Die Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung sieht die Ursachen in den Vorgaben der EU für mehr Wettbewerb, die zu harten Preisverhandlungen bei Direktvergaben oder europaweiten Ausschreibungen geführt haben. In Folge seien häufig Stellen gestrichen, Arbeitszeiten verlängert und die Bezahlung - vor allem bei Neueinstellungen – abgesenkt worden. Im Rahmen der Studie untersuchte ein Unternehmensberater bei fünf großen kommunalen Verkehrsbetrieben, wie sich das auf die Beschäftigten im Fahrbetrieb auswirkt. Fazit des Experten: Auf der Positiv-Seite stehe der Erhalt der öffentlichen Unternehmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Und im Vergleich zu privaten Nahverkehrsunternehmen seien Löhne und Sozialstandards nach wie vor relativ gut. Jedoch haben sich die Arbeitsbedingungen nach Meinung der Befragten dennoch verschlechtert. Nur bei einem der fünf untersuchten Unternehmen blieb die Zahl der Beschäftigten im Fahrdienst stabil. In den anderen sank sie um gut 10 bis über 40 Prozent, zum Teil auch durch Fremdvergaben an Billiganbieter. Für die Fahrer bedeutet das längere Arbeitszeiten und noch straffere Betriebsabläufe. So habe die aktive Lenkzeit um 15 bis 60 Minuten pro Tag zugenommen, Wendezeiten der Fahrer seien reduziert und Wegezeiten meistens ganz gestrichen worden.
Unter dem Strich, so der durchführende Unternehmensberater, sähen viele Fahrer „die Schmerzgrenze nicht nur als erreicht an, sondern zum Teil bereits als überschritten". Die Folge sei ein relativ hoher Krankenstand. (akp)
Höhere Arbeitsbelastung im ÖPNV
Wie eine aktuelle Studie zeigt, ist die Arbeitsbelastung von Bus- und Straßenbahnfahrern deutlich gestiegen. Grund sei der größere Wettbewerbsdruck im ÖPNV.