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Pinkbus startet Direktverbindungen

So sehen die neuen Pinkbusse aus
© Foto: Timo Blank

Die Fernbuswelt wird wieder ein wenig bunter. Es gibt einen neuen Anbieter: Pinkbus. Und er will einiges anders machen als der Wettbewerb.


Datum:
20.06.2019
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So wirbt Pinkbus offensiv mit dem Atrribut: Direktfahrten. Das bedeutet: Wenn eine Strecke Berlin-München oder München-Düsseldorf angeboten wird, dann hält der Bus zwischendurch nicht noch in weiteren Orten. Das spart Zeit und soll auch in Zukunft so beibehalten werden, versichert einer der beiden Pinkbus-Geschäftsführer Christian Höber im Gespräch mit der OMNIBUSREVUE.

Die zweite wesentliche Änderung im Unterschied zum Wettbewerb ist der Fixpreis. Alle drei aktuell angebotenen Strecken kosten 25 Euro. Egal, wann man bucht. Aufpreise beispielsweise für Mehrgepäck oder bei Umbuchungen sind nicht vorgesehen. Allerdings können Fahrräder derzeit noch nicht transportiert werden. Dafür aber können auch Rollstuhlfahrer direkt buchen. Nach der Buchung werden sie dann von Pinkbus kontaktiert, um sicherzustellen, dass auch die notwendigen Befestigungspunkte am Rollstuhl vorhanden sind.

Pinkbus besteht derzeit aus vier Busunternehmen, die dem NWO (Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen e.V. ) angehören. Diese Unternehmen sind Mitgesellschafter, was bedeutet, dass sie auch direkt am Unternehmenserfolg  der Firma beteiligt werden. „Im Gegenzug sorgen unsere Partner dafür, dass die Qualität der Busse in Sachen Komfort, Ausstattung und Modernität flotten-übergreifend hoch bleibt“, sagt Christian Höber. Was das bedeutet, kann man sich bei den Bussen betrachten. Gefahren wird ausschließlich mit dem Neoplan Skyliner. Die Unternehmensgründer waren im letzten Jahr auf der Nutzfahrzeugmesse IAA und machten sich mit den verschiedenen Fahrzeugen am Markt vertraut, es siegte MAN. Ein Grund war laut Höber das lichte Raumgefühl im Oberdeck, welches deutlich das des Setra S 531 DT übertreffe. Zur Zeit gibt es sieben Busse, einer steht als Reserve bereit, falls ein Bus ausfällt oder in der Wartung steht. Auf Ausweichbusse will man möglichst verzichten. 

Die Idee für Pinkbus entstand übrigens vor sechs Jahren durch Christian Höber, der zu dieser Zeit seinen ersten Verkehrsbetrieb als Teil des Linienverkehrs in Paderborn gründete. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Tino Engelmann, der zuvor zwölf Jahre als Spezialist im Bereich User Experience tätig war, realisierte er das Vorhaben. Ursprünglich wollten die beiden schon früher an den Start, doch aufgrund der recht schwierigen Fernbus-Situation in den letzten Jahren wartete man lieber ab. 

Pinkbus will künftig sämtliche größeren Städte mit Direktverbindungen bedienen. In einer zweiten Welle sollen Frankfurt, Hamburg und Stuttgart dazukommen. Ursprünglich sollte mit Köln begonnen werden, doch da es im Augenblick noch keine Möglichkeit gibt, in der Innenstadt eine Haltestelle anfahren zu können, und der Flughafen Köln/Bonn keine Alternative darstellt, sieht man bei Pinkbus derzeit davon ab. Doch die Gespräche laufen. 

Was aber will Pinkbus noch anders machen als beispielsweise Flixbus? Auf Nachfrage erklärt Christian Höber, dass die Zahl der Buspartner auch bei Erreichen der maximalen Ausbaustufe bei höchstens acht bis neun Unternehmen liegen wird. Pinkbus will also mit wenigen Partnern groß werden. Dafür übrigens sucht man noch nach Unternehmen, die als Voraussetzung eine lange Erfahrung am Markt besitzen, um für Pinkbus eigenwirtschaftlich fahren zu können. 

Großen Wert legt Pinkbus auch auf das Thema Sicherheit. Natürlich sind die Skyliner mit den neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet, zudem wurden sämtliche Fahrer von MAN auf ihren neuen Bussen im Rahmen eines ausführlichen Fahrsicherheitstrainings geschult. Auch soll es keine überlangen Dienstzeiten oder zu eng getakteten Dienste geben. Anfangs werden die Strecken mit nur einem Fahrer bedient. Sollte sich herausstellen, dass das auf den längeren Strecken wie Düsseldorf-München zu eng wird, sollen weitere Fahrer eingesetzt werden. Es wird eine Pause direkt an einer Autobahnraststätte geben, abgefahren von der Autobahn wird nicht. Die Pause beträgt 30 Minuten, da der Fahrer direkt vor der Fahrt eine 15minütige Pause eingelegt hat. Zum Start am 1. Juli wird es jeweils eine Verbindung pro Tag pro Richtung und Strecke geben. In der Regel fährt man zwischen 8:30 und 9:30 Uhr ab und kommt zwischen 15:30 und 16:30 Uhr am Ziel an. Sollte sich herausstellen, dass höhere Bedarfe bestehen, will man das Angebot ausbauen. Darauf angesprochen, wie Pinkbus reagieren will, wenn andere Fernbusanbieter gerade zum Start preisaggressiv reagieren sollten, sagt Christian Höber: " Natürlich kann man versuchen, uns mit 1-Euro Tickets das Leben schwer zu machen, doch am Ende des Tages müssen alle Unternehmen wirtschaftlich kalkulieren." Zudem stecken hinter Pinkbus auch finanzkräftige Partner, ausreichend Luft besonders für die Startphase soll laut Pinkbus vorhanden sein.

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