Der starke Anstieg der Dieselpreise stelle mittelständische Busunternehmen zunehmend vor enorme finanzielle Herausforderungen, warnt der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO). Sollten die Preise weiter steigen, drohen laut NWO „Liquiditätsengpässe, welche die Existenz vieler Betriebe gefährden dürften“. Auftraggeber müssten daher „jetzt handeln“, heißt es in einem Schreiben des NWO an Vorstände und Geschäftsführungen der VDV-Mitgliedsunternehmen in NRW sowie die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland.
Kritische Lage angesichts der hohen Dieselkosten
In dem Schreiben weist der NWO auf die kritische Lage der Busbranche und der Auftragsunternehmen im Linien-, Schüler- und Behindertenverkehr hin und appelliert an die Auftraggeberseite, mit den Auftragsunternehmen kurzfristig in Verhandlungen über eine Kompensation der Treibstoffkostenexplosion einzutreten. „Diese Preissteigerungen sind für unsere Betriebe kaum zu stemmen. Diesel macht in den meisten Unternehmen rund 20 Prozent der Betriebskosten aus, und innerhalb der vergangenen vier Wochen ist der Dieselpreis für Großverbraucher um mehr als 50 Prozent gestiegen“, führte NWO-Geschäftsführer Christian Gladasch aus. Die stark gestiegenen Kraftstoffkosten könnten laut NWO dazu führen, dass „Busse im Linienverkehr, im Schülerspezialverkehr sowie in der Behindertenbeförderung aus finanziellen Gründen nicht mehr betrieben werden können“. So weit dürfe es nicht kommen, warnte Gladasch.
Preisanpassungen in Verkehrsverträgen
Um einem solchen Szenario entgegenzuwirken, empfiehlt der NWO den Rhythmus bestehender Preisanpassungen in Verkehrsverträgen auf monatlich oder vierteljährlich zu verkürzen. In Verträgen, die keine regelmäßige Preisanpassung vorsehen, sollte ein befristeter Treibstoffkostenzuschlag vereinbart werden. Dieser würde aktiviert, sobald der Dieselpreis einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. „Beide Maßnahmen sichern die Liquidität unserer Mitgliedsbetriebe und sind bereits nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 bereits angewandt worden“, sagte Gladasch. Jetzt sei erneut der Zeitpunkt, um zu handeln.