Auswirkungen auf den Betriebsalltag
34 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, ihren Betrieb 2025 zeitweise wegen Personalmangels eingeschränkt zu haben. Zu den häufigsten Folgen zählen Einschränkungen im Gelegenheitsverkehr, der verstärkte Einsatz von Überstunden sowie der Verzicht auf Angebotserweiterungen oder neue Linien. Zudem berichten Unternehmen von Problemen bei der Urlaubsplanung, dem Einsatz von Subunternehmen und Qualitätsverlusten im Betriebsablauf.
Renteneintritte verschärfen die Lage
Die Umfrage zeigt außerdem, dass viele Unternehmen mit einer hohen Fluktuation konfrontiert sind. Besonders häufig verlassen Fahrerinnen und Fahrer die Betriebe aufgrund von Kündigungen oder wegen des Eintritts in den Ruhestand. Dies dürfte angesichts des demografischen Wandels den Druck auf die Unternehmen weiter erhöhen.
Gleichzeitig berichten zahlreiche Betriebe von einem steigenden Personalbedarf. Viele Unternehmen benötigen heute mehr Fahrpersonal als noch vor wenigen Jahren.
Branche fordert leichteren Berufszugang
Bei den Lösungsansätzen zeichnet sich ein eindeutiges Bild ab. Die höchste Priorität räumen die Unternehmen einem erleichterten Zugang zum Beruf ein, etwa durch Vereinfachungen bei Führerschein und Qualifikation. Ebenfalls häufig genannt werden bessere Arbeitsbedingungen, höhere Vergütung, Bürokratieabbau sowie eine stärkere Nachwuchsgewinnung im Inland.
Viele Unternehmen setzen bereits auf Gehaltserhöhungen, flexiblere Arbeitszeitmodelle oder Weiterbildungsangebote, bewerten die Wirksamkeit ihrer bisherigen Maßnahmen jedoch oft nur als teilweise erfolgreich.
Rekrutierung im Ausland gewinnt an Bedeutung
Die internationale Personalgewinnung gewinnt der Studie zufolge an Bedeutung. 38 Prozent der Unternehmen beschäftigen bereits Fahrerinnen und Fahrer aus Ländern außerhalb der EU, weitere vier Prozent planen dies. Darüber hinaus haben 36 Prozent der Betriebe Fahrpersonal aus anderen EU-Mitgliedstaaten rekrutiert oder entsprechende Strategien verfolgt.
Als größte Hürden nennen die Unternehmen Sprachbarrieren, bürokratische Verfahren sowie die Anerkennung von Führerscheinen und Qualifikationen. Dennoch sind viele Betriebe überzeugt, dass der Fachkräftebedarf langfristig nicht allein über den deutschen Arbeitsmarkt gedeckt werden kann.