geprägt hat. Anfang 2028 steht sein 70. Geburtstag an. Und damit rückt nun auch das Ende seiner Zeit als Chef von Avanti näher. In seinem Avanti-Rundbrief vom 20. August nun verkündet er seinen Abschied. Im Februar 2028 will er aufhören. Das Ende von Avanti?
Nicht, wenn es nach Hans-Peter geht, denn in seinem Rundbrief geht er nun an die Öffentlichkeit: “Ja, ich höre bald auf! Gibt es jemanden, der oder die Avanti übernehmen möchte?” Christoph sieht gute Voraussetzungen für eine Fortführung des Unternehmens. Er verweist auf ein gut laufendes Reiseprogramm, ein eingespieltes Team, ein großes Stammpublikum und die seit Jahrzehnten etablierte Marke Avanti. Auch die Positionierung beim nachhaltigen Reisen und zahlreiche Auszeichnungen zählt er zu den Stärken des Unternehmens. Avanti sei damit, wie Christoph es formuliert, „eine gute Partie“ und biete eine gute Basis für die Weiterentwicklung. Von einem möglichen Nachfolger erwartet er vor allem Durchhaltevermögen, Mut und Flexibilität.
Die OMNIBUSREVUE durfte Hans-Peter Christoph und Avanti seit 2008 auf mehreren Reisen begleiten und hat darüber zahlreiche Berichte veröffentlicht. Hinzu kommen Dokumentationen auf dem YouTube-Kanal BUS TV. Sie zeigen Christoph und Avanti dort, wo beide am besten zu verstehen sind: unterwegs.
Hier eine kleine Auswahl:
https://www.youtube.com/watch?v=B2Nhj83Q9k0
https://www.youtube.com/watch?v=frrT9iO6DVE&t=8s