Busse und Stadtbahnen stünden in den bestreikten Betrieben von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht weitgehend still, erklärte die Gewerkschaft. Nur die Stadtwerke Münster würden nicht bestreikt. Bereits am Dienstag, 17. März, hatten Arbeitsniederlegungen des Fahrpersonals in vielen Städten zu umfangreichen Ausfällen im kommunalen Nahverkehr geführt. Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr können auch an diesem Freitag, 20. März, in vielen Städten zu Einschränkungen bei Bus und Bahnen führen. Verdi ruft in ausgewählten Betriebshöfen von etlichen Nahverkehrsbetrieben Mitarbeiter zu Arbeitsniederlegungen auf, wie eine Sprecherin sagte.
Rund 30 Betriebe werden von Verdi bestreikt
Die Liste der Nahverkehrsbetriebe, deren Streckennetz durch den geplanten Warnstreik in bestimmten Betriebshöfen am Freitag betroffen sein könnte, umfasst rund 20 Unternehmen. Darunter befinden sich unter anderem die Stadtwerke Bonn, die KVB in Köln, die Rheinbahn in Düsseldorf, die Dortmunder Stadtwerke, die Bogestra im mittleren Ruhrgebiet und die Stadtwerke Hamm. Im Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr geht es um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 Nahverkehrsbetrieben in NRW. In zwei Verhandlungsrunden ist bislang keine Einigung erzielt worden. Die dritte Tarifrunde beginnt am 24. März. Durch Warnstreiks ist in den vergangenen Wochen und Tagen mehrfach der Nahverkehr vielerorts lahmgelegt worden.
Arbeitszeit im Fokus
Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen. Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits attraktive Arbeitsplätze.