Am Mittwoch, 11. Februar, bestreikt Verdi den kommunalen Nahverkehr in München und Nürnberg. Verhandelt wird derzeit über den Tarifvertrag Nahverkehr. Erst am Montag, 2. Februar, hat der erste Warnstreik von Verdi in dieser Tarifrunde für zahlreiche Ausfälle im öffentlichen Personennahverkehr in ganz Deutschland gesorgt. Nun also der nächste Warnstreik in München und Nürnberg und dies nur zwei Tage, ehe am Freitag eine weitere Tarifrunde zwischen Vertretern der Arbeitgeberseite und Verdi ansteht.
Verdi fordert Reduzierung der Arbeitszeit
Verdi fordert eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Mit der Anhebung der Löhne würden Differenzen im Lohngefüge beglichen werden: Zum einen die, die innerhalb des Personals in den Werkstätten der Stadtwerkekonzerne besteht. Zum anderen könnten die Einstiegsgehälter im Fahrdienst in Bayern zu denen in Baden-Württemberg aufschließen. Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und die Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden würden der hohen Belastung im Schichtbetrieb entgegenwirken und wären somit ein wichtiges Element im Rahmen des Gesundheitsschutzes, so Verdi.
Busverkehre der privaten Unternehmen nicht betroffen
Im Zusammenhang mit dem Warnstreik in Bayern weist der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) darauf hin, dass vom derzeitigen Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Verdi ausschließlich Verkehrsunternehmen im kommunalen Eigentum betroffen sind. „Busverkehre der privaten Verkehrsunternehmen sowie die Busse der DB Regio sind von der Arbeitskampfmaßnahme nicht betroffen“, betonte der LBO. Der ADAC Südbayern rechnet wegen dem Verdi-Streik mit deutlich höherem Verkehrsaufkommen auf den Straßen sowie „mit spürbaren Verzögerungen, insbesondere im Berufsverkehr“, teilte der Automobilclub in einer Pressemitteilung mit. Die ADAC-Analyse des letzten Streiktags habe doppelt so viel Stau wie üblich gezeigt.
Bus-Shuttles zum Pokalspiel des FC Bayern
Das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig in der Allianz Arena findet am Mittwoch trotz des für den Tag angekündigten Verdi-Streiks wie geplant statt. Dies sei das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen aller Beteiligten, insbesondere der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG und der Polizei, teilte der FC Bayern mit. Die MVG richtet einen Sonderbetrieb ein: Ausschließlich zwischen Marienplatz und Fröttmaning werden von 17.30 Uhr bis Betriebsschluss U-Bahnen in gewohnt enger Taktung fahren – die dazwischen liegenden Bahnhöfe sind für einen Zustieg geöffnet. Zudem wird der übliche Bus-Transfer ab der S-Bahn-Station Donnersberger Brücke aufgestockt und es werden vom Parkplatz des von der Allianz Arena nur zwei Kilometer gelegenen FC Bayern Campus zusätzliche Bus Shuttles eingesetzt.