Bei einem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Vergleich zwischen drei deutschen Großstädten schnitten die beiden Städte am besten ab, die ihren ÖPNV über Direktvergaben organisieren. Sowohl mit Blick auf das Angebot als auch auf die Wirtschaftsdaten zeigten bei der Untersuchung die ÖPNV-Systeme in Stuttgart und Bochum/Gelsenkirchen bessere Ergebnisse als das in Frankfurt/Main, wo mittlerweile über 50 Prozent der Busleistungen ausgeschrieben wurden. Hinsichtlich des Verkehrsangebots für Fahrgäste und Bürger hat sich der ÖPNV in Bochum/Gelsenkirchen in den letzten Jahren am Besten entwickelt. Vergleicht man die wirtschaftlichen Ergebnisse belegt der Stuttgarter ÖPNV den ersten Platz. Zwar hat auch der ÖPNV in Frankfurt/Main zugelegt, allerdings kann er mit den Vergleichsstädten nicht mithalten, ergibt die Untersuchung der Nahverkehrsforscher Dipl. Ing. Dieter Neth von der IMCC Mössingen und Dipl. Sozialwirt Hubert Resch. Die Forscher führen die Vorteile der Direktvergabe auf folgende Faktoren zurück: Die Kostensenkungen bei einer Vergabe von einzelnen Teilen des Busnetzes an private Anbieter durch niedrigere Tariflöhne würden durch die hohen Kosten der Ausschreibungsorganisation überkompensiert. Diese so genannten Transaktionskosten oder Bürokratiekosten betrugen in Frankfurt, wo die Stadt eine externe Managementgesellschaft mit der Ausschreibung beauftragt hat, im Jahr 2006 allein bei den Personalkosten fünf Millionen Euro. Hinzu kommt, dass die interne Restrukturierung in Stuttgart und Bochum/Gelsenkirchen effektiver war als die Privatisierung des Busverkehrs in Frankfurt und die Rationalisierung der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main. Ein wichtiges Motiv für die erfolgreiche Restrukturierung der kommunalen Unternehmen in Stuttgart und Bochum/Gelsenkirchen sehen die Nahverkehrsforscher in der höheren Motivation der dortigen Beschäftigten. In der Untersuchung sind erstmalig die Gesamtkosten und Gesamterlöse für den ÖPNV einschließlich aller beteiligten Unternehmen sowie der für den ÖPNV zuständigen Planungs- und Verwaltungsämter erfasst worden. Die Untersuchung umfasst einen Zeitraum von 1995 bis 2006 und legt ihren Schwerpunkt auf die Zeit von 2001 bis 2006, seitdem das Ausschreibungssystem in Frankfurt/Main gestartet wurde und praktiziert wird. Die komplette Studie zum Download: http://www.boeckler.de/pdf/Transaktionskosten_OEPNV_2006.pdf
Untersuchung: Ausschreibung teurer als Direktvergabe
Frankfurt kann mit Stuttgart und Bochum nicht mithalten.