Neben der Preiserhöhung bei verschiedenen Fahrkartenarten führte der Verbund zum 1. August aber auch ein neues Angebot ein: Künftig kann man mit den bisherigen reinen Bahn-Angeboten Sachsen-Anhalt-Ticket, Sachsen-Ticket und Thüringen-Ticket innerhalb des MDV auch Busse und Straßenbahnen nutzen. Der bis dato beim Umstieg notwendige Kauf von MDV-Tickets entfällt.
Ganz und gar unverändert von der Preiserhöhung bleiben die im vergangenen Jahr neu eingeführten Angebote ABO Senior und ABO Senior Partner, die generell verbundweite Fahrten ermöglichen. Ebenfalls gleich im Preis bleiben verbundweit die Kurzstreckenfahrkarten. In allen regionalen Zonen bleiben zudem die Preise für die Tageskartenangebote stabil. Auch bei den Preisen für alle Kinderfahrkartenangebote im Verbund gibt es keine Veränderung.
„Uns ist klar, dass keiner unserer Kunden von sich aus gern einen höheren Ticketpreis zahlen will. Aber in vielen öffentlichen Diskussionsrunden konnte ich ein Grundverständnis dafür wahrnehmen, dass es in der finanziellen Situation besser ist, die Tarife moderat zu erhöhen, als Einschnitte im Leistungsangebot vorzunehmen“, so MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann. In den Verkehrsmitteln im Verbund werden heute pro Jahr 15 Millionen Fahrgäste mehr gezählt als zum Verbundstart.
Kraftstoffpreise auf anhaltend hohem Niveau, stagnierende Bestellerentgelte, fehlende Mittel für dringend notwendige, nachhaltige und kundenwirksame Investitionen und bei einer Reihe von Unternehmen auch steigende Lohnaufwendungen sind die großen Problemfelder aller Nahverkehrsbetriebe. Wie schwierig die Situation insgesamt ist, zeigt laut MDV die Tatsache, dass von den jährlich benötigten 400 Millionen Euro für die Gewährleistung des Betriebes im Verbund nur 165 Millionen Euro aus Fahrgeldeinnahmen gewonnen werden. 235 Millionen Euro steuern die Nahverkehrsbesteller auf Straße und Schiene sowie Bund und Länder mit verschiedenen Ausgleichsleitungen bei. Da es hier in den letzten Jahren permanent Einschnitte gab, fehlen dem Nahverkehrssystem im MDV jährlich mindestens 115 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2001. Zwar konnten die Unternehmen im MDV 50 Millionen Euro über höhere Fahrpreise und über zum Teil deutliche Fahrgastzuwächse kompensieren, die Schere zwischen benötigten und tatsächlich verfügbaren Mitteln klafft aber immer weiter auseinander. So rettet die Fahrgäste in Mitteldeutschland nur das im Jahr 2012 mit 7,02 Millionen Euro Mehreinnahmen gegenüber dem Vorjahr bisher beste Jahresergebnis seit Verbundgründung vor einer drastischen Leistungsreduzierung. Wäre es nicht gelungen, über die letzte Tarifsteigerung und über die zeitgleich eingeführten neuen Ticketangebote allein 2012 rund 1,5 Millionen neue Fahrgäste zu gewinnen, hätten beispielsweise rund 50 Buslinien im MDV-Raum gestrichen werden müssen, teilt das Unternehmen mit. (ah)