Es sei davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der ÖPNV zum Erliegen kommt, erklärte Verdi mit Blick auf den Streikaufruf. In die Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, ist Verdi mit umfangreichen Forderungen gezogen. Unter anderem verlangt die Gewerkschaft eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, eine Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Verdi kündigt harte Tarifrunde an
Laut Gewerkschaftsangaben sind insgesamt fast 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen betroffen. Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle erklärte, die Arbeitgeber hätten in den bisherigen Verhandlungen „fast jede Verbesserung“ verweigert. „Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist ein Angriff auf bestehende Vereinbarungen“, sagte Behle. Die Gewerkschafterin kündigte eine „harte Runde“ an, wenn in die Verhandlungen keine Bewegung komme: „Mit dem Streikaufruf setzen wir ein klares Signal der Entschlossenheit.“
Ausnahme Niedersachsen
Nur die etwa 5000 Beschäftigten in Niedersachsen sind wegen der anhaltenden Friedenspflicht nicht zum Streik aufgerufen – bei der Hamburger Hochbahn entscheidet sich im Laufe dieses Freitags nach den aktuellen Verhandlungsgesprächen, ob die Gewerkschaft hier ebenfalls für den 2. Februar zum Streik aufruft.