Es handelt sich dabei um einen so genannten „Maxitrain“ der Firma Göppel, der als Leihgabe der Infra Fürth Verkehr GmbH nach München kommt. Das Gespann besteht aus einem herkömmlichen Zwölf-Meter-Solobus als Zugfahrzeug und einem Anhänger, der rund elf Meter misst. Wesentliches Merkmal dieses Fahrzeugkonzepts ist, dass sich das Platzangebot durch einfaches An- und Abkuppeln flexibel und ohne großen Aufwand an stark schwankende Fahrgastzahlen anpassen lässt. Der Anhänger-Einsatz bietet sich nach MVG-Angaben zum Beispiel für nachfragestarke Berufs- und Schülerverkehre an, aber auch für Großveranstaltungen mit punktuell hohem Fahrgastaufkommen. Zu Zeiten geringerer Nachfrage kann der Solobus dagegen alleine fahren. Aktuell setzen in Deutschland rund 20 Verkehrsunternehmen solche Fahrzeuge im regulären Linienbetrieb ein, unter anderem in Fürth, Ludwigsburg, Osnabrück, Reutlingen und Wolfsburg. Mit Anhänger bietet das 23 Meter lange Gespann rund 130 Fahrgästen Platz. Es hat damit mehr Kapazität als ein herkömmlicher 18-Meter-Gelenkbus. Ob solche Fahrzeuge in München in der Praxis eingesetzt werden können, sollen die Versuchsfahrten zeigen. Der Test findet montags bis freitags jeweils von circa 7 bis 19 Uhr und samstags von circa 9.30 bis 17.30 Uhr auf der MetroBus-Linie 60 (Olympia-Einkaufszentrum–Dülferstraße) statt. Diese Strecke eignet sich laut MVG aufgrund ihres Kundenaufkommens sowie auch baulich für einen Einsatz von Anhänger-Bussen. Zu beachten gelte, dass für ein 23-Meter-Gespann längere Haltestellen von Nöten seien als für einen normalen Solo- oder Gelenkbus. Anpassungen könnten aber auch bei Werkstätten, Waschanlagen, Tankanlagen, Abstellhallen et cetera erforderlich werden. „Grundsätzlich ist ein Bus mit Anhänger sehr wendig und damit auch bei beengten Straßenverhältnissen einsetzbar, weil beide Achsen des Anhängers gelenkt werden“, erklärt die MVG. (ah)
SWM und MVG testen Solobus mit Anhänger
Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) testen seit Montag, 27. Juni 2011, für rund zweieinhalb Wochen einen Bus mit Anhänger im Fahrgastbetrieb.